Am 20. März eroberten April Heinrichs' Schützlinge mit einem spektakulären 4:1-Sieg in einem klassischen Finale gegen Erzrivalen Norwegen zum zweiten Mal in Folge den Algarve-Cup. Die 11. Ausgabe des prestigeträchtigen Turniers an Portugals sonniger Südküste erwies sich als erstklassige Bühne für das Spiel der Frauen und bot einigen Mannschaften die Möglichkeit zur letzten Feinabstimmung unter Wettkampfbedingungen, die im August beim Olympischen Fussballturnier der Frauen um Gold kämpfen werden.

Nach Siegen über Dänemark und Frankreich und einer bitteren 1:3-Niederlage gegen Schweden lief die U.S.-Mannschaft – eine perfekte Kombination aus Jugend und Erfahrung – am Samstag im Endspiel zu dominierender Form auf. Mit Abby Wambach, der Entdeckung der FIFA-Frauenfussball- Weltmeisterschaft USA 2003 im Sturm, zeigten die Nordamerikanerinnen im Laufe des eine Woche dauernden Turniers alte Stärke.

Wambach im Sturm
Es war eine halbe Stunde im nagelneuen Estadio Algarve vergangen, da fand Mia Hamms präziser Eckstoß die Abby Wambach, die mit einem machtvollen Kopfball die Führung für die USA erzielte und eine 15-minütige Phase mit zahlreichen Torerfolgen einleitete. Nur acht Minuten später nutzte Norwegens legendäre Hege Riise eine Standardsituation zum Ausgleich für ihr Team. Die Nordamerikanerinnen ließen sich davon nicht abschrecken, sondern hielten mit Leidenschaft dagegen. Der hervorragende Jungstar Lindsey Tarpley schloss zwei hervorragende Kombinationen mit Wambach erfolgreich ab, so dass die USA mit einer beruhigenden 3:1-Führung in die Pause gehen konnten. In der 51. Minute machte Wambach ihren zweiter Hattrick für die USA komplett und stellte damit auch den Endstand her. Mit vier Treffern in ebenso vielen Spielen wurde die hoch aufragende Stürmerin auch Torschützenkönigin des Turniers.

Nach dem Match zeigten sich die Amerikanerinnen zufrieden. "Die USA und Norwegen gehören mit zu den schärfsten Rivalen in diesem Sport, und dass wir die Niederlage gegen Schweden so wegstecken konnten und so spielten, wie wir es sowohl im Angriff als auch in der Abwehr taten, ist schon an sich eine enorme Leistung," sagte Heinrichs über ihre Mannschaft, die nur wenige Tage hatte, sich von einem anstrengenden olympischen Qualifikationsturnier zu erholen. "Wenn man das damit verbindet, wie lange wir unterwegs waren und welche Mannschaften wir bezwingen mussten, um dieses Turnier zu gewinnen, ist dies ein wahrlich bemerkenswerter Erfolg - ein Beweis dafür, dass wir selbst in Zeiten der weitgehenden Gleichwertigkeit der Mannschaften im Frauenfussball dennoch siegen können."

Die Norwegerinnen, die lange Zeit in diesem Frauensport führend waren, hatten sich gut von einer für sie enttäuschenden WM USA 2003 erholt. Doch am Ende erwiesen sich die mächtigen Amerikanerinnen im Endspiel als zu stark. Als Erste der starken Gruppe B, mit Siegen über Finnland und Italien sowie einem schweren 0:0-Unentschieden gegen China, konnten die Skandinavierinnen stolz auf sich sein, auch ohne die hervorragende Stürmerin Dagny Mellgren, die durch Verletzung ausgefallen war und im letzten Spiel schmerzlich vermisst wurde.

Eine alte Rivalität lebt wieder auf
"Norwegen ist eine tolle Mannschaft, und es gehört viel dazu, ihre Verteidigung zu durchbrechen," lobte Wambach, die den Tag damit verbracht hatte, die Abwehr der Skandinavierinnen zu drangsalieren. "Zwei Tore gegen Norwegen zu erzielen, ist eine tolle Leistung, ganz zu schweigen von vieren. Ich wusste, dass es ein tolles Spiel werden würde, als sie ausglichen, aber wir waren in der Lage, noch einen Gang höher zu schalten."

Shannon Boxx wurde zur besten Spielerin des Turniers gewählt, nachdem sie in fünf aufeinander folgenden Spielen das amerikanische Mittelfeld souverän zusammengehalten hatte. "Wir haben in jeder Partie Siegeswillen gezeigt und stark gespielt", sagte sie. "Und die Tatsache, dass wir nach der Niederlage gegen Schweden heute diesen Erfolg gefeiert haben, unterstreicht nur noch mehr, wie sehr wir gewinnen wollten."

Nach der enttäuschenden Halbfinalniederlage als Gastgeber der letztjährigen FIFA-Frauenfussball- Weltmeisterschaft haben die U.S.-Frauen einige beeindruckende Erfolge erlebt. Innerhalb von nur drei Monaten gewannen sie gewannen das Vier-Nationen-Einladungsturnier in China, das CONCACAF-Turnier um einen Platz bei Athen 2004, und nun den Algarve-Pokal.

Die Zweitplatzierten der Gruppen A und B, Frankreich und Italien, kämpften sich im Spiel um den dritten Platz zu einem erbitterten Elfmeterschießen durch, das die Französinnen schließlich mit 4:3 für sich entscheiden konnten, nachdem sie in der regulären Spielzeit noch zum 3:3 ausgeglichen hatten. Nach einem 1:1-Unentschieden konnte sich auch Schweden im Elfmeterschießen gegen China durchsetzen. Dänemark überwand die Gastgeber mit einem hauchdünnen 1:0 und belegte den 7. Platz, während Finnland Wales mit 4:0 bezwang. Griechenland, Gastgeber der Olympischen Spiele, konnte mit einem 2:0-Sieg über Neuling Nordirland den letzten Platz vermeiden.

Die schwedische Schlussfrau Sofia Lundgren wurde zur besten Torhüterin des Turniers gewählt, während Griechenland mit dem Mannschaftspreis für Fair Play ausgezeichnet wurde.

Algarve-Cup 2004 Abschlusstabelle

1. Platz: USA
2. Platz: Norwegen
3. Platz: Frankreich
4. Platz: Italien
5. Platz: Schweden
6. Platz: China
7. Platz: Dänemark
8. Platz: Portugal
9. Platz: Finnland
10. Platz: Wales
11. Platz: Griechenland
12. Platz: Nordirland