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Montag, 24. September 2018, London

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Allegri: 25 Jahre voller Entschlossenheit

© Getty Images

Massimiliano Allegri ist einer der drei Finalisten um die Auszeichnung The Best – FIFA-Welttrainer - Männer

  • Sein früherer Teamkamerad John Sivebaek sieht seine Entschlossenheit als entscheidenden Faktor

  • Beide spielten in den 1990er Jahren für Pescara, wo Allegri als kreativer Mittelfeldspieler glänzte

    Rund 300 Anhänger kamen im Juli 2014, um Massimiliano Allegri bei seiner Vertragsunterschrift bei Juventus Turin zu begrüßen, wo er den sehr beliebten Antonio Conte als Trainer ablöste. Es war allerdings nicht ganz das Willkommen, das er sich erhofft hatte.

    Einige eingefleischte Fans des Klubs sahen in ihm eine Fehlbesetzung, da er vom Erzrivalen AC Mailand kam. Der neue Trainer der Bianconeri allerdings hatte eine einfache Antwort auf diese Herausforderung: "Wie ich sie überzeugen will? Ganz einfach: Mit guten Ergebnissen, harter Arbeit, Respekt und Professionalität. Dann haben die Fans einen Grund, mich anzuerkennen."

    Drei Jahre später hat Allegri mit seinem Team drei Mal das Double aus Serie A und Coppa Italia gewonnen und zwei Mal das Finale in der UEFA Champions League erreicht. So stark war Juve in den letzten zwei Jahrzehnten in Europas Königsklasse nicht mehr gewesen. Die anfänglichen Zweifel hat Allegri somit erfolgreich ausgeräumt.

    Seine Entschlossenheit, aus jeder Situation das Optimale herauszuholen, ist indes kein neues Phänomen. Diese Eigenschaft zeichnete ihn bereits vor einem Vierteljahrhundert in seiner aktiven Zeit aus. "Er war in seiner Karriere sehr zielstrebig", erklärte Ex-Teamkamerad John Sivebaek, der 1992 bei Pescara in der höchsten italienischen Spielklasse an der Seite des kreativen Mittelfeldspielers agierte.

    "Wir waren damals noch jung, aber er war einer der wichtigsten Schlüsselspieler in unserem Team und unser Trainer Giovanni Galeone hielt sehr viel von ihm. Er war sehr stark, ein großartiger, kreativer Spieler. Wenn man beobachtet, wie er an der Seitenlinie agiert, dann wirkt er heute noch genau so entschlossen wie damals."

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    Einer der Besten

    Man kann so gut wie jeden Aspekt seiner Amtszeit in Turin betrachten und kommt stets zu dem Ergebnis, dass Allegri aktuell zu den besten seiner Zunft gehört. So hat er seit seinem Amtsantritt in Pflichtspielen eine beeindruckende Siegquote von 70 Prozent erreicht. 116 von 166 Spielen konnten seine Schützlinge gewinnen. In der Serie A hat Juve in den letzten drei Saisons jeweils eine Tordifferenz im Bereich von +50 erreicht.

    "Im Fussball bedeuten Ergebnisse alles", so der ehemalige dänische Nationalspieler und Europameister von 1992. "Wenn du gute Ergebnisse holst, bist du der König. Wenn nicht, wirst du gefeuert! Genau das konnte man ja gerade in München sehen. So ist es eben", meint Sivebaek mit Blick auf die Entlassung von Allegris Landsmann Carlo Ancelotti bei den Bayern.

    "Es war ganz sicher nicht leicht, Conte bei Juve zu beerben, doch er hat seine Sache sehr gut gemacht. Er hat bewiesen, dass er einer der besten Trainer ist", so Sivebaek

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    Evolution und Revolution


    Man könnte argumentieren, dass Allegri lediglich den erfolgreichen Kurs seines Vorgängers fortgesetzt habe. Schließlich hatte Juventus Turin auch in den drei Jahren zuvor unter dem ebenfalls als FIFA-Welttrainer nominierten Antonio Conte die italienische Meisterschaft beherrscht. Doch das wäre nicht angemessen.

    <p>Denn aus dem Champions-League-Finale 2015 gegen Barcelona standen zwei Jahre sp&auml;ter im Endspiel gegen Real Madrid nur noch drei Spieler im Kader, n&auml;mlich Gianluigi Buffon, Andrea Barzagli und Leonardo Bonucci. Allegri hat die Mannschaft, deren Mittelfeld mit Andrea Pirlo, Arturo Vidal, Claudio Marchisio und Paul Pogba unvergleichlich stark besetzt war, umfassend umgebaut. In der neuen, dynamischen 3-4-3-Formation ist Paulo Dybala das Kronjuwel.
    

    <p>F&uuml;r Sivebaek steht fest, dass der Trainer, der erstmals mit dem Aufstieg von Sassuolo in die Serie B f&uuml;r Aufsehen sorgte, ein goldenes H&auml;ndchen f&uuml;r Neuverpflichtungen hat und es schafft, in der Umkleide die vielen Egos unter einen Hut zu bringen.
    

    <p>"Die Vereine mit dem ganz gro&szlig;en Geld k&ouml;nnen zwar die besten Spieler kaufen, doch das bedeutet nicht unbedingt, dass sie dann auch am besten spielen. Man muss daf&uuml;r sorgen, dass die Spieler auch gut zusammenarbeiten, und das ist nicht immer leicht", so der ehemalige Verteidiger, der heute als Spielervermittler t&auml;tig ist. "Wenn man gut darin ist, dann bekommt man auch gute Ergebnisse &ndash; und es sieht so aus, als w&auml;re Allegri <em>sehr</em> gut darin."
    

    <p>Allegri setzt auf Spieler, die wie er selbst gern den Ball am Fu&szlig; haben und kreativ sind, ist Sivebaek &uuml;berzeugt. &nbsp;Spieler wie Riccardo Montolivo und Kak&aacute; beim AC Mailand und jetzt Pogba, Dybala und Miralem Pjanic bei der <em>Alten Dame</em> sind f&uuml;r den Erfolg von zentraler Bedeutung.
    

    <p>So mag Entschlossenheit zwar die treibende Kraft in der gesamten Karriere von Allegri auf beiden Seiten der wei&szlig;en Linie sein, doch auch die Liebe zum k&uuml;nstlerischen Flair aus seiner Spielzeit hilft ihm, sich auch als Trainer ganz oben zu halten. Wird ihm dies am 23. Oktober auch die Auszeichnung als The Best &ndash; FIFA-Welttrainer des Jahres bei den M&auml;nnern einbringen?
    

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