Martas goldenes Ziel
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Abseits des Platzes scheinbar ein Nervenbündel, das kaum 30 Sekunden still sitzen kann, ist Brasiliens Fussball-Phänomen Marta auf dem Spielfeld ein Sinnbild für pure Eleganz mit dem Ball am Fuß. Mit gerade einmal 22 Jahren kann sie wohl schon als beste Spielerin aller Zeiten bezeichnet werden, und sie brennt darauf, die bislang starken Leistungen ihres Teams in Peking mit der Goldmedaille zu krönen.

Zunächst einmal bekommt man es jedoch mit den starken Norwegerinnen zu tun. "Wir wissen, dass dies eine taktisch geprägte, sehr gut organisierte Mannschaft ist", erklärt die FIFA-Weltfussballerin des Jahres 2007 gegenüber FIFA.com vor dem mit Spannung erwarteten Viertelfinalduell in Tianjin. "Wichtig ist, dass wir den Norwegerinnen nicht den Ball überlassen. Wir müssen also in Ballbesitz bleiben und unser gewohntes Spiel aufziehen."

Marta und ihre Freundin und Sturmpartnerin Cristiane haben es in den bisherigen drei Partien des Turniers auf zusammen vier Tore gebracht. Das brandgefährliche Angriffsduo, das manchmal wie eine Naturgewalt über den Gegner hereinbricht, könnte auch die norwegische Abwehr, die schon im letzten Gruppenspiel gegen Japan fünf Treffer kassierte, vor große Probleme stellen. Die Norwegerinnen sind jedenfalls gut beraten, ein wachsames Auge auf das dynamische Paar zu haben. "Wir versehen uns wirklich sehr, sehr gut", sagt Marta über Cristiane, die mit drei Treffern an der Spitze der Torschützenliste steht. "Wir spielen schon so lange zusammen und werden uns auf dem Spielfeld immer blind verstehen, weil wir auch abseits des Platzes so gute Freundinnen sind."

"Wenn wir den Ball in den eigenen Reihen halten können und die Norwegerinnen dazu zwingen, ihm hinterher zu jagen, dann werden sich für Cristiane und mich Lücken in der gegnerischen Abwehr ergeben", fährt Marta fort.

Gesteigertes Selbstvertrauen
Seit dem 0:0 im Eröffnungsspiel gegen Deutschland sind die Brasilianerinnen selbstbewusster geworden und haben sich auch als Mannschaft gesteigert. Nach Siegen über die DVR Korea und Nigeria holte man den Sieg in Gruppe F. "Es stimmt, dass wir uns beständig gesteigert haben", erklärt die bei Umeå IK in Schweden unter Vertrag stehende Marta, die zum ersten Mal bei der FIFA U-20-Frauenfussball-Weltmeisterschaft Thailand 2004 für internationales Aufsehen sorgte. "Wir werden mit jedem Spiel besser und stärker. Das passt gut, weil ja jetzt auch immer stärkere Gegner kommen."

Die Erinnerung an die Niederlage im Finale des Olympischen Fussballturniers in Athen gegen die USA vor vier Jahren schmerzt Marta immer noch. Sie ist jedoch überzeugt davon, dass es dieses Mal besser laufen wird. "In Athen hatten wir eine gute Mannschaft und waren auch bestens vorbereitet", erzählt sie. "Doch für viele Spielerinnen war es dort das erste große Turnier. Jetzt haben wir Erfahrungen mit großen Spielen und wissen, wie wir sie gewinnen können."

Nachdem man im vergangenen Jahr bei der FIFA Frauenfussball-Weltmeisterschaft - ebenfalls in China - das Finale erreicht hatte, denkt der Star der brasilianischen Mannschaft nur noch an den Sieg in diesem Turnier.

"Ich glaube, dass unsere Mannschaft gut genug ist, um hier in China Gold zu holen", erklärt Marta zum Abschluss. "Unsere Erwartungen sind hoch, und wir sind entschlossen, das Beste zu geben."