Nachhaltigkeit

FIFA-Auszeichnung für Vielfalt 2018 geht an die "Horn of Africa Development Initiative"

(FIFA.com)
  • Dritte FIFA-Auszeichnung für Vielfalt im Rahmen einer Antidiskriminierungs-Zeremonie in London vergeben
  • HODI stärkt heranwachsende Mädchen durch Fussball
  • FIFA-Auszeichnung für Vielfalt würdigt herausragende Organisationen, die sich für Vielfalt und gegen Diskriminierung einsetzen

Fussball ist eine globale Sportart, die Grenzen überwindet und uns alle zusammenbringen kann. Er vereint uns in der gemeinsamen Leidenschaft für das schönste aller Spiele. Doch auch heute noch gibt es in der Gesellschaft Spaltungen und Diskriminierung, die sich auf verschiedene Weisen zeigen können.

Die kenianische Horn of Africa Development Initiative (HODI) nutzt die Strahlkraft des Fussballs im Kampf gegen gesellschaftliche Barrieren. Dafür wurde der Initiative nun am Sonntag im Rahmen einer Zeremonie die FIFA-Auszeichnung für Vielfalt 2018 verliehen.

Die Veranstaltung wurde von der Sportjournalistin Amanda Davies moderiert und stellte zahlreiche Beispiele für Aktionen für Vielfalt und gegen Diskriminierung durch Fussball vor. Dazu waren Vertreter verschiedener Organisationen angereist, darunter auch die weiteren Finalisten im Rennen um die Auszeichnung, "John Moriarty Football" (Australien) und "Show Racism the Red Card" (UK).

Im Rahmen der Zeremonie hielt FIFA-Ratsmitglied Lydia Nsekera aus Burundi, die auch der Jury angehörte, eine Grundsatzrede. Zudem gab es eine Diskussion mit Di Cunningham von "Three Lions Pride and Proud Canaries", Piara Powar vom "Fare Network" und Federico Addiechi, der Leiter der FIFA-Abteilung für Nachhaltigkeit und Vielfalt. In der Diskussion ging es um Aspekte im Kampf gegen Vorurteile und um die Förderung der Vielfalt durch den Fussball.

Die FIFA-Legende und ehemalige kanadische Nationaltorhüterin Karina LeBlanc sprach ebenfalls auf der Bühne, bevor es zu einer Diskussion mit Vertretern der drei nominierten Organisationen kam: Noor Abdulkadir von HODI, Fiona Hekking von John Moriarty Football und Ged Grebby von Show Racism the Red Card. Dabei wurde die wertvolle Arbeit aller Organisationen im Kampf gegen Diskriminierung angemessen gewürdigt. Im Anschluss überreichte Nsekera die Auszeichnung an HODI.

"Das ist die dritte Auszeichnung für Vielfalt, die die FIFA organisiert hat und damit Organisationen und Individuen vorstellt, die für Vielfalt einstehen, sowie die Menschen zu Einheit, Solidarität und Gleichheit inspirieren. Der Fussball ist für alle da", sagte Nskarea. "Vielfalt ist eine prägende Eigenschaft dieses Sports. Sie ist einer der Hauptgründe dafür, warum der Fussball überall auf der Welt so sehr geliebt und gespielt wird. Wir haben die Verantwortung, sicherzustellen, dass dieser Sport als Werkzeug positiver gesellschaftlicher Veränderungen dient. Um Diskriminierungen zu bekämpfen, müssen wir voneinander lernen. Ich bin froh, dass ich heute hier bin und mich von Organisationen und Individuen inspirieren lassen kann, die Diskriminierungen jeder Form bekämpfen und täglich zu einer offenen und vielfältigen Gesellschaft beitragen."

Die FIFA-Auszeichnung für Vielfalt wurde 2016 eingeführt, um Organisationen, Gruppen oder Einzelpersonen zu würdigen, die sich auf besonders vorbildliche Weise für Vielfalt und gegen Diskriminierung im Fussball einsetzen.

Mit der Vergabe der Auszeichnung sollen andere inspiriert werden, sich ebenfalls zu engagieren und den Fussball zu nutzen, um gegen Vorurteile vorzugehen und die Integration zu fördern.

