FIFA Weltmeisterschaft™

Von allem etwas auf dem Alten Kontinent

James Chester of Wales competes in the air with Luka Milivojevic of Serbia
© Getty Images
James Chester of Wales competes in the air with Luka Milivojevic of Serbia
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TAGESRÜCKBLICK - *Manche Serien sind gerissen, andere gehen weiter. Einige Favoriten hatten Mühe, andere leichtes Spiel. Mancherorts veränderte sich die Tabelle enorm, andernorts so gut wie gar nicht: Die Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ hatte in Europa von allem etwas zu bieten. *FIFA.com fasst die Ereignisse des Spieltags zusammen

Die Ergebnisse
12. November
Gruppe D: Österreich – Republik Irland 0:1; Georgien – Moldawien 1:1, Wales – Serbien 1:1
Gruppe G: Albanien – Israel 0:3, Liechtenstein – Italien 0:4, Spanien - EJR Mazedonien 4:0
Gruppe I: Kroatien – Island 2:0, Türkei – Kosovo 2:0, Ukraine – Finnland 1:0

Das Spiel des Tages
Kroatien – Island 2:0
Tore: Marcelo Brozovic (15., 90.+1)

Das Spitzenspiel in *Gruppe I *war zugleich das Aufeinandertreffen der beiden Überraschungsmannschaften der UEFA EURO 2016. Dort hatte Kroatien viele Fans begeistert und war doch schon früh nach Verlängerung im Achtelfinale gegen Portugal ausgeschieden. Island hingegen – vor dem Turnier noch die große Unbekannte – zog sogar ins Viertelfinale ein. In den vier Aufeinandertreffen in WM-Qualifikationen freilich hatte Island noch nie gegen Kroatien gewonnen, dabei nur einen Punkt geholt und ein Tor geschossen, aber drei Mal verloren und neun Gegentore hinnehmen müssen. Eine unbekannte Größe ist Island seit der Europameisterschaft jedoch nicht mehr. So gesehen sprach Einiges für neue Vorzeichen.

Aber Kroatien spielte von Anfang an seine technische Überlegenheit aus und ging nach einer Kombination zwischen Marcelo Brozovic und Ivan Rakitic in Führung. Brozovic zog nach Ablage von Rakitic von der Strafraumgrenze ab und traf. Sein angeschnittener Schuss wurde dabei noch leicht abgefälscht. Nach Vorarbeit von Luka Modric erzielte Brozovic in der Schlussphase sein zweites Tor. Zwei Tore, drei Punkte: Kroatien übernahm die Tabellenführung.

Die anderen Spiele
In Gruppe D kam es ebenfalls zum Duell zweier Teilnehmer der EURO 2016 und wieder war es wie schon im Sommer in Frankreich. Die damals enttäuschend schon in der Gruppenphase ausgeschiedenen Österreicher bissen sich diesmal vor heimischer Kulisse die Zähne an der Republik Irland aus. Die Iren wiederum – in Frankreich im Achtelfinale an den Gastgebern gescheitert – zeigten weiter ansteigende Form und gewannen durch ein Tor von James McClean. Nach der Führung durch Valeri Kazaishvili konnte Georgien lange auf einen Heimsieg und die ersten drei Punkte hoffen, aber ein Kunstschuss von Aleksandru Gatcan in der Schlussphase bescherte stattdessen Moldawien den ersten Punkt in der Qualifikation. Auch Wales dachte wohl, dass einmal mehr ein Tor von Kapitän Gareth Bale zum Sieg ausreichen würde, aber Serbiens Aleksandar Mitrovic hatte etwas dagegen.

In Gruppe G wurden Italien und Spanien ihrer jeweiligen Favoritenrolle gegen Liechtenstein bzw. Mazedonien gerecht, aber die Azzurri *taten sich dabei wesentlich leichter als die *Roja, die erst spät in Fahrt kam. Dahinter meldete sich Israel mit einem Sieg gegen Albanien zurück, das die Partie zu neunt beendete. Israel hofft nun, bis zum Schluss im Rennen um die Qualifikation dabei zu bleiben.

Die Partie zwischen Kroatien und Island war eine klare Sache für die Gastgeber, wohingegen die Türkei mit Qualifikationsneuling Kosovo mehr Mühe als erwartet hatte. Zur Pause stand es noch 0:0. Erst zu Beginn des zweiten Durchgangs konnten die Spieler von Fatih Terim die Weichen wie erwartet auf Sieg stellen. Die Ukraine schließlich setzte sich gegen Finnland durch und belegt damit in *Gruppe I *jetzt den zweiten Platz hinter Kroatien.

Spieler im Fokus:  
Samir Ujkani (KOS)

Kosovo nimmt zum ersten Mal an einem Qualifikationsturnier teil und ist somit die unerfahrenste Nationalmannschaft in Europa. Torwart Samir Ujkani allerdings hat schon zwölf Qualifikationsspiele für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaften 2010 und 2014 auf dem Buckel. Damals war er Schlussmann von Albanien. Diese Erfahrung erklärt wohl auch, warum er im Hexenkessel der Antalya Arena stets kühlen Kopf bewahrte.

In der ersten Halbzeit trieb er Gastgeber Türkei mit seinen Paraden schier zur Verzweiflung. Egal ob gegen Selcuk Inan, Volkan Sen, Hakan Calhanoglu oder Burak Yilmaz: Ujkani stand immer richtig, brachte immer noch eine Hand oder einen Fuß an den Ball. Wunder konnte der Legionär, der seit seinem Profi-Debüt 2007 ausschließlich in Italien spielt, dann aber letztlich auch nicht vollbringen. Die Kosovaren verloren schließlich durch einen Doppelschlag zu Beginn des zweiten Durchgangs.

Hätten Sie's gewusst?
Je länger eine Serie dauert, desto wahrscheinlicher geht sie zu Ende. Diese Binsenweisheit bewahrheitete sich auch im Spiel der Republik Irland gegen Österreich. Die Boys in Green hatten seit acht Partien nicht mehr gegen die Alpenrepublik gewonnen (sechs Niederlagen, zwei Unentschieden). James McClean bereitete dieser schwarzen Serie nun ein Ende. Auch die Waliser warteten gegen Serbien schon seit elf Begegnungen auf einen Erfolg (acht Niederlagen, drei Unentschieden) und wähnten sich dank Gareth Bale schon auf der Siegerstraße. Der Angreifer von Real Madrid war in den letzten 14 Partien an 15 Toren beteiligt. Elf davon schoss er selbst, vier weitere bereitete er vor. Doch dann kam Aleksandar Mitrovic und beschloss mit seinem Ausgleich in der 86. Minute, die Serie noch ein wenig zu verlängern …

Zitat
*"Wir haben selbst in der 94. Minute noch nach vorn gespielt. Das zeigt, dass wir Fortschritte machen. Wir waren heute sehr gut. Dieses Ergebnis hätte ich vorher so unterschrieben."
*
Giampiero Ventura (Trainer, Italien)**

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