Auch der Fussball kommt an der Mode nicht vorbei, und viele Spieler folgen nicht nur mit Begeisterung den neuesten Modetrends, sondern haben ihren eigenen Stil entwickelt und sind damit selbst zu Trendsettern geworden. FIFA.com berichtet über einige Fashion Victims unter den Fussballern sowie über andere, die durch einen sehr persönlichen aber unvergesslichen Stil von sich reden machen.

Fashion Victims
Fussballer haben für viele Jugendliche Vorbildfunktion. Nur zu gern würden die Teenies so spielen können wie sie und ebensolche Erfolge feiern. Oftmals müssen sie sich allerdings damit zufrieden geben, das Aussehen ihrer Idole zu imitieren.

Wer sich denselben Haarschnitt wie David Beckham zulegen möchte, der sollte allerdings am besten einen Friseur zum Freund haben. Seit seinen Anfängen bei Manchester United, wo er mit seinem jungenhaften Gesicht und seiner stylischen Ponyfrisur auf sich aufmerksam machte, hat Becks alles ausprobiert. Von der Glatze über die Zöpfchenfrisur im karibischen Stil, den Mohikaner-Haarschnitt bis hin zu langen Haaren, gefärbt oder gesträhnt mit Koteletten oder Haarreif, der Spice Boy hat unzählige Modetrends ausprobiert.

In der Kabine von Real Madrid traf er dann mit einem weiteren Fashion Victim zusammen: José María Gutiérrez Guti. Allen voran repräsentierten diese beiden die Königlichen auf dem Laufsteg.

Beckham und Co. erwiesen sich als absolute Trendsetter und brachten Mode-, Accessoire- und Kosmetikfirmen dazu, ihre Werbekampagnen auf Fussballspieler auszurichten. Dabei genießt Beckham in der Öffentlichkeit vielleicht die größte Aufmerksamkeit, aber auch andere haben hier einen Wirkungsbereich gefunden, beispielsweise Fredrik Ljungberg. Mit kahl rasiertem Schädel und nacktem Oberkörper ist der Schwede in den letzten Jahren zu einer wahren Ikone avanciert. Cristiano Ronaldo, Kaká oder Thierry Henry waren nicht nur auf den Laufstegen der Modewelt zu sehen, sondern haben sogar jeweils eine eigene Bekleidungskollektion.

Die Haare
Andere Spieler interessieren sich weniger für die Mode, entwickeln aber einen ganz eigenen Stil als persönliches Markenzeichen.

Die 60er und 70er Jahre waren von Rebellion und Umwälzung geprägt. Die Jugendlichen wollten mit dem Establishment brechen und zeigten dies durch lange Haare oder große Koteletten. Das galt auch für Fussballspieler wie den Nordiren George Best oder Paul Breitner, die sich nicht nur durch ihre Leistung im Fussball von anderen abhoben, sondern auch durch die Frisur.

In den 80er und 90er Jahren änderten sich die Geschmäcker. Hier war vor allem das niederländische Trio des AC Mailand auffällig, das sich im goldenen Zeitalter der Rossoneri nicht nur auf dem Spielfeld hervortat. Marco van Basten, FIFA Weltfussballer des Jahres 1992, spielte an der Seite von zwei schillernden Figuren: Frank Rijkaard, mit seinem unverwechselbaren Lockenkopf und Ruud Gullit, der durch seine langen Dreadlocks auffiel.

Bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA wurde der Look der 90er zur Schau getragen. Noch heute erinnert sich jeder an die wilden Lockenmähnen der Kolumbianer Carlos Valderrama und René Higuita. Ebenfalls auffällig war der US-Amerikaner Alexi Lalas. Sein Stil Marke Jesus Christ Superstar in Rot wurde ausgiebig kommentiert. Absoluter Trendsetter des Jahres war allerdings die argentinische Auswahl. Fernando Redondo, Ariel Ortega, Gabriel Batistuta und Claudio Caniggia brachten das Haarband in Mode, mit dem lange Haare während des Spiels aus dem Gesicht gehalten werden können, damit sie nicht stören.

Das Stirnband wurde später viel kopiert, aber es gab noch andere Spieler mit unverwechselbarer Haartracht. Der Nigerianer Taribo West erregte auf dem Spielfeld mit einer ganz außergewöhnlichen Frisur Aufmerksamkeit. Er hatte seine Haare zu kleinen, bunten Zöpfchen geflochten, von denen einige am Hinterkopf und andere am Oberkopf zu zwei kleinen Büscheln zusammengebunden waren. Der Niederländer Edgar Davids trug seine Haare ebenfalls zu kleinen Zöpfen geflochten, aber das Auffälligste an ihm war wohl seine Spezialbrille, die er auf augenärztliche Verordnung hin trug.

Auch Bärte können zum persönlichen Markenzeichen werden. Der deutsche Stürmer Kevin Kuranyi achtet sehr darauf, dass sein trendiger Bart perfekt gestutzt ist, wenn er das Spielfeld betritt.

Nicht aus modischen Gründen, sondern aus Eitelkeit trat der geniale Bobby Charlton am Ende seiner Profikarriere mit einem ganz besonderen Haarschnitt auf den Plan: Er versuchte seine beginnende Glatze zu verbergen, indem er die Haare auf einer Seite lang wachsen ließ und auf die andere Seite kämmte.

Exzentrische Torhüter
In der Fussballwelt spricht man immer wieder davon, dass Torhüter eine ganz besondere Spezies seien. Sie stehen ganz allein zwischen den Pfosten und alle ihre Aktionen werden akribisch beobachtet, insbesondere ihre Fehler, Introvertiertheiten, Gesten und vieles mehr. Vielfach gelten sie als leicht exzentrisch.

Oftmals kommt die Persönlichkeit eines Torhüters in der Kleidung zum Ausdruck. Vor längerer Zeit, als man noch mit echten Lederbällen spielte, vollführte der Spanier Ricardo Zamora seine Glanzparaden beim FC Barcelona und bei Real Madrid mit einer Mütze im Schottenkaro. Das war in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Einer der ganz großen Schlussmänner der Fussballgeschichte war der Russe Lev Yashin, genannt die Schwarze Spinne. Er war nicht nur für seine in den 50er und 60er Jahren außergewöhnliche Beweglichkeit und seinen besonderen Stil bekannt, sondern auch für sein stets komplett schwarzes Outfit. Später folgte dann der Italiener Dino Zoff, der mit seinem charakteristischen weiten Torwarttrikot in Grau 1982 in Spanien Weltmeister wurde. Der Mexikaner Jorge Campos brach 1994 in den USA mit sämtlichen Traditionen und glänzte in kurzärmligen, bunten Torwarttrikots in grellen Farben. Der Franzose Fabien Barthez tendierte ebenfalls zu kurzen Ärmeln und verteidigte seinen Kasten auch bei widrigsten Witterungsbedingungen in diesem Outfit.

Derzeit ist Petr Cech wohl der Torhüter, der mit seiner Erscheinung das größte Charisma ausstrahlt: Nach einer schweren Schädelverletzung trägt der Schlussmann von Chelsea auch heute noch einen Rugby-Helm, der den Kopf vor weiteren Verletzungen schützen soll.

Ihre Meinung zählt
Wer ist in Ihren Augen das größte Fashion Victim des Weltfussballs? Schreiben Sie uns Ihre Meinung!