Ein weiteres Olympisches Turnier für Salcedo
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Es gibt kaum eine Situation, die Hugo Salcedo bei einem Fussballturnier nicht erlebt hätte, sei es auf dem Rasen oder abseits davon. Trotzdem fühlte sich der 66-jährige U.S.-Amerikaner bei seiner Ankunft in Großbritannien anlässlich seiner Teilnahme am Olympischen Fussballturnier 2012 zutiefst bewegt und geehrt. Und das, obwohl es sich für ihn bereits um die fünfte Teilnahme an Olympia handelt.

"An bestimmte Dinge gewöhnt man sich einfach nie. Und das ist es ja, was sie zu etwas Besonderem macht. Es ist 40 Jahre her, dass ich das erste Mal bei Olympischen Spielen dabei war. Doch wenn ich wieder diesen Geist spüre, den der Sport an einen bestimmten Ort bringt, dann bewegt mich das einfach", berichtet Salcedo im Gespräch mit FIFA.com. Dabei bezieht er sich auf sein Olympia-Debüt 1972 in München, als er als Fussballspieler für das Nationalteam der USA antrat.

40 Jahre nach seiner Teilnahme als Sportler erlebt Salcedo die Olympischen Spiele 2012 in London als FIFA-Generalkoordinator und somit als Hauptverantwortlicher der FIFA für einen bestimmten Spielort. In seinem Fall ist dies das walisische Cardiff, in dessen Millennium Stadium insgesamt elf Begegnungen ausgetragen wurden, darunter das Spiel um die Bronzemedaille zwischen Korea Republik und Japan.

Doch auch dieser Aspekt – für die gesamte organisationstechnische Seite eines riesigen internationalen Wettbewerbs verantwortlich zu sein – ist für den U.S.-Amerikaner schon längst nichts Neues mehr. Schon kurz nach Beendigung seiner Spielerlaufbahn übernahm Hugo Salcedo bereits diverse Aufgaben abseits des Rasens. Dabei handelte es sich aber nicht lediglich um sportliche Verantwortungen, wie etwa als Trainer an diversen U.S.-Universitäten, sondern auch um Posten als Funktionär, wie etwa bei der FIFA, der damaligen USSF (United States Soccer Federation, dem U.S.-amerikanischen Fussballverband) und später bei der MLS (Major League Soccer).

1984 war Salcedo Mitglied des Organisationskomitees des Olympischen Fussballturniers von Los Angeles, und zwei Jahre später wurde er zum ersten Mal zum Generalkoordinator eines FIFA-Turniers ernannt. Dabei handelte es sich um keinen geringeren Wettbewerb als die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1986, die in seinem Geburtsland Mexiko ausgetragen wurde.

"Wenn ich innehalte und all diese Erfahrungen einmal in Relation setze, dann weiß ich, was für ein Glück ich habe, in einem solchen Bereich wie dem Fussball arbeiten zu können. Dieser Sport hat es mir möglich gemacht, solch besondere Augenblicke zu erleben und so viele Menschen und unterschiedliche Orte kennen zu lernen", erzählt Salcedo, während er seine Tätigkeiten in Cardiff mit einer enormen Gelassenheit ausübt, die alle seine Mitarbeiter beeindruckt. "Das ist das Gute daran, wenn man schon so viele Situationen erlebt hat. Es kann eigentlich keine bösen Überraschungen geben."

Das Olympische Fussballturnier von London ist bereits sage und schreibe der 22. FIFA-Wettbewerb, bei dem Hugo Salcedo zum Generalkoordinator ernannt wurde – die zweithöchste Zahl unter sämtlichen Vertretern der CONCACAF. Zu Salcedos Bilanz zählen dabei sieben FIFA Fussball-Weltmeisterschaften (Mexiko 1986, Italien 1990, USA 1994, Frankreich 1998, Korea/Japan 2002, Deutschland 2006 und Südafrika 2010) sowie drei Auflagen des Olympischen Fussballturniers (Barcelona 1992, Atlanta 1996, London 2012). "Es sind in der Tat schon sehr viele Jahre, in denen ich bei den großen Turnieren alle nur erdenklichen Situationen aus nächster Nähe erlebt habe", sinniert Salcedo. "Doch eines liegt mir besonders am Herzen: niemals die Fähigkeit zu verlieren, mich faszinieren zu lassen und dankbar dafür zu sein, bei einem solchen Turnier dabei sein zu dürfen – wieder einmal."