Ji Dongwon: "Es geht nicht nur um Bronze"
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Noch vor einiger Zeit galt es als fast undenkbar, dass zwei asiatische Mannschaften bei einem Olympischen Fussballturnier der Männer um eine Medaille spielen. Während der Olympischen Spiele von London war eines der beherrschenden Themen indes das hohe fussballerische Niveau der Teams aus Korea Republik und Japan, wie kein Geringerer als der Trainer der brasilianischen Seleção, Mano Menezes, gegenüber FIFA.com feststellte.

Ji Dongwon, eine der herausragenden Figuren der neuen südkoreanischen Spielergeneration, betonte im Interview gegenüber FIFA.com, welche Bedeutung der Gewinn der Bronzemedaille, die oftmals als Trostpreis betrachtet wird, für den südkoreanischen Fussball haben könnte, wenn sich seine Mannschaft im Spiel um Platz drei, das diesen Freitag in Cardiff ausgetragen wird, gegen den kontinentalen Widersacher aus Japan durchsetzen sollte.

"Ich war noch ein kleiner Junge, als Südkorea auf dem höchsten Niveau spielte und im Halbfinale der Weltmeisterschaft 2002 stand. Und mehr noch: Unser heutiger Trainer Hong Myungbo war damals Kapitän dieser Nationalhelden. Das hat mich unglaublich inspiriert", so der Angreifer vom FC Sunderland, der bislang einer der überragenden Akteure des Olympischen Fussballturniers war. "Wie allgemein bekannt ist, lautet das Motto dieser Olympischen Spiele 'Inspiriere eine Generation'. Wir haben derzeit den absoluten Höhepunkt in der Geschichte des Olympischen Fussballs unseres Landes erreicht. Meine Mannschaftskameraden und ich sind nun diejenigen, die die kommende Fussballergeneration des Landes inspirieren. Auch wenn wir das Finale von Wembley nicht erreicht haben, bin ich davon überzeugt, dass wir in Zukunft als Ansporn dienen können. Die Bronzemedaille wäre eine schöne Erinnerung, mit der wir viele südkoreanische Kinder inspirieren könnten."

Ji Dongwon betont zudem, dass diese Begegnung umso bedeutender ist, da es gegen einen alten Rivalen aus der gleichen Region geht. "Es geht nicht nur um die Bronzemedaille. Es ist ein entscheidender Moment für beide Länder. Ich stehe unter einem gewaltigen Druck. Die gesamte Mannschaft weiß um die Bedeutung dieser Medaille", so der 21-jährige Angreifer. "Südkorea und Japan waren gemeinsame Gastgeber der WM 2002, und wir respektieren gegenseitig den Fussball des anderen. Rivalität ist nicht mit Hass gleichzusetzen, sondern mit einem fairen und kampfbetonten Wettstreit. Wir werden unser Talent beweisen und auf dem Platz alles geben, um die Japaner zu besiegen. So zeigt man im Fussball, dass man den Gegner respektiert."

Der Spieler mit der Rückennummer neun ist zusammen mit seinen Mitspielern Park Chuyoung vom FC Arsenal, Ki Sungyeung von Celtic Glasgow und Koo Jacheol vom FC Augsburg einer der herausragenden Vertreter einer Generation, die ihren Ursprung in der konsequenten Verbesserung und kontinuierlichen Weiterentwicklung des südkoreanischen Fussballs hat. "Viele südkoreanische und japanische Spieler verdienen in Europa ihr Geld. Unsere Generation ist internationaler und globaler, was belegt, dass die ostasiatischen Länder die nötige Reife besitzen, um mit anderen Kontinenten mitzuhalten."