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Yendrick Ruiz – Idol auf dem Spielfeld und abseits davon

© imago
  • FEDEFUTBOL und Recrearte haben einen Fussballplatz in Costa Rica saniert
  • Das Ziel: Nachwuchsförderung
  • Der Costa-Ricaner Ruiz dazu: "Träumen und kämpfen, um die Träume Realität werden zu lassen"

Es gibt wohl keinen Zweifel daran, dass es für Yendrick Ruiz derzeit gut läuft. Der costa-ricanische Torjäger wechselte kürzlich nach einem hervorragenden Jahr 2018, in dem er das Apertura-Turnier und die CONCACAF League gewonnen hatte und bei Letzterer in der Torjägerliste ganz oben gelandet war, von CS Herediano zum bolivianischen Klub Oriente Petrolero.

Doch der Bruder von Bryan Ruiz, Mannschaftskapitän der costa-ricanischen Nationalmannschaft, zeigt seine Tugenden nicht nur auf dem Platz. Auch abseits davon ist er engagiert und nimmt sich Zeit für die gute Sache.

Kurz bevor er sich nach Bolivien auf den Weg machte, fand er in seinem Terminkalender noch Platz für eine Veranstaltung des costa-ricanischen Fussballverbands (FEDEFUTBOL) in seinem Heimatkanton in Alajuelita. Dort nahm er an der Einweihung eines Fussballplatzes für Mädchen und Jungen aus dem Stadtviertel Los Geranios teil.

"Das ist ein sehr schönes Projekt. Vor allem geht es darum, Fussballplätze zu sanieren, damit die Kinder in einkommensschwachen Gegenden einen Ort haben, an dem sie Sport treiben können."

Seit einiger Zeit ziehen der FEDEFUTBOL und die Organisation Recrearte an einem Strang, um die Jüngsten der Gesellschaft in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Die Grundlage bildet deren Fussball-Leidenschaft. Doch es war ein steiniger Weg bis zur Einweihung des zweiten Fussballplatzes in Alajuelita, nachdem man zwei Jahre zuvor in Tejarcillos das erste Einweihungsband durchschnitten hatte.

Um die erforderlichen Mittel zu beschaffen, mussten Golfturniere und Halbmarathons organisiert, eigene Ressourcen investiert und Gespräche mit unterschiedlichen Sponsoren geführt werden, die an das Projekt glaubten. Schließlich war das Ziel erreicht.

"Wir arbeiten bereits seit zehn Jahren für die Kinder und Jugendlichen in Alajuelita. Dieser Fussballplatz verkörpert unseren Einsatz dafür, das volle Potenzial des Fussballs allen zugänglich zu machen, um einen Wandel im Leben der einzelnen Personen und in den Gemeinschaften herbeizuführen, in denen die Sportart praktiziert wird", so Ana Cristina Araya von Recrearte anlässlich der Einweihung des Platzes.

Yendrick Ruiz kann dem nur zustimmen: Der Beitrag des Fussballs geht weit über das Geschehen auf dem Platz hinaus. "Wir wissen, dass der Sport die Kinder von Drogen fernhält. Was hier in Alajuelita passiert, ist ganz wichtig. Dadurch wird die Aufmerksamkeit der Kinder auf andere, gesundheitsfördernde Dinge wie den Sport gelenkt. All dies ist sehr wichtig für den Kanton und sein Umfeld."

"Als ich ein Kind war, gab es diese Möglichkeit nicht, die sich den Kindern jetzt bietet. Solche Plätze, auf denen man Fussball spielen konnte, waren einfach nicht vorhanden. Es ist schön, an solchen Aktivitäten teilnehmen zu können, denn in dem Alter hatte ich diese Möglichkeiten nicht, aber jetzt kann ich die Freude der Kinder sehen, denen endlich ein solcher Platz zur Verfügung steht."

Yendrick Ruiz im Kurzprofil

  • Geboren am 12. April 1987 in Alajuelita (Costa Rica)
  • Ausgebildet bei Alajuelense, seine Profikarriere startete er jedoch beim Rivalen Herediano
  • Torgefährlicher Stürmer, in der Regel für den Abschluss zuständig. In jüngster Zeit hat Trainer Gustavo Matosas ihn jedoch auch für kreativere Aufgaben eingesetzt, und zwar just auf der Position seines Bruders Bryan.
  • Im Dezember erreichte er in der ersten Liga seines Heimatlandes die 100-Tore-Marke.
  • Im Ausland war er bei Pune City in Indien sowie beim FC Chiangmai in Thailand aktiv.

Vorbild für zukünftige Generationen

Seine Anwesenheit an der Seite von FEDEFUTBOL-Präsident Rodolfo Villalobos, Nationaltrainer Gustavo Matosas sowie von weiteren Spielern begeisterte die anwesenden Kinder und Jugendlichen, die diesen neuen Sportplatz nun nutzen können.

"Mir macht es große Freude, wenn ein Junge auf mich zukommt und mir sagt, dass er eines Tages sein möchte wie ich. Das motiviert mich dazu, auch weiterhin jeden Tag auf dem Platz und im Leben alles zu geben, denn damit geht eine Verpflichtung einher, die sich nicht auf das Spielfeld beschränkt."

Für alle Kinder hält er eine klare Botschaft parat: "Sie sollen träumen, und wer diesen Traum hat, sollte alles geben, um ihn wahr zu machen. Ich hatte den Traum als Kind und habe alles daran gesetzt, ihn zu verwirklichen. Sie sollen an Gott glauben und hart arbeiten."

Der inzwischen 31-Jährige erlebt gerade eine Hochphase und träumt weiter. "Meine Karriere durchläuft gerade eine gute Phase, und ich möchte sie weiter vorantreiben. Jeder träumt von der Nationalmannschaft. Jedes Mal, wenn du nominiert wirst, das Nationaltrikot überstreifst und das Wappen deines Landes auf der Brust trägst, erfüllt dich das mit Stolz." Ob es dem großherzigen Spieler wohl gelingt, zu einem Leistungsträger seiner Nationalmannschaft zu werden? Bis es soweit ist, wird er weiterhin versuchen, Menschen glücklich zu machen und die Welt zu verbessern.

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