Im Statistik-Rückblick von FIFA.com stehen dieses Mal Zahlen aus den jüngsten WM-Qualifikationsspielen im Mittelpunkt. Besondere Aufmerksamkeit verdienen dabei die Leistungen von Robbie Keane, Asamoah Gyan und Lucas Neill. Dänemark und Frankreich erlebten unterdessen bittere Pleiten.

126 Länderspiel-Einsätze machen Robbie Keane zum Rekordnationalspieler der Republik Irland. Den beeindruckenden Rekord holte sich der Stürmer von Los Angeles Galaxy am vergangenen Freitag - 15 Jahre nach seinem ersten A-Länderspiel im Alter von 17 Jahren. Er zog damit am bisherigen Rekordhalter und langjährigen Teamkameraden Shay Given vorbei. Keane feierte den Rekord standesgemäß mit einem Hattrick gegen die Färöer. Es war der zweite Hattrick seiner internationalen Karriere. Damit baute Keane auch seinen Vorsprung als Rekordtorschütze der irischen Nationalmannschaft weiter aus. Der 32-jährige hat jetzt 59 Länderspieltore auf dem Konto, mehr als internationale Legenden wie Gabriel Batistuta, Thierry Henry und Romario. Keane liegt mit seiner Ausbeute auf Platz fünf der besten europäischen Torjäger aller Zeiten. Vor ihm rangieren nur Miroslav Klose (67), Gerd Müller (68), Sandor Kocsis (75) und Ferenc Puskas (84).

34 Länderspieltore machen Asamoah Gyan zum erfolgreichsten Torjäger Ghanas. Der erst 27-Jährige traf beim wichtigen 2:1-Sieg der Ghanaer gegen Sudan am Wochenende gleich zwei Mal und zog damit am legendären Abedi Pele vorbei, der mit 33 Treffern eineinhalb Jahrzehnte lang den Rekord gehalten hatte. Gyan hatte gleich zu Beginn seiner Karriere einen Rekord aufgestellt, als er 2006 im Alter von 17 Jahren und 353 Tagen bei seinem Debüt in der Nationalmannschaft ein Tor erzielte und damit zum jüngsten Torschützen Ghanas wurde. Als nächstes kann der Stürmer den Rekord für die meisten Einsätze im Nationalteam ins Visier nehmen, den derzeit Torhüter Richard Kingson hält. Gyan hat bereits 72 Einsätze absolviert und braucht nur noch 19, um seinen früheren Nationalmannschaftskameraden zu übertreffen.

16 Jahre und 245 Tage nach seinem Debüt am 9. Oktober 1996 hat der Australier Lucas Neill sein erstes Tor für die Nationalmannschaft erzielt. Der 35-jährige Verteidiger stellte im WM-Qualifikationsspiel gegen Jordanien sechs Minuten vor Schluss den 4:0-Endstand für Australien her, das damit einen wichtigen Schritt in Richtung Brasilien 2014 machte. Zuvor hatte er in 90 Länderspielen kein einziges Mal getroffen. Die Australier feierten ihren höchsten Pflichtspielsieg seit über zwei Jahren. Beim AFC Asien-Pokal 2011 hatten sie sich mit 6:0 gegen Usbekistan durchgesetzt. Entsprechend groß war die Begeisterung bei den 43.875 Zuschauern im Docklands Stadium in Melbourne. Neill sorgte mit seinem ersten Länderspieltor zwar für Schlagzeilen, doch der beste Spieler der Partie war Robbie Kruse, der zwei Torvorlagen lieferte und einen Treffer erzielte.

5 Niederlagen in elf Spielen bedeuten für Didier Deschamps den schlechtesten Start, den je ein französischer Nationaltrainer erlebt hat. Das 0:3 gegen Brasilien im Freundschaftsspiel am Sonntag war insgesamt die siebte Niederlage der Bleus in den letzten 13 Spielen. Die vorangegangenen sieben Niederlagen der Franzosen hatten sich auf 43 Partien verteilt. Die Schützlinge von Deschamps blieben zum neunten Mal in Folge nicht ohne Gegentor und mussten zum ersten Mal seit über fünf Jahren drei Tore in einer Partie hinnehmen. Auch vor dem gegnerischen Tor läuft es nicht rund: In den bisherigen elf Spielen unter dem neuen Trainer erzielten die Franzosen lediglich elf Tore. Noch weniger Treffer hatte es nur von 1964 bis 1966 gegeben, als die Bleus unter Henri Guerin sogar nur zehn Tore in elf Spielen schafften. Mit der Niederlage gegen Brasilien ging für die Franzosen zudem eine ungeschlagene Serie gegen die Südamerikaner zu Ende, die seit sechs Spielen in 21 Jahren Bestand hatte. Zudem hatte die Seleção in den drei vorangegangenen Partien gegen die Bleus keinen einzigen Treffer erzielt.

4 Gegentore durch Armenien ohne eigenen Treffer bedeuteten für Dänemark am Mittwoch die höchste Niederlage seit 26 Jahren. Die katastrophale Heimniederlage war für Dänemark die höchste Pleite seit der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Mexiko 1986™, als sie im Achtelfinale gegen Spanien mit 1:5 unterlagen. Trotzdem bezeichnete Dänemarks Nationaltrainer Morten Olsen – der bei jener Niederlage Kapitän der Dänen war – den armenischen Sensationssieg als "schlimmsten Tag meiner Fussballkarriere." Die Gäste hingegen stellten mit dem 4:0 ihren eigenen Rekord ein - und das nur vier Tage nach einer 0:1-Niederlage gegen Malta, das zuvor in seiner gesamten Fussballgeschichte nur vier Siege gefeiert hatte. Der große Held auf Seiten Armeniens war Yura Movsisyan, der bereits nach 24 Sekunden traf und im weiteren Spielverlauf noch einen zweiten Treffer erzielte. Der jetzige Stürmer von Spartak Moskau hat auch ein Jahr für den dänischen Klub FC Randers gespielt. Die dänischen Fans zeigten sich großzügig und applaudierten dem alten Bekannte, als er sieben Minuten vor Schluss ausgewechselt wurde.