Koo: "Wir haben Geschichte geschrieben"
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Als der Schlusspfiff im mächtigen Millennium Stadium von Cardiff ertönte, waren die Südkoreaner nicht mehr zu halten. Außer sich vor Freude ließen sie sich auf den Rasen fallen. Erstmals in der Historie des Olympischen Fussballturniers hatten die Taeguk Warriors eine Medaille gewonnen. Dank des 2:0-Erfolges gegen Japan darf Korea Republik mit Bronze im Gepäck nach Hause fliegen.

"Wir haben heute für Südkorea Geschichte geschrieben. Und wir haben gezeigt, dass der asiatische Fussball im internationalen Fussball immer stärker wird", sagte ein sichtlich zufriedener Koo Jacheol nach der Partie im Gespräch mit FIFA.com. Der 23-jährige Kapitän, der auf Vereinsebene das Trikot des deutschen Bundesligisten FC Augsburg trägt, hatte maßgeblichen Anteil am Sieg gegen die Japaner. Nicht nur, dass er sein Team mit einer starken Leistung vorantrieb. Er schoss nach 56 Minuten auch den zweiten Treffer und sorgte damit für die Vorentscheidung.

Selbstvertrauen als Erfolgsrezept
Während des gesamten Turniers in London 2012 präsentierte sich die Republik Korea in beeindruckender Weise. Man glänzte taktisch, bot ein schnelles und effektives Kurzpassspiel und hielt auch in der Defensivarbeit dank großer Laufbereitschaft und physischer Stärke ordentlich dagegen. Dass man einzig gegen Brasilien eine Niederlage (0:3 im Halbfinale) hinnehmen musste, spricht Bände. Für Koo ist das neue südkoreanische Erfolgsrezept eine klare Sache: "Unsere individuelle Qualität ist hoch. Dies hilft uns, auf diesem Level eine gute Rolle zu spielen und erhöht natürlich auch unser Selbstbewusstsein."

Gerade das war es, das in engen Spielsituation oft den Ausschlag zugunsten Südkoreas gab. Von einer früher häufig als zu zurückhaltend eingeschätzten Mentalität war nicht mehr viel zu spüren. Koo erklärte auf FIFA.com-Nachfrage: "Da ich ja zurzeit in Europa spiele, habe ich die Chance genutzt, dem Team hier in London 2012 zu sagen, dass wir uns keinesfalls hinter den Europäern verstecken müssen. Auch deshalb sind wir mit breiter Brust aufgetreten."

Fortschritte für Asien machen
Nun darf mit großer Zuversicht nach vorne geblickt werden. "Unsere historische Leistung hier bei diesem Olympischen Fussballturnier wird hoffentlich auch einigen weiteren südkoreanischen Spielern die Möglichkeit bieten, für europäische Klubs zu spielen", so Koo, für den das Duell mit den Japanern etwas ganz Besonderes war. "In Zukunft werden meiner Meinung nach sowohl der südkoreanische als auch der japanische Fussball noch stärker sein und Asien in großem Maße helfen, fussballerische Fortschritte zu machen."

Was kann man von den Südkoreanern also in den nächsten Jahren erwarten? Ist nach dem Gewinn der Olympischen Bronzemedaille 2012 sogar ein weiterer Schritt nach vorne denkbar? "Hinsichtlich Brasilien 2014 ist es schwer, jetzt schon etwas zu sagen", zeigte sich Koo dann letztlich doch ein wenig zögerlich. Nach einer kurzen Pause grinste er jedoch und fügte hinzu: "Aber eines ist klar: Wir sind zuversichtlich. Lassen wir uns überraschen, was passiert!"