Eines der bewegendsten Bilder der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft China 2007 war eine fassungslose Lotta Schelin, die nach dem Vorrunden-Aus der favorisierten Schwedinnen in Tianjin (nach einer Niederlage, einem Sieg und einem Unentschieden) weinend auf dem Platz stand. Nun, fast ein Jahr später, ist die schlaksige Stürmerin wieder in der nordchinesischen Küstenstadt, doch diesmal will sie mehr Erfolg haben.

"Nach dem frühen Ausscheiden im letzten Jahr sind wir jetzt besonders motiviert", so die 24-jährige Schelin im Gespräch mit FIFA.com in der Lobby des Mannschaftshotels in Tianjin. "Wir wissen, dass wir die einmalige Chance haben, diesen Fehler wieder gutzumachen. Wir haben unsere Leistung bei der WM analysiert und entsprechende Änderungen vorgenommen. Diesmal sind wir viel besser vorbereitet."

Schelin gibt sich optimistisch
Vor vier Jahren spielte die Stürmerin von Kopparbergs/Göteborg, die im Jahr 2006 zur schwedischen Fussballerin des Jahres gewählt wurde, in der Mannschaft, die das Halbfinale der Olympischen Spiele 2004 in Athen erreicht und dort nur knapp einen Platz auf dem Podium verpasst hatte. In diesem Jahr möchte sie jedoch nicht ohne Medaille nach Hause fahren.

"Diesmal wollen wir unbedingt eine Medaille", betonte Schelin. "Die Stimmung in der Mannschaft ist großartig. In unseren letzten Freundschaftsspielen haben wir sehr gut gespielt. Ich denke daher, dass wir in Peking durchaus Chancen haben werden."

Endlich ein Sieg zum Auftakt?
Die Schwedinnen, die lange Zeit das Geschehen des Frauenfussballs dominiert hatten, absolvierten vor Kurzem ein intensives Trainingslager in Japan, um sich an die extremen Temperaturen im Fernen Osten zu gewöhnen. Schelin, die vermutlich neben den erfahrenen Hanna Ljungberg und Victoria Svensson stürmen wird, ist davon überzeugt, dass die Mannschaft ihren Fluch ablegen und erstmals ein Auftaktspiel gewinnen kann. Die Schwedinnen konnten weder bei den bisherigen fünf FIFA Frauen-Weltmeisterschaften noch bei den Olympischen Spielen das erste Spiel für sich entscheiden.

"Das ist wirklich ein seltsames Phänomen", meint Schelin und betont, dass die diesjährige Mannschaft eine gute Kombination aus jungen und erfahrenen Spielerinnen ist. "In Athen haben wir gegen Japan verloren, im vergangenen Jahr (bei der Frauen-Weltmeisterschaft) gegen Nigeria. Eigentlich hätten wir diese Spiele gewinnen müssen."

"Im Vergleich zu früheren Jahren haben wir diesmal zahlreiche gute Freundschaftsspiele gegen starke Gegner absolviert", fährt sie fort. "Ich glaube, dass wir in diesem Jahr unseren Fluch ablegen können."

Erster Gegner: China VR
Bereits im ersten Spiel in Tianjin treffen die Schwedinnen auf Gastgeber China. Auch wenn es mit den sogenannten Steel Roses in den letzten zehn Jahren kontinuierlich bergab ging, haben die Schwedinnen größten Respekt vor ihrem Gegner. "Zu Beginn wird es nicht einfach für uns sein", so Schelin. "Doch die meisten von uns machen sich keine Gedanken darüber, gegen wen wir spielen. Wir freuen uns schon darauf, gleich zu Beginn einer Großveranstaltung in einem ausverkauften Stadion gegen den Gastgeber zu spielen."

"Natürlich möchten wir das erste Spiel gegen China gewinnen", sagt sie. "Aber selbst wenn uns das nicht gelingen sollte, werden wir genau wissen, wie wir damit umzugehen haben!" Nach dem Auftaktspiel gegen die VR China treffen Schelin & Co. in Tianjin auf Argentinien, ehe sie zum Abschluss der Gruppe E in Peking gegen Olympia-Neuling Kanada antreten.