Peralta: "Lohn für die Arbeit, die geleistet wurde"
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"Wir können jeden Gegner schlagen", versicherte Oribe Peralta im Vorfeld des Duells gegen Brasilien im Finale von London 2012. Gesagt, getan. Im Wembley-Stadion schlüpfte der Stürmer in die Rolle des Helden und erzielte beim Sieg über den großen Favoriten beide Tore. Damit bescherte er einer vielversprechenden jungen Generation aus Mexiko Olympisches Gold.

Er selbst indes spielte nach dem Finale seine eigene Leistung herunter. "Wir haben davon geträumt, die Goldmedaille zu gewinnen. Meine zwei Tore waren die Folge der großartigen Arbeit meiner Kameraden. Ich spiele nicht allein. Wenn es Tennis wäre, dann hinge es von mir ab, aber hier hängt es von allen ab", erklärte er.

Die frühe Führung nach nur 29 Sekunden war sicherlich einer der Schlüssel zum Erfolg. Und Peralta verwies noch auf weitere Aspekte. "Wir wissen, dass die Brasilianer Spieler sind, die sich schnell entmutigen lassen, wenn du ihnen den Ball wegnimmst. Das ist uns gelungen, und zudem zogen wir gut geordnet und ruhig unser eigenes Spiel auf", analysierte der Torjäger. "Die Goldmedaille war unser Ziel und ist der Lohn für all die Arbeit, die in den letzten Jahren geleistet worden ist", ergänzte er.

Der zweite Treffer, der den Sieg der Azteken praktisch besiegelte, wurde auf besondere Weise bejubelt. "Wir haben die Geste imitiert, die Giovani dos Santos macht, wenn er ein Tor erzielt. Wir haben es ihm gewidmet, denn es war für ihn ein schwerer Moment, ein so wichtiges Spiel zu verpassen", erklärte Mittelfeldspieler Jorge Enriquez, der an diesem Abend zu den stärksten Akteuren Mexikos gehörte. Er erstickte die Kreativität der Brasilianer und unterband ihr flüssiges Spiel, behielt im Auge des Orkans stets die Übersicht und zog sein Team nach oben.

Vor einem Jahr erlitt Enriquez eine Niederlage gegen Brasilien, durch die sein Team bei der FIFA U-20-WM im Halbfinale ausschied. Heute war der Tag der Wiedergutmachung: "Der Fussball gibt dir solche Möglichkeiten zur Revanche. Jenes Spiel war sehr schmerzhaft. Deshalb schmeckt dieser Triumph im Rückblick umso besser", sagte er lächelnd. "Diese Medaille ist ein unglaubliches, aufregendes und unerklärliches Gefühl."

"In allen Spielen war das Ausschlaggebende, als Team, als Einheit aufzutreten und immer daran zu denken, für den Kameraden zu spielen", erklärte der Spieler von Chivas und verwies damit erneut auf die Leistung des Kollektivs.

Als die Goldmedaille an seiner Brust baumelte, machten er und seine Mitstreiter ein Zeichen in Richtung Trainerbank. "Es gibt nur 18 Medaillen, aber auch der gesamte technische Stab, der hinter uns steht, hat sie sich verdient."

Und dem ließ er ein großes Lob auf Trainer Luis Fernando Tena folgen: "Es ist ihm gelungen, die Mentalität des mexikanischen Fussballs zu verändern. Er hat uns beigebracht, jedem Gegner ins Gesicht zu sehen und ohne Angst zu spielen. Er hat uns gezeigt, den Namen Mexikos immer hochzuhalten und daran zu glauben, dass wir gewinnen können. Und so kam es. Die Mentalität des mexikanischen Fussballs hat sich verändert. Heute haben wir die Messlatte für die Zukunft sehr hoch gehängt. Die Erwartungen werden jedes Mal höher sein."