Mexiko gewinnt Olympisches Gold
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Mexiko hat zum ersten Mal die Goldmedaille beim Olympischen Fussballturnier der Männer gewonnen. Im Finale im Londoner Wembley-Stadion setzte sich die Mannschaft von Trainer Luis Fernando Tena dank eines Doppelpacks von Oribe Peralta mit 2:1 gegen Brasilien durch. Die mit großen Ambitionen angereisten Südamerikaner, für die der Anschlusstreffer von Hulk zu spät kam, verpassten damit auch bei ihrer dritten Olympia-Endspielteilnahme einen Triumph.

Die 86.162 Zuschauer hatten sich gerade erst gesetzt, da war bereits der erste Torjubel zu hören. Der brasilianische Rechtsverteidiger Rafael leistete sich einen schweren Abspielfehler, Javier Aquino stocherte den Ball zu Peralta, und der mexikanische Stürmer traf mit einem trockenen Flachschuss aus 14 Metern nach 29 Sekunden zur 1:0-Führung. Es war zugleich der schnellste Treffer, der in London 2012 erzielt wurde.

Die Seleção tat sich im Spielaufbau erstaunlich schwer und kam nur langsam in Tritt. Spielmacher Oscar vergab zwischen der 13. und 20. Minute gleich doppelt aus aussichtsreicher Position: Erst verfehlte der Spielmacher das gegnerische Gehäuse mit einem Kopfball knapp, dann parierte Mexikos Schlussmann José Corona seinen Drehschuss. Als sich Brasiliens Trainer Mano Menezes nach 32 Minuten entschloss, Torjäger Hulk für Alex Sandro in die Partie zu nehmen, wurden die Südamerikaner stärker.

Nachdem sowohl Marco Fabian als auch Aquino auf der Gegenseite mit Schüssen aus der Distanz nur knapp das Tor der Seleção verfehlt hatten, hätte Hulk fast für den Ausgleich gesorgt: In der 38. Minute feuerte der kraftvolle Stürmer einen Flatterball aus rund 35 Metern ab, den Corona nur mit großer Mühe entschärfen konnte. Da in der Folge auch gute Schussmöglichkeiten von Marcelo und Neymar knapp am mexikanischen Tor vorbeiflogen, blieb es bei der knappen Pausenführung der El Tri.

Nach dem Seitenwechsel investierte Brasilien noch mehr, um den Ausgleich zu erzwingen. Vor allem Jungstar Neymar wurde nun stärker und hätte drei Minuten nach dem Wiederanpfiff fast Grund zum Jubeln gehabt, als sein 22-Meter-Schuss um wenige Zentimeter über die Latte flog. Und auch in der 59. Minute setzte der 20-Jährige einen vielversprechenden Drehschuss im gegnerischen Strafraum zu hoch an.

Mexiko konzentrierte sich vermehrt auf die Defensivarbeit und versuchte, sporadisch mit Kontern für Nadelstiche bei den Brasilianern zu sorgen. Nach 64 Minuten hätte ein solcher fast zum 2:0 geführt: Fabian nutzte eine erneute Konzentrationsschwäche des Gegners aus, tauchte freistehend vor Keeper Gabriel auf, wurde zunächst geblockt und hatte dann im Nachsetzen Pech, als sein spektakulärer Fallrückzieher nur das Quergebälk traf. Zudem wurde ein weiterer Peralta-Treffer in der 68. Minute wegen Abseits nicht anerkannt.

Dies gab den Nordamerikanern plötzlich wieder den Mut, doch mehr für das eigene Spiel nach vorne zu tun. Nach 75 Minuten sollten sie dafür belohnt werden: Der völlig ungedeckte Peralta schraubte sich bei einer Freistoß-Hereingabe von Fabian in die Luft und drückte das Leder mit der Stirn wuchtig zum 2:0 ins gegnerische Netz.

In der Schlussphase warf Brasilien noch einmal alles nach vorne und kam durch Hulk, der ein Laufduell gegen Darvin Chavez gewann, um aus halbrechter Position einzuschieben, zwar noch zum Anschlusstreffer, doch für mehr reichte es aus Sicht der Seleção nicht mehr, weil Oscar in der letzten Minute aus zwei Metern freistehend über das mexikanische Tor köpfte.