Die bisherigen Empfänger der FIFA-Auszeichnung für Vielfalt

2016: Slum Soccer (Indien)
2017: Soccer Without Borders (USA/Nicaragua/Uganda)
2018: Horn of Africa Development Initiative (Kenia)

In enger Zusammenarbeit mit den Schulen unterstützt HODI heranwachsende Mädchen, die das Schweigen um für sie wichtige Themen durchbrechen wollen. Zudem vermittelt die Organisation Lebenskompetenzen und schafft ein sicheres Umfeld, in dem sie lernen und Fussball spielen können.

Das Aushängeschild der Organisation ist das Programm "Shoot to Score", das junge Menschen davor bewahren soll, in ethnische Rivalitäten und Konflikte gezwungen zu werden, indem durch den Fussball ein sicheres Umfeld zum Erlernen einer gewaltfreien Einstellung geschaffen wird.

"Diese Auszeichnung ist eine wichtige Anerkennung und verleiht uns Flügel. Sie bedeutet, dass die Arbeit, die wir tun, wichtig ist und das gibt den jungen Frauen und Mädchen in Nord-Kenia das Selbstvertrauen, dass wir auf dem richtigen Weg sind - dass die FIFA und die Fussballgemeinschaft hinter uns stehen", so Abdulkadir. "Einige der Mädchen, die bei uns angefangen haben, durften nicht Fussball spielen. Jetzt können sie durch den Fussball für ihre Rechte einstehen und die geschlechtlichen Diskriminierungen, die sie erfahren, bekämpfen. Der Fussball hat ihnen Selbstvertrauen gegeben. Sie haben das Selbstvertrauen, sich gegen arrangierte Hochzeiten oder die weibliche Genitalverstümmelung in Nord-Kenia einzusetzen und dies zu melden. Wir versuchen, einen Wandel herbeizuführen."

"Diese Auszeichnung zeigt, dass es beim Fussball nicht nur um die Top-Ligen und Spitzenspieler geht - sondern auch um die Anerkennung von Breitensport-Organisationen, die den Fussball dazu nutzen, in abgelegenen Regionen der Welt neue Stars hervorzubringen."

HODI wurde von einer profilierten elfköpfigen Jury als diesjähriger Preisträger ausgewählt. Die Jury bestand aus Experten im Kampf gegen Diskriminierung sowie bekannten Persönlichkeiten aus der Welt des Fussballs, darunter Clarence Seedorf und Abby Wambach. Als diesjähriger Gewinner wird HODI in der Jury für die Vergabe der FIFA-Auszeichnung für Vielfalt 2019 vertreten sein.

Jury der FIFA-Auszeichnung für Vielfalt 2018

  • Ryan Atkin, englischer Schiedsrichter
  • Jefinho, brasilianischer Nationalspieler im Blindenfussball (5er-Teams)
  • Mary McVeigh Connor von Soccer without Borders - Gewinner der FIFA-Auszeichnung für Vielfalt 2017
  • Maria Sol Munoz, Mitglied des FIFA-Rates, Ecuador
  • Lydia Nsekera, Mitglied des FIFA-Rates, Burundi
  • Alexandra Haas Paciuc, Präsidentin von CONAPRED, Mexiko
  • Khalida Popal, FIFA-Legende, ehemaliger afghanischer Nationalspieler, Leiter des Programms für die afghanischen Frauen-Nationalmannschaft
  • Jaiyah Saelua, Mitglied der Fussball-Nationalmannschaft von Amerikanisch Samoa
  • Clarence Seedorf, FIFA-Legende, viermaliger Gewinner der UEFA Champions League und ehemaliger niederländischer Nationalspieler
  • Tokyo Sexwale, südafrikanischer Anti-Apartheid-Aktivist
  • Abby Wambach, FIFA-Frauen-Weltmeisterin, ehemalige U.S.-amerikanische Nationalspielerin

Eine vollständige Übersicht der Aktivitäten der FIFA im Bereich Vielfalt und Kampf gegen Diskriminierung finden Sie in den folgenden Dokumenten mit Hintergrundinformationen:

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