Oman jubelt und trifft nun auf Senegal
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Oman ging als Sieger aus der Playoff-Runde der Asien-Qualifikation zum Olympischen Fussballturnier der Männer 2012 in London hervor. Das Team setzte sich am Donnerstag im My-Dinh-Stadion in Hanoi mit 2:0 gegen Usbekistan durch. Nach diesem Sieg und einem 1:1-Unentschieden im Auftaktspiel gegen Syrien hatten die Westasiaten in der Playoff-Runde die Nase vorn und spielen nun gegen Senegal um den letzten Startplatz für das Olympische Fussballturnier. Das Playoff-Spiel findet am 23. April, einen Tag vor der Gruppenauslosung, im City of Coventry Stadium statt.

Oman musste das letzte Spiel gegen die Usbeken gewinnen, die selbst Paul Le Guen, der aus Frankreich stammende Trainer des Teams, im Vorfeld als Favoriten bezeichnete. Usbekistan hatte sich im Auftaktspiel mit 2:1 gegen Syrien durchgesetzt. In der Anfangsphase konnte keines der beiden Teams sich klare Torchancen erarbeiten. Nach einer Viertelstunde wurde Waleed Abdallah dann jedoch im gegnerischen Strafraum von den Beinen geholt. Torhüter Hussain Al Hadhri verwandelte den resultierenden Elfmeter und brachte Oman damit in Führung.

Kurz vor der Halbzeitpause bauten die Omaner die Führung dann noch aus, als Raed Ibrahim Saleh von der Seite in den Strafraum vorstieß und die Kugel am usbekischen Schlussmann Victor Mochalov vorbei im Netz versenkte. Nun warf die ehemalige Sowjetrepublik alles nach vorn, um zum erforderlichen Ausgleich zu kommen. Oman hielt dem Sturmlauf des Gegners in der zweiten Halbzeit jedoch stand und brachte den Sieg trotz einiger brenzliger Situationen gegen Spielende und trotz des Platzverweises von Eid Al Farsi in der 74. Minute über die Zeit. Damit darf das Team sich weiterhin Hoffnungen auf die Olympia-Teilnahme machen.

Der Sieg in der Playoff-Runde gab Le Guen noch weiteren Auftrieb, der die A-Nationalmannschaft des Landes bereits in die letzte Runde der Asien-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ geführt hatte. "Ich bin so stolz auf meine Spieler, und das Ergebnis war absolut verdient", so der ehemalige Trainer von Olympique Lyon und Kamerun. "Wir haben schon in der ersten Partie gut gespielt, aber dieses Spiel war schwieriger für uns, weil Usbekistan eine gute Mannschaft hat. Wir haben uns jedoch als mental überlegen erwiesen, und der 2:0-Sieg war eine tolle Leistung für uns."

Lobeshymnen auf Al Hadhri
Während des Qualifikationswettbewerbs konnte sich Al Hadhri in den Reihen Omans profilieren. Er erzielte auf dem Weg zum entscheidenden Spiel gegen Senegal insgesamt acht Treffer. Al Hadhri ist ein leichtfüßiger Spieler, der entweder als Stürmer oder im offensiven Mittelfeld eingesetzt werden kann und bereits seit 2009 in der A-Nationalmannschaft seines Landes zum Einsatz kommt. Das Interesse der Medien und Fussballfans erregte er jedoch erst durch seinen brillanten Auftritt in der Qualifikation für Olympia.

Seinen ersten Treffer erzielte Al Hadhri in der ersten Qualifikationsrunde gegen Tadschikistan, im Rückspiel steuerte er sogar einen Doppelpack zum 3:1-Erfolg bei. Insgesamt setzte sich Oman mit 7:2 gegen die Tadschiken durch. In der zweiten Runde ging man als Außenseiter in die Partie gegen die VR China. Aber Al Hadhri war auch hier wieder erfolgreich, und zwar im Hin- und Rückspiel insgesamt drei Mal. So führte er sein Team fast im Alleingang zum Erfolg.

Nachdem er im letzten Spiel der dritten Runde, einem 1:1-Unentschieden gegen Saudiarabien erneut einen Treffer verbuchen konnte und mit diesem Ergebnis die Teilnahme an der kontinentalen Playoff-Runde besiegelte, eröffnete der kleine Torjäger gegen Syrien erneut den Torreigen – dieses Mal per Elfmeter.

"Ich möchte Gott für diesen tollen Sieg danken", so der 21-Jährige nach dem Sieg gegen Usbekistan. "Wir haben im Auftaktspiel gegen Syrien gute Chancen vergeben, aber mit den zwei Treffern gegen die Usbeken haben wir Wiedergutmachung geleistet und sind London 2012 einen Schritt nähergekommen. Jetzt müssen wir uns auf die Partie gegen Senegal konzentrieren."

Usbeken lecken ihre Wunden
Die Niederlage gegen Oman war der zweite schwere Schlag, den die usbekische Auswahl mit Trainer Vadim Abramov hinnehmen musste. Im letzten Spiel der vorherigen Runde hatte man sich nach einem anfänglichen Zwei-Tore-Vorsprung nämlich noch mit 2:3 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate geschlagen geben müssen und damit die direkte Qualifikation verspielt. Der erfahrene Abramov erklärte hinterher, dass seine Mannschaft nach der Niederlage gegen die VAE in Taschkent mental angeschlagen gewesen sei.

"Wir haben so viele Fehler gemacht, obwohl wir zahlreiche Chancen herausgespielt haben, bevor wir den Elfmeter kassiert haben", erklärte er. "Das war nicht gerade unser Glückstag, aber die Ursache für diese Niederlage ist nicht im heutigen Spiel zu suchen. Sie ist auf unsere Niederlage gegen die VAE in Taschkent zurückzuführen, denn die Spieler konnten dieses knappe Vorbeischrammen an der Qualifikation noch nicht aus den Köpfen bekommen."