The Best FIFA Football Awards™

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Montag, 23. September 2019, Mailand

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Bronze: "Noch bin ich nicht die Beste"

A montage of images of Lucy Bronze
  • Lucy Bronze war Finalistin um die Auszeichnung als The Best – FIFA-Weltfussballerin
  • Die Starspielerin von England und Olympique Lyon landete bei der Wahl auf Rang drei
  • Bronze: "Ich kann eine noch viel bessere Spielerin werden"

Lucy Bronze hat eine außergewöhnliche Saison 2018/19 hinter sich: Mit ihrem Club Olympique Lyon bejubelte sie das Tripel aus Meisterschaft, Pokal und Champions League, mit dem englischen Nationalteam erreichte sie das Halbfinale der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™, und sie gehörte zu den drei Finalistinnen um die Auszeichnung als The Best – FIFA-Weltfussballerin. Bei der Wahl im September in Mailand machte die energische Außenverteidigerin letztlich ihrem Nachnamen alle Ehre und musste sich hinter den beiden U.S.-Amerikanerinnen Megan Rapinoe und Alex Morgan mit dem Bronzerang zufriedengeben. Dafür feierte sie in der abgelaufenen Spielzeit sowohl auf Vereinsebene als auch im Nationalteam großartige Erfolge. Kein Wunder also, dass sie als eine von elf Stars in die erstmals gekürte FIFA/FIFPro World11 Frauen 2019 gewählt wurde.

In der aktuellen Saison warten neue Herausforderungen auf Lucy Bronze. Zwar sind die Three Lionesses als Gastgeber schon für die UEFA EURO 2021 qualifiziert, doch das mit Spannung erwartete Olympische Fussballturnier der Frauen Tokio 2020 wirft seine Schatten bereits voraus: Erst zum zweiten Mal in der Geschichte wird ein gesamtbritisches Team daran teilnehmen und Lucy Bronze hofft darauf, mit Großbritannien eine gute Rolle zu spielen. Daneben möchte die Außenverteidigerin ihre großartigen Erfolge auch auf Vereinsebene fortsetzen. Im Interview mit FIFA.com blickt die Starspielerin Englands auf ihre grandiose Saison 2018/19 und ihre herausragenden Leistungen bei der FIFA Frauen-WM 2019 in Frankreich zurück.

Lucy Bronze of England looks on 
© Getty Images

Lucy Bronze, Sie haben sich zur besten Außenverteidigerin der Welt entwickelt. Nun möchte Sie Ihr Nationalcoach Phil Neville im Mittelfeld einsetzen. Glauben Sie, dass Sie auch auf dieser Position die weltbeste Spielerin werden können?
Das glaube ich eher nicht. Es gibt so viele erstklassige Spielerinnen auf dieser Position und für mich kommt der Wechsel auch etwas spät in meiner Laufbahn. Doch ich freue mich auf diese neue Herausforderung. Ich denke, Phil Neville möchte mich zu einer besseren Spielerin machen. Da kann es schon helfen, im Mittelfeld aufzulaufen. Die Herausforderung ist dennoch groß und ich bin sehr gespannt darauf. Wenn ich mich dadurch als Spielerin verbessern kann, dann ist das alles, was für mich zählt.

Phil Neville hat immer wieder betont, dass Sie für ihn die beste Spielerin der Welt sind. Wie fühlt es sich an, ein solches Lob ausgesprochen zu bekommen?
Er sagt das ständig zu mir – im persönlichen Gespräch, in Textnachrichten oder am Telefon. Ich antworte dann: 'Ich bin noch nicht die Beste, ich habe mein bestes Niveau noch nicht erreicht.' Vielleicht werde ich diesen Gipfel nie erklimmen. Aber ich will mich auf jeden Fall weiterentwickeln. Ich glaube, ich kann eine viel bessere Spielerin werden – viel besser noch als die Lucy Bronze aus der letzten Saison.

Abgesehen davon ist es natürlich großartig, dass einer meiner Trainer – dazu noch mein Nationalcoach – so viel Vertrauen in mich und meine Spielweise setzt und überzeugt davon ist, dass ich dem Team helfen kann.

Alle drei Finalistinnen in der Kategorie The Best – FIFA-Weltfussballerin haben in ihrer Karriere bereits für Olympique Lyon gespielt. Weiterhin stehen vier der insgesamt zwölf Kandidatinnen aktuell bei Lyon unter Vertrag. Was ist das Besondere an diesem Klub, der die Besten scheinbar magisch anzieht?
Der Verein möchte einfach die besten Spielerinnen haben. Präsident Jean-Michel Aulas sucht das ganze Jahr über nach den herausragendsten Akteurinnen und möchte sie für den Verein gewinnen, damit der Klub weiter erfolgreich bleibt. Olympique Lyon ist schon seit langer Zeit das beste Team – wahrscheinlich weltweit.

In Europa gilt Lyon schon seit vielen Jahren als Nonplusultra. Der Verein hat unzählige Titel gewonnen. Das liegt daran, dass hier immer versucht wird, die besten Spielerinnen zu verpflichten. Diese wiederum wollen mit den Topstars zusammenspielen, die schon da sind. So setzt sich das Ganze ständig fort. Deshalb überrascht es nicht, dass so viele Gewinnerinnen des Ballon d’Or, Finalistinnen von The Best oder UEFA-Spielerinnen des Jahres irgendwann in ihrer Laufbahn für Olympique Lyon gespielt haben.

Was war für Sie bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™ der beste Moment?
Ich fand unser erstes Spiel – das Derby gegen Schottland – ziemlich eindrucksvoll. In Frankreich war ich zum zweiten Mal an einer WM dabei. Dabei weiß ich noch genau, wie aufgeregt ich bei meinem WM-Debüt vier Jahre zuvor war. Nun habe ich selbst beobachtet, mit welchem Lampenfieber einige Spielerinnen, die in Frankreich ihre erste WM bestritten, im Vorfeld der Partie zu kämpfen hatten. Dazu der ganze Trubel in unserem WM-Quartier vor dem Auftaktmatch. Alle warteten gespannt darauf, dass es endlich losgeht … All die harte Arbeit der letzten zwei, drei Jahre hat sich in diesem ersten Spiel letztlich ausgezahlt. Das war schon ein besonderer Moment für mich.

Trotz des guten Auftakts war zum zweiten Mal in Folge im Halbfinale Endstation. Hätten Sie persönlich auf dem Spielfeld gern etwas anders gemacht, um vielleicht doch ins Finale einzuziehen?
Für mich persönlich gibt es nichts an dieser Weltmeisterschaft, was ich bedauern würde. Es war meine zweite WM. Ich wusste, was Phil Neville mit mir vorhatte. Am härtesten war für mich, die gesamte Saison über so viele Spiele zu bestreiten und das hohe Niveau bis zum Ende aufrecht zu erhalten – Champions-League-Finale, französisches Pokalfinale, all die Ligaspiele, die Partien mit England und dann die WM. Das ist nicht spurlos an mir vorübergegangen. Aber ich habe absolut alles für diese sechs Wochen in Frankreich gegeben. Leider ist uns der ganz große Coup nicht gelungen. Nächstes Jahr werde ich es wieder versuchen. Und dann das Jahr darauf … so lange eben, bis England endlich einen Pokal in den Händen hält.

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