The Best FIFA Football Awards™

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Montag, 23. September 2019, Mailand

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Messi: "Ein ganz besonderer Abend"

Lionel Messi poses with The Best FIFA Men's Player award. Michael Regan/FIFA via Getty Images
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© FIFA via Getty Images

Stehende Ovationen für #TheBest im "Teatro alla Scala". Lionel Messi erhält die Trophäe zum ersten Mal, wird von der FIFA jedoch bereits zum sechsten Mal als Weltfussballer des Jahres ausgezeichnet. Der 32-jährige argentinische Superstar setzte sich an diesem Abend in Mailand gegen seine Konkurrenten Cristiano Ronaldo und Virgil van Dijk durch. Im Interview mit der FIFA spricht er über seine Eindrücke von der Galaveranstaltung und analysiert die Saison.

Lionel, Sie haben schon viele Auszeichnungen erhalten, die The Best-Auszeichnung ist jedoch Premiere. Wie fühlt sich das an?

Ich freue mich sehr, diese Auszeichnung erhalten zu haben. Aber wie immer sage ich mir, dass individuelle Auszeichnungen zweitrangig sind. Die Hauptsache ist das Kollektiv. Das ist ein ganz besonderer Abend, weil ich das Glück habe, meine Frau und vor allem auch zwei meiner drei Söhne an meiner Seite zu haben. Diesen Moment mit ihnen gemeinsam genießen zu können, ist einzigartig.

Lassen wir die Auszeichnung einmal beiseite. Wie würden Sie die abgelaufene Saison beschreiben?

Sie war merkwürdig. Wir hatten aus mannschaftlicher Sicht ein super Jahr, und dann hat ein Spiel alles zunichtegemacht (Anm. d. Red.: die Niederlage gegen den FC Liverpool im Halbfinale der UEFA Champions League). Die Enttäuschung war so groß, dass wir der Liga keine Bedeutung mehr beigemessen haben und nicht gut vorbereitet in die Copa del Rey gegangen sind. Der Schlag war zu hart gewesen. Eine Partie war am Ende ausschlaggebend für eine Saison, die bis dahin perfekt gelaufen war. Wir waren so nah an einem weiteren Champions-League-Finale dran ... Jetzt hat das Jahr einen bitteren Nachgeschmack.

Bei der Auszeichnungszeremonie der UEFA sind wir kürzlich Zeuge einer sehr herzlichen Begegnung mit Cristiano Ronaldo geworden. Warum sind die Menschen überrascht, wenn sie die gute Beziehung zwischen Ihnen beiden sehen?

Das liegt an der großen Rivalität auf sportlicher Ebene. Sie ist in den letzten Jahren dadurch entstanden, dass einer für Barcelona und der andere für Madrid spielt. Und dann geht es natürlich um individuelle Auszeichnungen. Die Leute glauben, dass diese Rivalität über den Fussball hinausgeht, aber das stimmt nicht. Wir wollen beide das Beste für unsere Mannschaft erreichen. Und auf persönlicher Ebene sind wir beide Menschen, die gern gewinnen und keine Niederlagen akzeptieren. Daher kommt der Konkurrenzkampf zwischen uns. Wichtig ist, dass dieser Konkurrenzkampf nicht über das Spielfeld hinausgeht.

Zu Saisonbeginn gab es beim FC Barcelona einige neue Gesichter, zum Beispiel Ansu Fati. Wie bewerten Sie seine Entwicklung?

Er ist ein toller Spieler, und ich versuche, ihm zu helfen und seine Entwicklung zu begleiten. Er hat ein beeindruckendes Spielniveau und das Zeug zum großen Durchbruch. Aber aus meiner Sicht fände ich es auch gut, wenn man ihn langsam an die Sache heranführen würde, wie man es mit mir damals gemacht hat. Mit Ruhe, ohne Druck aufzubauen. Man darf nicht vergessen, dass er erst 16 Jahre alt ist. Ich hoffe, dass er weiterhin Spaß am Spiel hat und dass all der Wirbel, der um ihn veranstaltet wird, ihm nicht schadet. Er hat nämlich das Zeug, einer der Besten zu werden.

Wenn Sie ihn jetzt so sehen, bekommen Sie einen etwas anderen Blick darauf, wie Ronaldinho in Ihrer Anfangszeit mit Ihnen umgegangen ist ...

