Schwedens Zeit für eine Revanche ist gekommen
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Am Freitag kommt es zum europäischen Gipfeltreffen des Frauenfussballs. Weltmeister Deutschland trifft auf Schweden, einen der ärgsten Widersacher auf Europas Fussball-Bühne. Dreimal standen sie sich in einem Finale gegenüber, dreimal gewannen die Deutschen.

Zwei Spielerinnen, die in den letzten beiden Partien im Fokus standen, treffen am Freitagabend aufeinander. Auf der einen Seite Lotta Schelin, die Toptorjägerin der Schwedinnen, und auf der anderen Anja Mittag, Deutschlands Joker. Vor dem Viertelfinalspiel in Shenyang setzte sich FIFA.com mit den beiden zusammen und lotete die Stimmungen vor dem Gipfeltreffen aus.

"Wenn wir Deutschland jemals schlagen, dann jetzt", ist sich Schelin sicher, "wir haben zwei Endspiele verloren und die Bronzemedaille, das soll uns nicht mehr passieren." Deutschland gewann die Europameisterschaft 2001, die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2003 und holte schließlich bei den Olympischen Spielen 2004 die Bronzemedaille. "Aber bei diesem Turnier ist es nicht das Deutschland, das wir kennen, das gibt uns Selbstvertrauen", sagt Schelin zu den bisherigen Leistungen des amtierenden Weltmeisters.

Joker Mittag
Beim 0:0 gegen Brasilien hatten die Deutschen Glück, die Siege gegen Nigeria und Korea DVR (jeweils 1:0) waren eher Arbeitssiege als glanzvoll heraus gespielte Erfolge. "Unser Dilemma ist, dass wir hinten ganz gut stehen und uns viele Bälle erobern, aber diese genauso schnell wieder verlieren. Wir machen zu viele Fehlpässe, gerade im Aufbauspiel. Und die zwei Tore nach drei Spielen sprechen auch nicht für uns", analysiert Anja Mittag die Vorrunde.

Dabei hatte gerade sie großen Anteil an Deutschlands Weiterkommen. Zweimal kam die Stürmerin ins Spiel, einmal konnte sie das 1:0 gegen Nigeria vorbereiten, im Spiel gegen Korea traf sie sogar selbst. "Es ist natürlich ein schönes Gefühl, wenn man reinkommt und dann an den Toren beteiligt ist", sagt die 23-Jähige und hofft gegen Schweden auf eine Chance in der Startelf: "Wenn ich von Anfang an spielen sollte, würde mich das natürlich freuen. Aber das entscheidet die Trainerin."

"L8 = Lotta"
Lotta Schelin muss sich darüber keine Gedanken machen, sie ist gesetzt im schwedischen Sturm. Auf ihr ruhen alle Hoffnungen gegen das deutsche Team. Mit ihren drei Treffern führt die 24-Jährige zusammen mit Brasiliens Cristiane die Torschützenliste an. Dann zeigt sie uns ihr Tattoo, das sie auf dem rechten Arm trägt. Es zeigt ein "L" und eine "8" - ihr Markenzeichen "L8", denn "Acht" heiß auf schwedisch "otta" - Lotta. "Chinesen haben mir gesagt, dass die "8" eine Glückszahl ist, deshalb trage ich es."

"Svensson und Schelin sind gefährlich", warnt Mittag, "die Schweden spielen lange Bälle und sind robust in den Zweikämpfen." Der Respekt voreinander ist groß. Man kennt sich gut, und mit Ariane Hingst und Nadine Angerer sind zwei Spielerinnen in Schwedens erster Liga aktiv. Und Angerer galt bislang als unüberwindliches Hindernis, blieb bei der Weltmeisterschaft 2007 als auch in den drei Spielen bei Olympia ohne Gegentor. "Da sie in Schweden spielt, kennen wir sie sehr gut und wissen, dass sie nicht unschlagbar ist", sagt Schelin, "aber wir müssen natürlich unsere Chancen 100 Prozent nutzen."

Beide Spielerinnen freuen sich auf das Aufeinandertreffen am Freitagabend und geben sich optimistisch. "Ich glaube nach wie vor an Gold", sagt Anja Mittag, und Lotta Schelin ergänzt: "Niemand ist unschlagbar - Alles kann passieren."