Spektakuläre Großtaten von Cristiano Ronaldo sowie der Nationalmannschaften Uruguays und Mexikos in der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ stehen im Fokus des dieswöchigen Statistik-Rückblicks von FIFA.com. Zudem werden historische Momente für Tim Cahill und Jay Rodriguez sowie ein verdienter Titeltriumph von Cruzeiro Belo Horizonte thematisiert.

1200 Spieler haben nun mittlerweile die Farben von England vertreten, nachdem Fraser Forster, Adam Lallana und Jay Rodriguez bei der 0:2-Niederlage am vergangenen Freitag gegen Chile ihr Debüt feierten. Rodriguez wurde dabei die Ehre zuteil, der 1200. Spieler im englischen Nationaltrikot zu sein. Die Meilensteine vor ihm hatten Gareth Barry (der 1100. im Jahr 2000) sowie Neil Webb (der 1000. im Jahr 1987) gesetzt. Der Einstand war für die Debütanten allerdings ein nicht ganz so erfreulicher. Im vierten Aufeinandertreffen hintereinander konnte England gegen Chile keinen Treffer erzielen. Es ist die längste Negativserie gegen einen Gegner seit einer identischen Torflaute gegen Schweden zwischen 1979 und 1989. Englands letzter Torerfolg gegen Chile rührt aus dem Jahr 1953 - damals traf der legendäre Nat Lofthouse. Am vergangenen Abend verfinsterte sich das Bild gar noch mehr. Mit der 0:1-Pleite gegen Deutschland verloren die Three Lions zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten zwei Spiele hintereinander. Zu allem Übel musste Roman Weidenfeller - mit 33 Jahren und 105 Tagen ältester Debütant im deutschen Tor - keinen einzigen Torschuss abwehren. Das letzte Mal, dass England in einem Heimspiel keinen Ball in Richtung des gegnerischen Kastens beförderte, registrierte man 1999 bei einer 0:1-Schlappe gegen Schottland.

74 Tore lautet die Rekordausbeute, mit der sich Cruzeiro Belo Horizonte seinen ersten brasilianischen Meistertitel seit zehn Jahren sicherte und zugleich seinen Ruf als offensivstarker Klub untermauerte. Seitdem die brasilianische Meisterschaft seit 2006 in einer Liga mit 20 Teams ausgespielt wird, konnte bislang nur eine Mannschaft mehr als 68 Tore in einer Saison erzielen - das war Cruzeiro selbst, mit 73 Treffern im Jahr 2007. Damals waren allerdings Schwächen in der Defensive dafür verantwortlich, dass das Team aus Belo Horizonte am Ende auf Rang fünf lag. In der aktuellen Saison bestehen diese Probleme aber nicht. Man hat weniger Gegentore zugelassen als der ärgste Titelkonkurrent Grêmio Porto Alegre, dessen eigene Torausbeute zudem um 34 Treffer schlechter ist. Cruzeiro konnte den Meistertitel bereits am viertletzten Spieltag feiern. Mit 75 Punkten auf dem Konto und noch drei ausstehenden Partien besteht nun auch die Aussicht, den Rekord des FC São Paulo von 78 Zählern in der Liga mit 20 Teams zu knacken. Es ist die erste gewonnene Meisterschaft für den Klub seit 2003 und zugleich seine zweite überhaupt seit der Einführung der nationalen Liga im Jahr 1971. Gleichzeitig ist es die Krönung eines denkwürdigen Jahres für den Fussball im Bundesstaat Minas Gerais und rundet den Triumph von Atletico Mineiro in der Copa Libertadores ab. Zum ersten Mal überhaupt konnten sich zwei Klubs aus der Region im selben Jahr die wichtigsten Titel Brasiliens und Südamerikas sichern.

