FIFA Ballon d'Or

Yepes: "James kann Cristiano und Messi herausfordern"

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Kolumbien ist nach einem in fussballerischer Hinsicht traumhaften Jahr 2014 in freudiger Aufruhr. Zunächst schon wegen des brillanten Auftritts der Nationalmannschaft bei der letzten FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™, dazu kam noch die Auszeichnung von James Rodriguez mit dem adidas Goldenen Ball als bester Torschütze. Nun sorgt seit der Bekanntgabe der 23 Kandidaten die durchaus denkbare Möglichkeit für Freude, dass der heute für Real Madrid spielende Akteur ein ernsthafter Anwärter auf den FIFA Ballon d’Or sein könnte.

Mario Yepes, seit 2011 Kapitän der Cafeteros und kolumbianischer Nationalspieler mit den zweitmeisten Länderspieleinsätzen, zeigt sich ebenfalls begeistert darüber, was die Gala am 12. Januar 2015 im Zürcher Kongresshaus für James und den kolumbianischen Fussball bedeuten könnte.

"Ob James gegen Cristiano Ronaldo oder Messi Chancen auf den Ballon d’Or hat? Dank seiner Leistung bei der WM hat er sicherlich die Möglichkeit, sie herauszufordern", sagt der erfahrene Innenverteidiger im Gespräch mit FIFA.com. "Seine Leistung in Brasilien war sehr stark. Er wurde Torschützenkönig, spielte eine großartige WM und beweist gerade, dass sein Wechsel zu Real Madrid kein Zufall war. Er ist ein Junge, der noch weit kommen kann. Hoffentlich kann er ihnen den Preis streitig machen - warum nicht?"

Rodriguez gab im Oktober 2011 in der Anfangsphase der Südamerika-Qualifikation für Brasilien 2014 sein Debüt in der Nationalelf. Er brillierte bei einem historischen Sieg der Kolumbianer in La Paz gegen Bolivien. Yepes konnte in jener Partie aufgrund muskulärer Probleme nicht mitwirken, doch von da an kam er öfter in den Genuss, den jungen Zehner aus nächster Nähe erleben zu können.

Beeindruckende Spielübersicht und Beweglichkeit"Es ist ein Kerlchen mit einer beeindruckenden Spielübersicht und Beweglichkeit. Und er hat eine Ruhe, dass es aussieht, als ob er in einem anderen Rhythmus spielen würde - aber das ist seine Spielweise. Wenn der Ball zu ihm kommt, weiß er schon früher als alle anderen, was er machen wird. Im Fussball macht das einen großen Unterschied aus. In diesem Fall und auf der Position, auf der er spielt, ist das sehr wichtig. Er weiß schon früher als ein normaler Spieler, was er machen wird."

Nach 20 Jahren als Profi, 13 davon in Europa, verfügt Yepes durchaus über die Fachkenntnis, um Rodriguez mit seinen zwei berühmtesten Konkurrenten um den FIFA Ballon d’Or zu vergleichen. "Diese beiden sind Monster, zwei Phänomene. Aber sie haben unterschiedliche Eigenschaften und spielen auf anderen Positionen. Sie sind eher Torjäger und gefährlicher im Eins-gegen-Eins. Sie sind stark am Ball, machen den Unterschied aus und erzielen in jeder Saison viele Tore. Aber James hat diese Zeit, von der ich spreche, und ist in dieser Hinsicht anders als sie."

Was würde also Yepes machen? Rodriguez den Preis geben? "Ich würde ihn wählen! Wenn ich die Möglichkeit dazu bekomme, würde ich das tun", sagt der 38-Jährige, der seit der WM nicht mehr berufen wurde und vor einigen Wochen bei San Lorenzo de Almagro unterschrieb, ohne zu zögern.

Weitaus größere Zweifel hat er daran, dass in diesen Zeiten ein Verteidiger ernsthafte Chancen haben könnte, mit dem Ballon d’Or ausgezeichnet zu werden: "Das könnte schwierig werden! (lacht) Gegen Spieler, die 60 Tore pro Jahr machen, ist das sehr schwer."

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