The Best FIFA Football Awards™

Montag, 24. September 2018, London

The Best FIFA Football Awards™

Das Beste von Eden Hazard aus fünf Blickwinkeln

© Getty Images
  • Dritter Platz und Silberner Ball von adidas in Russland 2018
  • Nominiert als The Best FIFA-Weltfussballer 2018
  • Fünf Gründe für Hazards Aufstieg

Talent kennt kein Alter, aber soweit es Eden Hazard betrifft, zeigte es sich regelrecht ungeduldig. Mit 17 Jahren war er bereits belgischer Nationalspieler, mit 20 im Trikot von OSC Lille bester Spieler der Ligue 1. Für den Wunderknaben gab es nur eine Richtung, nämlich nach oben.

Hazard war immer schon ein Dribbelkünstler, der im höchsten Tempo Haken schlagen konnte wie ein Hase. Dass er nun seit einigen Jahren auch noch vermehrt Tore schießt, beförderte ihn noch einmal (sprichwörtlich ebenso wie buchstäblich) in eine andere Liga. Vor der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ galt Belgien auch seinetwegen als gar nicht mal so geheimer Geheimtipp. Und Hazard wurde den in ihn gesetzten Erwartungen gerecht.

Als Kapitän der "Roten Teufel" wurde er in Russland drei Mal zum Budweiser Man of the Match gewählt. Auch der dritte Platz für Belgien bei der Weltmeisterschaft 2018 war eine historische Bestleistung. Zehn Tage später fand sich Hazard auf der Liste der Kandidaten für den Titel als The Best FIFA-Weltfussballer 2018 wieder.

Bevor jedoch feststeht, ob Fans, Journalisten, Nationalmannschaftskapitäne und Nationalmannschaftstrainer ihn unter die drei Finalisten gewählt haben, beleuchtet FIFA.com den Spieler aus fünf Blickwinkeln, die seinen Aufstieg erklären. Führt ihn dieser Aufstieg bis ganz an die Spitze?

Überall zu Hause

Hazard hat die Fähigkeit, Spaß auf dem Platz zu haben, und diesen dann eins zu eins in Leistung umzumünzen. Je höher das Niveau, je mehr auf dem Spiel steht und je größer die Erwartungen sind, desto schwieriger lässt sich das gemeinhin bewerkstelligen. Aber Hazard liegt es im Blut. Er spielt im Grunde genommen immer noch so, wie er als Kind im elterlichen Garten spielte, wo er aus Spaß an der Freude seine Dribblings perfektionierte. Wer der Gegner war, spielte dabei eine allenfalls untergeordnete Rolle.

Selbstkritik

Für einen, der seit seinem 14 Lebensjahr damit konfrontiert war, ein Rohdiamant und mithin potenzieller Weltklassespieler zu sein, legt Hazard eine erstaunliche Fähigkeit zur Selbstkritik an den Tag. Auf die seltenen Spiele, in denen er abtaucht und kein Faktor ist, folgen oft Glanzleistungen. Denn Hazards unbekümmerte Art sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass er sich kontinuierlich hinterfragt. Bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ etwa konnte er seine Leistung nie abrufen und sagte anschließend: "Ich denke, ich hätte deutlich besser spielen können." Wie viel besser, das zeigte er dann vier Jahre später in Russland. Lohn: der Silberne Ball von adidas.

Veränderungen

Der 27-jährige Hazard war auf dem Platz nie der große Wortführer, berichtet sein jüngerer Bruder Thorgan. "Er lässt die Füße sprechen. Große Reden schwingen sollen andere", sagt er. Eden Hazard war Führungspersönlichkeit auf dem Platz, lange bevor er Führungspersönlichkeit in der Kabine wurde. Doch auch das änderte sich zur allgemeinen Zufriedenheit, als er Kapitän der belgischen Nationalmannschaft wurde. Ganz besonders freute sich darüber natürlich deren Trainer. "Er hat sich als echter Kapitän erwiesen, als wahrer Anführer, und er ist dabei doch immer er selbst geblieben", lobt Roberto Martinez.

Dribblings mit Hand und Fuß

Es mag tatsächlich größere Dribbelkünstler geben als Eden Hazard, aber kaum effektivere. Er ist der Meister der nützlichen Einzelaktionen. Eine seiner Spezialitäten sind schnelle Körpertäuschungen, bei denen er den Ball gar nicht berührt, der Gegenspieler aber genau deswegen ins Leere läuft. Zudem weiß Hazard immer, wann er was zu tun hat. Er kann jederzeit Tempo aufnehmen oder es (und damit auch seine Gegner) aus dem Spiel nehmen. Diese permanenten Rhythmuswechsel haben 2018 mehr als einen Abwehrspieler zermürbt.

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Reife und Verantwortungsbewusstsein

Hazard wirkt unbekümmert, weiß aber sehr wohl um die in ihn gesetzten Erwartungen und die damit einhergehende Verantwortung. So sagte er vor der Abreise nach Russland: "Dort wird sich zeigen, ob ich ein großer Spieler bin, ob ich mich zeige, wenn man mich braucht." Hazards Talent war immer offensichtlich. Jetzt zeigt er sich auch noch offensichtlich gereift. Und vielleicht wird er am 24. September in London ja für all das ausgezeichnet, was ihn auszeichnet.

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