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Zahlreiche Topstars bei Yobos Abschiedsspiel

Joseph Yobo and team mates celebrate with the trophy after winning the 2013 Africa Cup of Nations
© Getty Images

Joseph Yobo gehörte mehr als 13 Jahre zum Stamm der nigerianischen Nationalmannschaft. Zu seinem Abschiedsspiel kamen am Freitag zahlreiche Stars, um mit ihm gemeinsam das Ende einer schillernden Karriere zu feiern, die in einem kleinen nigerianischen Dorf begann und mit einer Bilanz von 100 Einsätzen im nigerianischen Nationaltrikot, zehnPartien bei drei FIFA WM-Endrunden, sechs Endspielteilnahmen und einem Titelgewinn im den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal sowie mehr als 250 Einsätzen für den englischen Premier-League-Klub Everton FC endete.

Als der grundsolide Innenverteidiger der Super Eagles vor einigen Monaten seinen Abschied ankündigte, tat er dies inmitten von Offensivakteuren wie Jay Jay Okocha, Nwankwo Kanu und Victor Ikpeba, die ihm damit die Referenz erwiesen. Nun traten zahlreiche weitere nigerianische Stars und andere afrikanische Spitzenfussballer wie Samuel Eto'o, Sulley Muntari, Stephen Appiah und Lomana Lualua unter den Augen seines langjährigen Trainers bei Everton, David Moyes, in Port Harcourt zur Partie zwischen Yobo & Freunden und den Stars der Super Eagles an. Yobo selbst spielte jeweils eine Halbzeit in beiden Teams und trug sich in der Partie, die Nigeria mit 5:4 gewann, auch selbst in die Torschützenliste ein. FIFA.com blickt zurück auf seine lange Karriere.

Schneller Aufstieg
Schon früh wurde das Talent des 1980 in Kono im Süden Nigerias geborenen Yobo erkannt und er wurde bereits als Teenager vom belgischen Klub Standard Lüttich unter Vertrag genommen. Nachdem er als 20-Jähriger ein starkes Jahr in der ersten Mannschaft des Clubs absolviert hatte, wechselte er für ein Jahr zu Olympique Marseille, bevor er dann als erster Neuzugang unter Moyes zu Everton gelotst wurde. Der schottische Trainer hielt mit seiner Begeisterung für den jungen Nigerianer nicht hinter dem Berg. Er sagte: "Yobo ist möglicherweise der beste Spieler aus Nigeria. Ich bin sicher, dass er eines Tages Kapitän des Nationalteams wird. Schon bei der WM 2002 fiel er mir auf, weil er nahezu überall in Abwehr und Mittelfeld spielen kann. Besonders beeindruckend fand ich ihn in der Partie gegen England, insbesondere im direkten Duell mit Michael Owen.'"

An der Merseyside entfaltete Yobo dann nach und nach seine ganze Klasse. Er verhalf den Toffees 2005 zur Qualifikation für die UEFA Champions League, verpasste in der Saison 2006/07 keine einzige Spielminute, wurde 2007 der erste afrikanische Mannschaftskapitän des Teams und gehörte der Mannschaft an, die 2009 das FA-Cup-Finale erreichte. Als er nicht mehr regelmäßig eingesetzt wurde, wechselte er in die Türkei und schnürte vier Jahre lang die Stiefel bei Fenerbahçe Istanbul. Gleich in der ersten Saison konnte er dort den Gewinn der türkischen Meisterschaft bejubeln. 2014 kehrte er auf Leihbasis noch einmal kurz in die Premier League zurück und bestritt acht Partien für Norwich City.

Moyes sollte mit seiner Einschätzung Recht behalten, denn der Nigerianer bestritt nicht nur 22 WM-Qualifikationsspiele für die Super Eagles, sondern trug auch viele Male die Kapitänsbinde des Teams, mit dem er 2013 den dritten Titelgewinn beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal feiern konnte. Während des Turniers konnte er verletzungsbedingt nicht regelmäßig spielen. Trotzdem war stets klar, dass Yobo nach dem Finale den Pokal entgegennehmen würde.

Der Adler wird flügge
Seinen ersten Auftritt bei einem globalen Turnier hatte Yobo schon 1999. Damals bestritt er alle fünf Partien der Flying Eagles auf dem Weg ins Viertelfinale der FIFA U-20-Weltmeisterschaft, die das westafrikanische Land ausrichtete. Zwei Jahre später absolvierte er sein erstes A-Länderspiel, nämlich ein Qualifikationsspiel für den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal gegen Sambia, das mit einem 1:1-Unentschieden endete. Schon im nächsten Länderspiel schnupperte er ein wenig WM-Luft. Allerdings verlor er mit Nigeria in einem Qualifikationsspiel für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Korea/Japan 2002 mit 0:1 in Sierra Leone.

Dieses Spiel war der Auftakt einer schillernden internationalen Karriere, in deren Rahmen Yobo bei den drei FIFA WM-Endrunden 2002, 2010 und 2014 spielte. Den ersten WM-Sieg feierte er allerdings erst im achten Spiel, einem 1:0 gegen Bosnien-Herzegowina in der brasilianischen Stadt Cuiaba. In Brasilien gelang Nigeria erstmals seit 1998 wieder der Sprung aus der Gruppenphase. Das Viertelfinale gegen Frankreich war Yobos 100. Länderspiel – und gleichzeitig auch sein letztes.

Nach der 0:2-Niederlage kündigte er seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft mit folgenden Worten an: "Das war es jetzt. Ich kann voller Stolz auf meine Karriere zurück blicken. Ich hätte mich gern mit einem Erfolg verabschiedet. Die Niederlage gegen Frankreich war sicher kein perfekter Abschied, doch ich bin zufrieden mit all dem, was ich in der Nationalmannschaft geleistet habe. Jetzt ist es an der Zeit, neuen Spielern die Chance zum Durchbruch zu geben."

Yobo war der erste Nigerianer, der die magische Marke von 100 Länderspielen erreichte. Bis heute teilt er diesen Rekord einzig mit Torhüter Vincent Enyeama. Neben der Afrikameisterschaft 2013, die mit Nigerias drittem Titelgewinn endete, bestritt Yobo auch die Kontinentalmeisterschaften 2002, 2004, 2006, 2008 und 2010 und wurde dabei insgesamt vier Mal Turnierdritter.

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