The Best FIFA Football Awards™

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Montag, 23. September 2019, Mailand

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Pedros: "Der Spaß spielt eine zentrale Rolle"

Olympique Lyonnais coach Reynald Pedros looks on
© Getty Images
  • Reynald Pedros ist unter den drei Finalisten für die Auszeichnung The Best – FIFA-Welttrainer (F)
  • Er führte Olympique Lyon zum Double aus Meisterschaft und UEFA Champions League der Frauen
  • Gerechte Anerkennung für den Trainer, der so gerne gibt

Reynald Pedros hat mit Blick auf den Fussball eine besondere Gabe. Der ehemalige Nationalspieler (25 Einsätze, 4 Tore) galt immer als hochtalentiert und war unter anderem für den FC Nantes, Olympique Marseille und den SSC Neapel aktiv. Allerdings hat er sein Talent nicht nur während seiner von 1990 bis 2004 andauernden Spielerkarriere unter Beweis gestellt, sondern auch bei seinem ersten großen Engagement als Trainer.

Zu Beginn der Saison 2017/18 übernahm er das Ruder beim Frauenteam von Olympique Lyon und krönte das Jahr mit dem französischen Meistertitel und dem Gewinn der UEFA Champions League. Einzig im Finale des französischen Pokalwettbewerbs musste er sich mit dem Klub geschlagen geben. Dank dieser beeindruckenden Leistung schaffte er den Sprung unter die Finalisten für die Auszeichnung The Best – FIFA-Welttrainer – Frauen 2018.

Doch in seinem Fall hat das Wort "Gabe" noch eine andere Bedeutung. Pedros, der bereits als Spieler ausgesprochen uneigennützig war und zweimal zum besten Vorlagengeber der französischen Meisterschaft gewählt wurde (1994 und 1995) ist nämlich auch als Trainer jemand, der gern gibt. Sinnbildlich dafür stehen auch die Tränen, die er nach dem Halbfinal-Rückspiel der Champions League vergoss. Unter den Dingen, die er gern gibt und die ihn antreiben, sind Freude, Emotion und Unterhaltung.

Ich habe nicht gezögert. Trainer von Lyon zu sein, das bedeutet, mit einem Team auf sehr hohem Niveau zu arbeiten, um hoch gesteckte Ziele zu erreichen, dabei Spaß zu haben und Freude zu geben. Damit kommt alles zusammen, was ich am Fussball so liebe.

Reynald Pedros

Freude am Geben

Zur allgemeinen Überraschung wurde Reynald Pedros im Mai 2017 als Nachfolger von Gérard Prêcheur zum Trainer von Olympique Lyon ernannt. Nachdem er von 2009 bis 2012 beim FC Saint Pryvé-Saint Hilaire in der Amateurliga CFA erste Erfahrungen auf der Trainerbank gesammelt hatte, war er als Berater beim Fernsehen tätig gewesen, bis Jean-Michel Aulas anrief und ihn bat, erneut als Trainer aktiv zu werden.

"Ich habe nicht gezögert. Trainer von Lyon zu sein, das bedeutet, mit einem Team auf sehr hohem Niveau zu arbeiten, um hoch gesteckte Ziele zu erreichen, dabei Spaß zu haben und Freude zu geben. Damit kommt alles zusammen, was ich am Fussball so liebe", so Pedros am Mikrofon von FIFA.com. "Es war eine Herausforderung, all das unter einen Hut zu bringen, aber wir haben sie angenommen."

Das Vermächtnis des FC Nantes

In sein Konzept flossen auch die Dinge ein, mit denen er damals in den 1990er Jahren mit dem FC Nantes Erfolg hatte. Die Canaris spielten ihr berühmtes "Jeu à la Nantaise", ein von der französischen Presse ins Leben gerufener Begriff für das schnelle Kurzpassspiel des Klubs, das schön anzusehen war und gleichzeitig gute Ergebnisse brachte. "Das ist auf jeden Fall etwas, das wir – bei allen Unterschieden – auf unser Team zu übertragen versuchen", erklärt er und erinnert noch einmal dran, dass sein Assistent Charles Devineau ebenfalls bei Nantes ausgebildet wurde.

"Dabei möchte ich noch einmal betonen, dass der Spaß eine zentrale Rolle spielt – genau wie beim FCN", wird er nicht müde zu wiederholen. "Es geht darum, Spaß daran zu entwickeln, gemeinsam zu arbeiten, gemeinsam zu leiden und gemeinsam zu gewinnen."

Das Beste von Reynald Pedros

  • Das beste Erlebnis als Spieler? Der Titelgewinn mit dem FC Nantes im Jahr 1995
  • Das beste Erlebnis als Nationalspieler? Meine erste Nominierung für die Nationalelf anlässlich des Spiels Frankreich – Russland 1993

  • Ihr bestes Erlebnis im letzten Jahr? Die Amtsübernahme bei Olympique Lyon

  • Der beste Spieler, mit dem Sie je zusammengespielt haben? Japhet Ndoram

  • Der beste Trainer, den Sie je hatten? Jean-Claude Suaudeau

  • Der beste Klub, für den Sie je gespielt haben? FC Nantes

  • Der in Ihren Augen beste Spieler? Lionel Messi

Der Erfolg gibt ihm Recht

Die Ergebnisse und Leistungen seiner Mannschaft sprechen für sich. Mit ihrer unterhaltsamen Spielweise haben Pedros und seine Spielerinnen zwei neue Titel für Olympique eingeheimst – den französischen Meistertitel und die Champions League – und sind darüber hinaus ins Finale des französischen Pokalwettbewerbs eingezogen. Dort mussten sie gegen Paris Saint-Germain die einzige Niederlage der Saison hinnehmen (0:1).

"Durch den Sieg in der Champions League und den Meistertitel konnte er sich auszeichnen und all seine Qualitäten als Trainer zeigen", unterstreicht Camille Abily, die im letzten Jahr unter ihm gespielt hat, am Mikrofon von FIFA.com. "Er ist ein sehr gelassener und sehr offener Coach und es ist eine große Freude, ihn unter den Finalisten um die Auszeichnung zum besten Trainer zu sehen."

Alles geben

Nach diesem neuen Doppelerfolg hat Lyon nun in der französischen Meisterschaft zwölfmal in Folge den Titel geholt und zum fünften Mal die Champions League gewonnen (dreimal in Folge). Dennoch scheint der Erfolgshunger unstillbar zu sein.

"Meine Spielerinnen sind geborene Wettkämpferinnen. Sie lehnen sich nie entspannt zurück. Sie haben einfach keine Lust, Zweite zu werden. Sie haben einen Status, den sie aufrechterhalten möchten. Dafür geben sie alles", erklärt er. "Wir sind dazu da, sie auf ihrem Weg zu begleiten und unsere Erfahrung einzubringen, ohne alles verändern zu wollen. Wir wollten für Kontinuität sorgen und dem Team gleichzeitig unseren kleinen persönlichen Touch geben!"

Da Reynald Pedros ist wie er ist, kann er gar nicht genug geben. Doch möglicherweise ist jetzt an der Zeit, auch einmal zu nehmen, statt zu geben – die The-Best-Auszeichnung vielleicht?

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