Ronaldinho und auch [Frank] Rijkaard, der damals Trainer war. Ich würde sagen, das gesamte Team. Alle haben mir auf die eine oder andere Weise geholfen. Vor allem der Trainer, der mich nicht eingesetzt hat, und ich musste das schweigend hinnehmen [lächelt]. Heute verstehe ich, dass es das Beste für mich war und werde ihm immer dankbar sein. Ich habe es ihm auch schon selbst gesagt: Es war ganz wichtig für mich, wie er damals mit mir umgegangen ist.

In der argentinischen Nationalmannschaft gibt es ebenfalls einen großen Umbruch. Gibt es einen Teamkameraden, der Sie besonders überrascht hat?

Überrascht nicht, weil ich sie alle schon kannte und weiß, wozu sie fähig sind. Ich sehe sie bei ihren Klubs und wusste daher schon, was für eine Generation da kommt. Überrascht haben sie mich allerdings aus menschlicher Sicht. Es gab viele Spieler, die ich nicht persönlich kannte, und es war sehr schön, gemeinsam mit ihnen eine Copa América zu bestreiten. Dort habe ich gesehen, dass sie nicht nur super Spieler sind, sondern auch tolle Menschen mit einer sehr gesunden Einstellung.

Lionel Scaloni wurde kürzlich im Amt des Nationaltrainers bestätigt. Wie würden Sie ihn charakterisieren?

Er ist ein Trainer mit klaren Vorstellungen, der einen guten Blick auf den Fussball hat und es vor allem versteht, seine Vorstellungen zu vermitteln. Man versteht sofort, was er will, er ist effektiv und ein guter Teamleiter. Ich glaube, es war absolut richtig, ihn weitermachen zu lassen und damit für die Ruhe zu sorgen, die die Nationalmannschaft braucht.

Könnten Sie sich in Zukunft genau wie Scaloni und Pablo Aimar eine Trainerlaufbahn vorstellen?

Tatsächlich habe ich schon immer gesagt, dass ich mir das nicht vorstellen kann. Ich sehe mich nicht als Trainer. Aber gut, man weiß ja nie. Wenn ich sie so sehe, denke ich wieder, dass ich gern mit jungen Leuten zusammen bin. Vielleicht wäre es schön zu versuchen, ihnen etwas beizubringen, sie auszubilden. Aber heute sehe ich mich nicht in dieser Position. Wie das in einigen Jahren sein wird, kann ich nicht sagen.

Argentina's striker Lionel Messi (R) celebrates with Argentina's coach Diego Maradona
© AFP

Im Zusammenhang mit Trainern möchten wir Sie fragen, wie Sie die Rückkehr von Diego Maradona in den argentinischen Fussball bewerten. Haben Sie das verfolgt?

Ja, habe ich. Natürlich freue ich mich sehr über seine Rückkehr, darüber, dass er wieder Trainer sein kann. Ich habe seine Ära als Nationaltrainer erlebt und habe das wirklich in vollen Zügen genossen. Jetzt mit Gimnasia [Gimnasia y Esgrima La Plata] sollte er es genauso angehen. Ich freue mich, dass er im argentinischen Fussball tätig ist, denn da gehört er meiner Meinung nach hin.

Und Sie? Würde es Sie reizen, am Ende Ihrer Karriere in Argentinien zu spielen?

Ja, das habe ich schon immer gesagt. Es ist mein Kindheitstraum, einmal im Trikot von Newell's [Newell's Old Boys] aufzulaufen. Aber ob sich das realisieren lässt, weiß ich nicht. Schließlich hängt das nicht nur von mir ab. Ich habe drei Kinder.

Dieses Jahr stehen die Liga, die Champions League und die Copa América an. Was hat für Lionel Messi Priorität?

Alle drei Wettbewerbe. Die Champions League haben wir seit vier Jahren nicht mehr gewonnen. Wir wollen unbedingt wieder den Titel holen. Aber uns ist bewusst, dass wir es nicht schaffen werden, wenn wir im Liga-Alltag nicht gut sind. Und dann die Copa América. Ich freue mich sehr darauf, nach so vielen Turnieren noch einmal den Versuch auf den Titelgewinn machen zu können. Diese Copa liegt mir sehr am Herzen.

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