The Best FIFA Football Awards™

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Montag, 23. September 2019, Mailand

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Pochettino: "Ich möchte das Adrenalin nicht missen"

 Tottenham manger Mauricio Pochettino poses
© Getty Images

Es war kein leichter Saisonstart für den letztjährigen Finalisten der UEFA Champions League. Nach der schmerzhaften Niederlage gegen den FC Bayern München und einem mageren Unentschieden bei Olympiakos Piräus konnte Tottenham Hotspur nach dem klaren Sieg gegen Crvena Zvezda nun endlich wieder tief durchatmen. Jetzt müssen weitere Siege folgen, um zumindest das Vorjahresergebnis noch zu erreichen.

Das Erreichen des Endspiels 2019 brachte Trainer Mauricio Pochettino unter die drei Finalisten bei der Wahl des The Best – FIFA-Welttrainers 2019 zu zählen. Am Ende setzte sich hier, ebenso wie im Finale in Madrid, der Coach des gegnerischen Teams, Jürgen Klopp, durch.

Wir sprachen mit dem argentinischen Trainer über seine Bilanz des Jahres 2019, die nächsten Herausforderungen und fragten nach, ob ihn das Amt des argentinischen Nationaltrainers reizen würde.

Herr Pochettino, wie fällt Ihre Bilanz der vergangenen Saison aus, als Sie zu den Finalisten um die Auszeichnung The Best – FIFA-Welttrainer gehörten?
Es war ein wirklich spektakuläres Jahr, herausragend für die Ziele des Vereins. Der Weg war lang und am Ende stand das Erreichen des Finales in der UEFA Champions League. Es war ein toller Erfolg für den Verein, der dank der harten Arbeit vieler Menschen ermöglicht wurde: der Spieler, des Trainerstabs und zahlreicher anderer im Umfeld der Mannschaft. Ich empfand es als große Ehre, zu den drei Trainern in der Endauswahl zu gehören, auch wenn ich dort, wie gesagt, nur stellvertretend für die unermüdliche Arbeit so vieler anderer stand - der Trainer, der Betreuer und des Teams im Hintergrund, die alle Großartiges geleistet haben.

Was ist in Ihren Augen das wichtigste Mittel eines Trainers, um ein Team auf die Erfolgsstraße zu führen? Oft ist es ja so, dass mit Stars gespickte Mannschaften nicht automatisch erfolgreich sein, während umgekehrt ein Team ohne große Namen genau das schafft.
Ich glaube, es hat etwas mit der Persönlichkeit zu tun. Es sind dein Charakter, deine Führungsqualitäten, dein Charisma, deine natürliche Energie, die den Ausschlag geben. Ich glaube, das Geheimnis dahinter ist die Fähigkeit, Einfühlungsvermögen gegenüber den Spielern zu besitzen. Dann musst du dir auch den Respekt und die Anerkennung im Spiel verdienen. Es ist ein sehr komplexer Sport, in dem der Anführer dem Spieler stets die Richtung vorgeben muss. Er muss ihm dieses Vertrauen einimpfen, dass man erfolgreich sein wird, wenn man sich an die Marschrichtung hält. Danach streben wir schließlich alle: Wir möchten die Gewissheit haben, dass wir unsere Talente so gut wie möglich entwickeln und einsetzen.

Wer kann das Spiel besser genießen: der Spieler oder der Trainer?
(lacht) Ich meine, alles zu seiner Zeit. Als ich noch jünger war, war der Fussball das Wichtigste in meinem Leben, zusammen mit meiner Familie. Ich habe diese Phase meines Lebens sehr genossen, bis ich meine aktive Laufbahn beendete. Mein Leben als Trainer genieße ich aber ebenso sehr. Man sollte das Leben in vollen Zügen genießen, um sich später nicht vorwerfen zu müssen, dass man mehr hätte tun, mehr Spaß hätte haben sollen… Jede Phase hat ihre eigenen Besonderheiten und ich konnte das immer in vollen Zügen genießen. Nun stehe ich an der Seitenlinie, denn in meinem Alter bleibt einem nichts anderes übrig (lacht).

Mauricio Pochettino, manager of Tottenham Hotspur
© Getty Images

Sie sind ein argentinischer Trainer, der in Spanien sowohl als Spieler wie auch als Trainer große Erfolge feiern konnte. Jetzt arbeiten Sie im englischen Fussball. Was hat Ihnen die Premier League beigebracht?
Ich glaube, dass mich dieser Schritt persönlich, als Mensch, verändert hat. Ich hatte die Gelegenheit, eine andere Kultur zu entdecken, eine fremde Sprache zu erlernen. Ich konnte mich innerlich enorm weiterentwickeln.

Was den Fussball angeht, gibt es heute keine Grenzen mehr. Über die Kommunikationsmedien und die Sozialen Medien haben wir mittlerweile Zugriff auf den Fussball in aller Welt. Ich glaube, dass es die Kenntnisse bezüglich der Methodik und der Form immer schon gegeben hat, wichtig ist aber dann, dass man für die Eigenheiten und die Kultur, die man in einem anderen Land erlebt, offen ist. Man muss jeden Tag als eine Chance begreifen, sich zu verbessern und etwas Neues zu lernen – darauf müssen alle Sinne ausgerichtet sein. Das Wichtigste ereignet sich auf persönlicher Ebene. Man muss die Reife besitzen, unterschiedliche Erfahrungen erleben zu können.

Eine andere Frage: Würde es Sie reizen, wenn man Ihnen den Job als argentinischer Nationaltrainer anbieten würde?
Das eigene Land trägt man natürlich immer im Herzen. Andererseits muss schon der Zeitpunkt stimmen. Abgesehen davon, dass es reizvoll ist und eine große Motivation wäre, ist es jetzt doch der falsche Moment. Im Augenblick gefällt mir die tagtägliche Arbeit sehr, auf dem Platz mit meinem Trainerstab und meinen Spielern zu stehen, jede Woche oder alle drei Tage ein Spiel zu haben, das Adrenalin zu spüren, dass die ständigen Partien mit sich bringen … Es würde mir schwer fallen, nur einmal im Monat oder alle zwei Monate zu spielen … Ich weiß nicht, aber ich glaube, ich befinde mich in einer Phase meiner Karriere und meines Lebens, in der ich das Adrenalin, das ich alle drei Tage aufgrund der Spiele verspüre, nicht missen möchte.

Was ist Ihr Wunsch für diese Saison?
Es gibt viele Ziele und Träume. Einen Titel mit Tottenham zu holen, wäre unglaublich, ein Riesenerfolg für den Verein. Das ist auch mein Wunsch, mit meinem Verein einen Titel zu gewinnen.

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