The Best FIFA Football Awards™

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Montag, 23. September 2019, Mailand

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Lucy Bronze: Aus der Pizzeria an die Spitze

Lucy Bronze of Olympique Lyonnais in action
© Getty Images
  • Lucy Bronze erneut als The Best – FIFA-Weltfussballerin nominiert
  • Die Champions-League-Siegerin arbeitete früher bei einer Pizzakette
  • Der Star der englischen Nationalmannschaft sprach mit FIFA.com über ihren Aufstieg

Auf den ersten Blick scheint es, als hätte Lucy Bronze während ihrer gesamten Laufbahn zur Elite gehört.

Die Abwehrspielerin der englischen Nationalmannschaft spielt beim Starensemble Olympique Lyon und wurde zum zweiten Mal in Folge für die Auszeichnung als The Best – FIFA-Weltfussballerin nominiert. Bronze ist Champions-League-Siegerin und erfahrene Nationalspielerin. Sie repräsentierte ihr Land in der U-17, der U-20 und der A-Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften. Dabei ist sie gerade erst 26.

Erfolge

1 Titel in der UEFA Champions League der Frauen
3 englische Meistertitel
1 französischer Meistertitel
1 englischer Pokalsieg (FA Women‘s Cup)
1 dritter Platz bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft
2 Auszeichnungen als Fussballerin des Jahres in England (PFA Player of Year)
1 Auszeichnung als BBC Footballer of the Year

Tatsächlich ist Bronze aber nicht nur von Erfolg zu Erfolg geeilt. Es gab auch Zeiten ohne Erfolge und Titel. Nur zu gut erinnert sich die Engländerin beispielsweise noch an die schweren Zeiten, als sie wegen hartnäckiger Knieverletzungen fast zweieinhalb Jahre mit dem Fussball aussetzen und eines davon auf Krücken laufen musste.

Damals war sogar ein Karriereende Thema. Bronze studierte an der Universität und jobbte abends in einer Bar und bei Domino's Pizza. "Ich habe Bestellungen am Telefon aufgenommen, Pizza belegt, geschnitten und in die Kartons gepackt – alles eben", erinnert sich Bronze im Gespräch mit FIFA.com. "Ich war damals auf der Uni, lebte in einer WG mit sechs oder sieben anderen jungen Frauen. Jeden Abend habe ich Pizza mitgebracht und wir hockten zusammen.

Das war mein früheres Leben. Die Leute sehen, wo ich heute bin, und glauben vermutlich, ich hatte es immer einfach. Aber gerade zu Beginn meiner Laufbahn hatte ich im Gegenteil viele Probleme, speziell natürlich durch die schweren Knieverletzungen. Ich habe mehr als einmal darüber nachgedacht, die Fussballschuhe komplett an den Nagel zu hängen und mir einen regulären Job zu suchen", gesteht Bronze.

Aber sie sagt auch: "Gleichzeitig blicke ich auch mit Stolz auf diese Zeit zurück. Ich habe sehr gern bei Domino's gearbeitet, sehr gern in der Bar gearbeitet, bin sehr gern zur Uni gegangen und habe gelernt. Auf die Verletzungen hätte ich natürlich gern verzichtet, aber die Erfahrung, kämpfen zu müssen und normale Jobs zu haben, das hat mir sehr geholfen und mich geerdet.

Dadurch weiß ich zu schätzen, wie viel Glück ich habe. Ich meine, gerade im Moment sitze ich hier in Lyon in der Sonne und warte darauf, massiert zu werden. Wenn ich das mit damals vergleiche – früh aufstehen und ab ins Fitnessstudio zur Reha, dann zur Uni, dann abends zur Schicht bei Domino's – dann fühle ich mich heute richtiggehend faul! Manchmal denke ich echt, ich sollte mir einen Zweitjob suchen!"

Hätten Sie's gewusst?

Olympique Lyon hat nicht weniger als sechs Spielerinnen im Rennen um die Auszeichnung als The Best – FIFA-Weltfussballerin des Jahres. Das sind 60 Prozent aller Nominierten.

Heute mag es Bronze vergleichsweise einfach haben, aber sie hat sich ihre privilegierte Position hart erarbeitet. Der Aufstieg der Verteidigerin ist großem Einsatz und noch mehr Entschlossenheit zu verdanken. Jahrelang war sie als Rechtsverteidigerin umstritten. Heute gilt sie als eine der Weltbesten auf dieser neuralgischen Position.

Englands Trainer Phil Neville setzte unlängst noch einen drauf. Nachdem er Bronze zur seiner Spielführerin für ein Qualifikationsspiel für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft gemacht hatte, lobte er sie geradezu überschwänglich als "phänomenal". Für den ehemaligen Verteidiger von Manchester United und Everton steht fest: "Lucy könnte bei den Männern mitspielen. Sie bringt so viel Qualität mit."

Wenig überraschend reagiert die so Gelobte selbst darauf zurückhaltend, bescheiden, geerdet – und sogar mit Selbstkritik.

"Ich bin mit meinem Niveau definitiv noch nicht zufrieden", so Bronze. "Natürlich ist es immer schön, Pokale zu gewinnen, nette Worte über sich zu hören und für persönliche Auszeichnungen vorgeschlagen zu werden. Aber ich habe schon noch das Gefühl, dass ich sowohl Lyon als auch der Nationalmannschaft mehr – viel mehr – geben kann, und das ist dann auch mein unbedingtes Ziel.

Ich möchte mir nicht selbst auf die Schulter klopfen, so lange ich weiß, wie sehr ich mich noch verbessern kann."

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