Ozeanische Teams träumen von London

Am Freitag beginnt in Neuseeland das ozeanische Qualifikationsturnier für das Männer-Fussballturnier bei den Olympischen Spielen London 2012. Die sieben teilnehmenden Teams bestreiten innerhalb von neun Tagen insgesamt 13 Spiele, um den Vertreter der ozeanischen Konföderation zu ermitteln.

Das siegreiche Team steht dann als 13. Olympia-Teilnehmer fest. Zur Vervollständigung des Starterfeldes fehlen dann lediglich noch zwei Vertreter der CONCACAF-Zone und der Sieger eines Playoffs zwischen einer afrikanischen und einer asiatischen Mannschaft.

Neuseeland der große Favorit
Die ozeanischen Teams wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Nach Abschluss der Gruppenphase folgt die Halbfinalrunde und dann am 24. März das entscheidende Finale. In der Gruppe A treten Amerikanisch-Samoa, Fidschi, die Salomon-Inseln und Vanuatu an. Gruppe B besteht aus Tonga, Gastgeber Neuseeland, und Papua-Neuguinea.

Neuseeland, das sich schon für die Spiele von Peking 2008 qualifiziert hatte, ist erneut der große Favorit. Die Verlegung des Turniers vom tropischen Fidschi ins deutlich kühlere Taupo dürfte dem Team zusätzlich entgegenkommen.

Für die Kleinstadt, im Zentrum der neuseeländischen Nordinsel auf halbem Weg zwischen Auckland und Wellington gelegen, ist es die bislang größte Fussballveranstaltung. Außerdem findet mit dem Turnier erstmals seit 1996 wieder eine Veranstaltung der OFC in Neuseeland außerhalb von Auckland statt.

"Kiwis" in der Favoritenrolle
Gastgeber Neuseeland gilt angesichts der bisherigen Erfolgsbilanz und der Stärke des aktuellen Kaders erneut als Favorit. Die meisten der 20 Spieler im Kader sind in Neuseeland aktiv, wobei einige Akteure über besondere Erfahrung verfügen.

So stehen mit Torhüter Jake Gleeson vom MLS-Team Portland Timbers und Mittelfeldspieler Marco Rojas von Melbourne Victory zwei Mitglieder der A-Nationalmannschaft im Team. Trainer Neil Emblen hat außerdem noch zwei Spieler im Kader, die bereits vor vier Jahren an der Olympia-Qualifikation teilgenommen hatten, nämlich Greg Draper vom walisischen Klub The New Saints und Verteidiger Ian Hogg von Auckland City.

"Wir erwarten von diesen Spielern, dass sie aufgrund ihrer im Profifussball, bei den Olympischen Spielen oder in der A-Nationalmannschaft gesammelten Erfahrungen bei diesem anspruchsvollen Turnier auf dem Feld und abseits davon eine Führungsrolle übernehmen", so Emblen über die vier genannten Akteure.

Viel steht auf dem Spiel
Aufgrund von Klubverpflichtungen stehen hingegen Kosta Barbarouses sowie die beiden WM-Teilnehmer von 2010, Tommy Smith und Chris Wood, nicht zur Verfügung. Weil in London drei Spieler über der Altersgrenze eingesetzt werden dürfen, sieht Emblen eine besondere Motivation für seine Schützlinge.

Er sagte: "Die Jungs wollen nicht nur dafür sorgen, dass Neuseeland bei den Olympischen Spielen dabei ist, sondern spielen auch um Plätze im Team, da sie wissen, dass es bei einer erfolgreichen Qualifikation noch deutliche Umstellungen geben wird."

Schärfster Rivale der Neuseeländer dürfte Papua-Neuguinea sein, zumal dort ein erfahrener Nationalcoach auf der Trainerbank sitzt: der langjährige australische Trainer Frank Farina leitet das Team, das gleich zum Auftakt auf Neuseeland trifft.

Farina hat einen Teil seiner Kindheit in Papua-Neuguinea verbracht. Er war von 1999 bis 2005 Nationaltrainer Australiens und führte das Team durch zwei ozeanische WM-Qualifikationsturniere. "Meine Kenntnisse und Erfahrungen mit den Teams in Ozeanien werden mir sicher sehr zugute kommen", so Farina. "Dieses Land verfügt über genügend Talent und die richtige Mentalität, um sich in der Region zu behaupten."

Ausgeglichenes Starterfeld
Gruppe A verspricht viel Spannung, da hier mit Fidschi, den Salomon-Inseln und Vanuatu drei Teams spielen, die sich in den vergangenen Jahren bei zahlreichen Turnieren auf kontinentaler Ebene bewährt haben. Das vierte Team der Gruppe ist Amerikanisch-Samoa, das bei derartigen Turnieren traditionell eine Außenseiterrolle einnimmt. Doch auch bei den Polynesiern herrscht nach den historischen Leistungen der A-Nationalmannschaft im November im Rahmen der WM-Qualifikation viel Optimismus.

Die Spieler der Salomon-Inseln genießen einen Ruf als technisch sehr starke und talentierte Akteure. Trainer Luke Eroi hat bereits angekündigt, dass sein Team einen entsprechend anspruchsvollen Fussball mit viel Ballbesitz spielen will. Auch für die Salomon-Inseln dürfte das Auftaktspiel gegen Fidschi bereits die Weichen stellen.

Die Vorbereitung auf Seiten Fidschis wurde allerdings durch die Überschwemmungen im Land stark beeinträchtigt. Vanuatu seinerseits tritt zum Auftakt mit gesundem Selbstvertrauen gegen Amerikanisch–Samoa an, in dessen Team sieben Mitglieder der Mannschaft stehen, die in der WM-Qualifikation für Brasilien 2014 in den letzten Monaten für Aufsehen sorgte.