Peralta: "Wir können alle schlagen - auch Brasilien"
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Wer träumt nicht davon, ein Mal für sein Heimatland vollends im Rampenlicht zu stehen? Für Oribe Peralta ist genau dieser Moment jetzt gekommen. Der 28-Jährige gilt als einer der ganz großen Hoffnungsträger der mexikanischen Auswahl für das mit Spannung erwartete Endspiel des Olympischen Fussballturniers 2012 am Samstag im Londoner Wembley-Stadion gegen Brasilien. Auf diese Gelegenheit musste der Angreifer von Santos Laguna lange warten.

Vor der FIFA WM 2006™ verpasste Peralta den Sprung in den endgültigen Kader der El Tri nur knapp. Insgesamt kam er bislang auf zehn A-Länderspiele und schoss dabei zwei Tore. Seinen Torriecher stellte er vor allem bei den Panamerikanischen Spielen 2011 unter Beweis, als er mit sechs Treffern maßgeblichen Anteil an Mexikos Turniersieg hatte und zudem die Torjägerkanone gewann. Doch unvergessen könnte der trickreiche Instinktstürmer nun in London 2012 werden, sollte er als einer der drei über 23 Jahre alten Spieler im Team von Coach Luis Fernando dazu beitragen, dass man erstmals Olympisches Gold gewinnt.

Glaube an die Überraschung
"Für mich ist es unheimlich wichtig, im Trikot Mexikos zu spielen. Es ehrt mich, mein Land repräsentieren zu dürfen", erklärte Peralta im FIFA.com-Interview. Man merkt es ihm an. Mit purem Willen war er es, der die Nordamerikaner beim 3:1-Halbfinalsieg gegen Japan nach einem 0:1-Rückstand per spektakulärem Distanzschuss Mitte der zweiten Halbzeit in Führung brachte. Und auch in der Gruppenphase war die mexikanische Nummer neun ein Mann der wichtigen Treffer, als er mit seinem 1:0-Siegtreffer gegen die Schweiz dafür sorgte, dass man definitiv im Viertelfinale steht.

Nun aber steht die höchste Hürde bevor. Gegen die als Favorit gehandelte Seleção sind Peralta und Co. bereit, für die große Überraschung zu sorgen. "Das wäre eine große Ehre für Mexiko. Wir werden zweifellos alles geben, um das zu erreichen", so der Torjäger. "Unsere größte Qualität ist, dass wir niemals aufgeben. Wir sind sehr stark im Teamwork und können auch Brasilien schlagen." Mit Bestimmtheit fügte Peralta hinzu: "Wir können alle schlagen!"

Mit purer Entschlossenheit
Wenn man Mexikos bisherige Darbietungen bei dieser Auflage des Olympischen Fussballturniers näher betrachtet, weiß man, warum das Fernando-Ensemble durchaus in der Lage ist, Neymar und Co. ein Bein zu stellen. In jeder ihrer bislang fünf Partien steigerten sich die mexikanischen Spieler. Rechtzeitig ist aus dieser Zusammenstellung von Akteuren ein Kollektiv geworden, das nicht nur defensiv äußerst strukturiert und zweikampfstark auftritt, sondern auch in der Offensive dank großer Flexibilität und individueller Stärke sowohl durch das Zentrum, als auch über die Flügel für Gefahr sorgen kann. Bedenkt man zudem, dass die Mexikaner im Finale voraussichtlich jede Menge Unterstützung ihrer zahlreich angereisten, bunt bemalten Fans erhalten werden, sollte man sie keinesfalls unterschätzen.

"Wir arbeiten gemeinsam sehr hart, was dazu führt, dass wir als Team von Tag zu Tag besser werden und von Spiel zu Spiel stärkere Leistungen abliefern", sagte Peralta gegenüber FIFA.com. Sein simples Erfolgsrezept: "Je besser man trainiert, desto erfreulichere Resultate erzielt man." Der bislang meistens ein wenig im Schatten der großen Namen des mexikanischen Fussballs gestandene Angreifer wirkt dieser Tage strebsam und motiviert. Aber er wirkt auch entschlossen. Schließlich will er etwas Historisches für sein Heimatland schaffen. Und damit im besten Stürmer-Alter auch seinen ganz persönlichen Durchbruch auf globaler Bühne in den grün-weiß-roten Farben schaffen.