In der vergangenen Woche fielen zwei 88 Jahre alte Olympische Rekorde, was im Statistik-Rückblick von FIFA.com natürlich gebührend gewürdigt wird. Ein Engländer traf mit der ersten Ballberührung, ein Kroate erzielte in letzter Sekunde ein entscheidendes Tor, ein brasilianischer Torhüter blieb weiterhin ungeschlagen und ein Team in Estland schoss erneut Tore am Fließband.

467 Minuten ohne Gegentor hat Vasco da Gamas Torhüter Fernando Prass mittlerweile absolviert. Am Samstag hielt er in der Partie bei Internacional Porto Alegre bereits zum fünften Mal in Folge seinen Kasten sauber. Eine solche Serie hat der 34-jährige Torhüter in seiner Karriere noch nie hingelegt. Für das Team aus Rio de Janeiro ist es die längste Serie ohne Gegentor seit 1988, als Schlussmann Acacio mit seinen unglaublichen Reflexen in neun Spielen in Folge (exakt 915 Minuten) kein Gegentor zuließ. Seit Einführung des aktuellen Ligaformats im Jahr 2003 haben nur vier Mannschaften mehr als fünf Spiele in Folge ohne Gegentor absolviert. Den absoluten Rekord hält der FC São Paulo, der 2007 mit Rogerio Ceni im Tor fast zehn Spiele (988 Minuten) ohne Gegentreffer blieb. Vascos Punktgewinn bei Internacional war nur eines von vier 0:0-Unentschieden bei zehn Spielen am Wochenende. So viele torlose Partien hatte es in der Brasileiro-Meisterschaft letztmals im Juli 2005 gegeben. Vasco da Gama liegt in der Tabelle weiterhin mit zwei Punkten Rückstand auf Tabellenführer Atletico Mineiro auf Platz zwei.

88 Jahre sind seit dem Debüt Uruguays im Olympischen Fussballturnier der Männer vergangen und bis zum völlig überraschenden 0:2 gegen Senegal am vergangenen Donnerstag hatte das Team aus Südamerika noch nie eine Niederlage kassiert. Die Celeste war 1924 in Paris erstmals an den Start gegangen und hatte alle fünf Spiele gewonnen. Auf dem Weg zur Goldmedaille erzielten die Uruguayer damals 20 Tore und ließen nur zwei Gegentreffer zu. Vier Jahre später konnten Uruguay den Olympischen Titel in Amsterdam verteidigen. Dieses Mal gab es vier Siege und ein Unentschieden. Bei der lang ersehnten Rückkehr zu den Olympischen Spielen schlug das Team von Oscar Tabarez nun zunächst die Vereinigten Arabische Emirate und steigerte damit seine Olympische Bilanz auf zehn Siege, ein Unentschieden und null Niederlagen. Dann aber mussten sich die Uruguayer den Senegalesen mit Moussa Konate geschlagen geben, obgleich diese eine ganze Stunde in Unterzahl spielen mussten.

38 Jahre und 243 Tage war Ryan Giggs alt, als er am Sonntag für Großbritannien traf und damit zum ältesten Torschützen in der Geschichte des Olympischen Fussballturniers der Männer wurde. Der Mittelfeldspieler von Manchester United beförderte in der 16. Spielminute der Partie gegen die Vereinigte Arabische Emirate den Ball per Kopf über die Linie und brach damit den Altersrekord des 37 jährigen Ägypters Hussein Hegazi, der schon 1924 in Paris aufgestellt worden war. Als Giggs das Spielfeld im Wembley-Stadion in der 72. Minute unter großem Applaus verließ, hatte Rashed Eisa die Schützlinge von Mahdi Redha durch seinen Ausgleichstreffer wieder ins Spiel gebracht. Doch der für den Waliser eingewechselte Scott Sinclair jagte die Kugel gleich mit seiner ersten Ballberührung in die Maschen, bevor der ebenfalls eingewechselte Daniel Sturridge noch den Treffer zum 3:1-Endstand erzielte.

13 Tore ohne Gegentreffer hat Levadia in den letzten zwei Spielen in der estnischen Meistriliiga erzielt und damit einen Schnitt von 6,5 Toren pro Spiel erreicht. Dies ist umso bemerkenswerter wenn man bedenkt, dass dem Team in den vorangegangenen acht Spielen nur zehn Treffer gelungen waren. Albert Taar hatte in der gesamten Saison noch kein einziges Tor erzielt, markierte nun aber gleich in der ersten Halbzeit einen Hattrick. Beim 7:0-Kantersieg gegen Kuressaare am Montag schraubte zudem Artur Rattel seine Torquote mit zwei weiteren Treffern auf fünf hoch. Dank des Sieges bleibt Levadia fünf Punkte hinter Tabellenführer Kalju Nomme, dem einzigen noch ungeschlagenen Team. Unter Trainer Marko Kristal, dem ehemaligen estnischen Mittelfeldspieler, der 2001 als jüngster Europäer aller Zeiten sein 100. Länderspiel bestritten hatte, ist Levadia nun in 14 von 20 Ligaspielen in der Saison ohne Gegentreffer geblieben.

0 Sekunden wurden noch gespielt, nachdem Domagoj Vida in allerletzter Minute per Kopf getroffen und damit Dinamo Zagreb doch noch den Einzug in die dritte Qualifikationsrunde der UEFA Champions League beschert hatte. Leidtragender war das Team von Ludogorets, das ansonsten aufgrund der Auswärtstorregel weitergekommen wäre. Im Hinspiel in Bulgarien hatte Ante Rukavina in der dritten Minute der Nachspielzeit das 1:1 für die Kroaten erzielt. Im Rückspiel in Zagreb lagen die Gäste durch Treffer von Emil Gargorov und Marcelinho zu Beginn der letzen halben Stunde mit 2:1 in Führung. Rukavina sorgte mit seinem zweiten Treffer für den Ausgleich, und obwohl Ludogorets kurz darauf Marcelinho durch Platzverweis verlor, fehlten dem Team am Ende nur Sekunden zum Weiterkommen. In der siebten Minute der Nachspielzeit ging sogar Dinamos Torhüter Ivan Kelava mit nach vorn und zog im gegnerischen Strafraum die Aufmerksamkeit auf sich, was Verteidiger Vida ermöglichte, eine Flanke von Ivan Peko zu verwerten. Es sollte die letzte Aktion des Spiels bleiben, denn während die Spieler von Ludogorets vor Enttäuschung zu Boden sanken, pfiff der Schiedsrichter die Partie ab, womit die Schützlinge von Ante Cacic in der Addition mit 4:3 gewannen.