Die neue FIFA-Arbeitsgruppe gegen Rassismus und Diskriminierung unter dem Vorsitz von FIFA-Vizepräsident und CONCACAF-Präsident Jeffrey Webb hielt heute am FIFA-Sitz in Zürich ihre erste Sitzung ab. Schwerpunkt war die Anwendung von Sanktionen gegen rassistische und diskriminierende Handlungen. Dabei wurde vorgeschlagen, die in den FIFA-Reglementen bereits bestehenden Sanktionen weltweit strikter und einheitlicher anzuwenden.

Folgende Vorschläge der Arbeitsgruppe werden in einen Resolutionsentwurf integriert, der dem FIFA-Kongress Ende Mai auf Mauritius unterbreitet wird:

Erstens Einsatz eines Offiziellen im Stadion, der mögliche diskriminierende Handlungen erkennt und so Druck von den Schiedsrichtern nimmt und die Beweiserhebung erleichtert, da es für die Disziplinarkommission bisweilen schwierig ist, an Beweise für eine Verurteilung heranzukommen.

Zweitens Anwendung der Sanktionen in zwei Phasen, mit einer Liste der anwendbaren Sanktionen für ein erstes oder kleineres Vergehen (z. B. Verwarnung, Geldstrafe oder Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit) und einer Liste mit härteren Strafen für Wiederholungstäter oder für schwere Vergehen (z. B. Punktabzug, Ausschluss aus einem Wettbewerb oder Zwangsabstieg). 

Drittens stärkere Haftung der Mitgliedsverbände und Klubs für das Verhalten ihrer Spieler, Funktionäre und Fans. Die Arbeitsgruppe war sich einig, dass die bestehenden Sanktionen von allen Konföderationen, Mitgliedsverbänden und Ligen einheitlich angewandt werden müssen. Die Vereine und Mitgliedsverbände sollen nach Vorschlag der Arbeitsgruppe deshalb aufgefordert werden, einen konkreten Aktionsplan vorzulegen, der belegt, dass sie Rassismus und Diskriminierung unter ihren Fans effektiv bekämpfen wollen.

"Wir haben mit unserem Einfluss auf den Fussball und die Gesellschaft eine besondere Verantwortung", betonte Webb in seiner Eröffnungsrede. "Eine der Chancen dieser Arbeitsgruppe ist die enorme Reichweite in den 209 FIFA-Mitgliedsverbänden, so dass die Resolution in jeder Region und in jedem Land, wo Fussball gespielt wird, umgesetzt wird und die Mechanismen zur Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung weltweit gültig sind."

Die folgenden Persönlichkeiten nahmen an der heutigen Sitzung teil, die von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter eröffnet wurde: Jeffrey Webb (FIFA-Vizepräsident, CONCACAF-Präsident); Darren Bailey (Direktor für Fussballverwaltung und -regelung des englischen Fussballverbands), der bei dieser Sitzung Verbandspräsident David Bernstein vertrat; Yury Boychenko (Leiter der Abteilung zur Bekämpfung von Diskriminierung beim Hohen Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte), der den Hohen Kommissar für Menschenrechte, Navanethemi Pillay, vertrat; Serey Die (ivorischer Spieler des FC Basel); Giovanni Merlo (AIPS-Präsident); Marcel Mathier (abtretender Vorsitzender der FIFA-Disziplinarkommission); Osasu Obayiuwan (Mitherausgeber des Magazins NewAfrican); Piara Powar (Geschäftsführer von FARE); Theo van Seggelen (FIFPro-Generalsekretär); Claudio Sulser (neuer Vorsitzender der FIFA-Disziplinarkommission); Howard Webb (FIFA-Schiedsrichter); Véron Moseng-Omba (UEFA); Dr. Thomas Partl (UEFA). Die Spieler Jozy Altidore und Kevin-Prince Boateng standen für ihre Klubs im Einsatz und mussten sich deshalb für diese erste Sitzung entschuldigen.

Die Liste der Mitglieder ist nicht abschließend. Es können deshalb weitere Mitglieder in die Arbeitsgruppe berufen werden.