Ein Streifzug durch die Olympia-Kader
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Die Namen der Spieler und Spielerinnen, die an den Olympischen Fussballturnieren 2008 in Peking teilnehmen werden, sind bereits bekannt. FIFA.com hat die Spielerlisten ganz genau unter die Lupe genommen, um einige interessante Informationen zu den Akteuren liefern zu können, die in Peking um die Medaillen kämpfen werden.

Jugend und Erfahrung
Die Auswahlmannschaften der Männer setzen sich hauptsächlich aus Spielern unter 23 Jahren zusammen, allerdings dürfen auch bis zu drei Verstärkungen integriert werden, die dieses Höchstalter bereits überschritten haben. Acht Teams haben diese Möglichkeit voll ausgeschöpft und drei Akteure über 23 nominiert, nur zwei haben überhaupt keinen Gebrauch davon gemacht: Japan und die Elfenbeinküste werden mit Mannschaften antreten, die ausschließlich aus U-23-Akteuren bestehen. Dabei haben die Afrikaner gleichzeitig die beiden jüngsten Spieler des Turniers der Männer in ihren Reihen: Christian Okoua (16 Jahre) und Antoine Ngossan (17).

Der Älteste von allen ist der U.S.-Amerikaner Brian McBride (36). Er verfügt gleichzeitig über die meiste Erfahrung auf internationaler Ebene, da er bereits an drei FIFA Fussball-Weltmeisterschaften teilgenommen hat (Frankreich 1998, Korea/Japan 2002 und Deutschland 2006). Außer ihm waren noch weitere 16 Akteure 2006 in Deutschland dabei, und der Chinese Li Weifeng hat bereits die Auflage von 2002 bestritten. Allerdings kann nur einer der 2008 in Peking vertretenen Spieler von sich behaupten, Weltmeister zu sein: Ronaldinho stieg im Jahre 2002 auf das Podium.

Der Brasilianer bestreitet hier sein zweites Olympisches Fussballturnier, nachdem er, genau wie der Australier Archie Thompson, bereits 2000 in Sydney dabei war. Dessen Landsmann Jade North, Kim Dong Jin aus der Korea Republik und der Argentinier Javier Mascherano haben bereits die Auflage von 2004 in Athen bestritten, allerdings konnte sich nur der Argentinier den Lorbeerkranz des Siegers aufsetzen.

Argentinien geht als Titelverteidiger ins Rennen und verfügt über einen Kader, für den ein Turniergewinn nichts Neues mehr ist. Schließlich befinden sich in den Reihen der Argentinier ganze neun Spieler, die mit der U-20-Auswahl ihres Landes bereits Weltmeister geworden sind. Lionel Messi, Sergio Agüero, Óscar Ustari und Ezequiel Garay holten sich 2005 in den Niederlanden den WM-Titel, 2007 in Kanada gelang dies noch einmal Agüero, Lautaro Acosta, Ever Banega, Ángel DiMaria, Federico Fazio und Sergio Romero.

Dass hier so viele illustre Gestalten vertreten sein können, ist zum größten Teil den Vereinen zu verdanken, die ihre eigenen Interessen unterordnen. Dabei stellt der niederländische Erstligist AZ Alkmaar mit sechs Spielern die meisten Akteure. Gleichzeitig ist die Eredivisie der Niederlande die Liga, aus der in Peking die meisten Spieler vertreten sind (28). Es folgen Italien mit 27 und England mit 23 Akteuren.

Die Weltelite ist dabei
Da es für das Turnier der Frauen keinerlei Altersbeschränkung gibt, bestreiten sieben Spielerinnen hier bereits die vierte Auflage des Turniers in Folge. Die Brasilianerinnen Formiga, Pretinha und Tania, die Deutschen Renate Lingor, Birgit Prinz und Kerstin Stegemann sowie die Schwedin Hanna Ljungberg waren seit der Geburtsstunde des Olympischen Fussballturniers der Frauen 1996 in Atlanta bei allen Auflagen dabei. Formiga und Prinz könnten außerdem in diesem Jahr die einzigen Spielerinnen werden, deren Name bei allen Olympischen Fussballturnieren der Geschichte auf der Torjägerliste steht - vorausgesetzt sie treffen auch in der VR China in Schwarze.

Obwohl die eben genannten Spielerinnen zweifellos die erfahrensten sind, ist keine von ihnen die Älteste in diesem Turnier. Das ist nämlich die Neuseeländerin Jenny Bindon, die mit ihren 35 Jahren doppelt so alt ist wie die jüngste Akteurin dieser Auflage: Die Chinesin Lou Jianhui vollendete im Mai gerade einmal das 17. Lebensjahr.

In den chinesischen Stadien werden wir alle drei Finalistinnen der Wahl zur FIFA Weltfussballerin des Jahres 2007 bewundern können: Marta, Birgit Prinz und Cristiane. Während die Deutsche sich schon zwei Mal die olympische Bronzemedaille sicherte (in Sydney und Athen), nahmen die Brasilianerinnen vor vier Jahren bereits Kurs auf Gold, mussten sich am Ende jedoch mit der Silbermedaille begnügen.