47 lautet die Bestmarke in der ewigen Torjägerliste von Portugals Nationalteam. Aufgestellt wurde sie von Pauleta. Eingestellt wurde sie am gestrigen Abend von Cristiano Ronaldo. Der Star von Real Madrid zeigte sich einmal mehr in überragender Form. Mit seinem Hattrick beim 3:2-Triumph über Schweden führte er sein Team zur WM und behielt im direkten Duell der Superstars gegenüber Zlatan Ibrahimovic die Nase vorn. Ibrahimovic schnürte an dem Abend zwar einen Doppelpack und hat damit neun Treffer in den letzten sieben Partien für Schweden erzielt, doch mit seinen vier Toren in den Playoffs hat sich Ronaldo bei seinen letzten sechs Einsätzen für sein Land und seinen Verein nun insgesamt 13 Mal in die Torschützenliste eingetragen. Zeitgleich avancierte Frankreich zum ersten Team, das in einem WM-Playoff in der Europa-Zone einen Zwei-Tore-Rückstand wettmachen konnte. Die Franzosen schlugen die Ukraine nach der 0:2-Niederlage im Hinspiel mit 3:0 und haben sich somit zum fünften Mal in Folge für eine Weltmeisterschaft qualifiziert und ihre 14. WM-Teilnahme insgesamt gesichert. Mit einem treffsicheren Karim Benzema in der Hinterhand bauten Les Bleus zudem einen speziellen Rekord aus - Frankreich gewann sämtliche 16 Spiele, in denen der Stürmer von Real Madrid traf.

29 Tore bedeuten für Tim Cahill, dass er in Australiens Torjägerliste mit dem führenden Damian Mori gleichgezogen hat. Der Star der New York Red Bulls wurde im gestrigen Freundschaftsspiel gegen Costa Rica eingewechselt, erzielte den einzigen Treffer der Partie und sorgte somit für einen Einstand nach Maß für den neuen Nationaltrainer Ange Postecoglou. Cahill ist bereits 33 Jahre alt. Aufgrund seiner Torquote von nahezu einem Treffer in zwei Spielen hat er es sich jedoch zum Ziel gesetzt, sich vor oder während der WM in Brasilien diesen Rekord ganz für sich alleine zu sichern. Das Spiel war auch für Lucas Neill ein denkwürdiges, der dank seiner 61. Partie mit der Spielführerbinde am Arm zum dienstältesten Nationalkapitän Australiens avancierte.

5 zu null Tore in Jordanien ermöglichten es Uruguay am vergangenen Freitag, den 79 Jahre alten Rekord für den höchsten Auswärtssieg in einem interkontinentalen Playoff-Spiel für eine Weltmeisterschaft zu brechen. Die vorherige Bestmarke war der 3:0-Erfolg Ägyptens in Palästina 1934 und wurde von einer entfesselt spielenden Celeste mühelos übertrumpft. Zugleich hat Uruguay damit seine höchste Tordifferenz bei Auswärtssiegen in der WM-Qualifikation mehr als verdoppelt. Zuvor hatte man nie mit mehr als zwei Toren Unterschied gewinnen können. Es war Uruguays vierte Teilnahme an interkontinentalen Playoffs in Folge seit der Qualifikation für Korea/Japan 2002. Damit wurde der Rekord Australiens eingestellt, das zwischen 1994 und 2006 stets die Playoffs bestritt. Im anderen interkontinentalen Aufeinandertreffen siegte Mexiko ähnlich souverän mit 5:1 gegen Neuseeland. Es war Mexikos erster Heimsieg mit vier Toren Unterschied seit über fünf Jahren. Im Grunde war die Torausbeute von El Tri in dieser Partie genauso hoch wie die aus den vorangegangenen fünf Pflichtspielen zu Hause zusammengenommen. Die Mexikaner avancierten außerdem zum ersten Team, das die Rekordmarke von 400 Toren in der WM-Qualifikation knackte. Der Treffer von Raul Jimenez - das vierte der insgesamt neun Tore Mexikos in Hin- und Rückspiel - bedeutete das Erreichen der historischen Marke.