FIFA Futsal-WM 2020

Vaporaki: "Das Weltmeisterabzeichen bringt Verantwortung mit sich"

Argentina's futsal national team player Constantino Vaporaki (Photo: courtesy of AFA)
© AFA
  • Argentinien will als Titelverteidiger bei der Futsal-WM in Litauen antreten
  • Constantino Vaporaki über die Favoritenstellung
  • "Wir wollen uns für die WM qualifizieren und das Qualifikationsturnier gewinnen"

Von Zeit zu Zeit schaut sich Constantino Vaporaki sein Tor gegen Russland im Finale der FIFA Futsal-Weltmeisterschaft Kolumbien 2016 noch einmal an. Es war ein Treffer, der sich im Nachhinein als entscheidend erweisen sollte, nämlich das Tor zum 5:4, das Argentinien seinen ersten Weltmeistertitel einbrachte.

"Ich habe Aufzeichnungen von den kompletten Spielen und habe sie mir alle noch einmal angeschaut, aber manchmal schaue ich mir auf YouTube nur dieses Tor an, um zu begreifen, was ich in diesem Moment gefühlt habe. Das hilft mir, die Dinge richtig einzuordnen", meint Vaporaki im Gespräch mit FIFA.com.

"Es ist gut, sich zu erinnern und den Erfolg zu schätzen zu wissen. Der Titel war ein Wendepunkt in unserer Karriere und in unserem Leben, vor allem aber war es ein Wendepunkt für unsere Sportart", fügt der 30-jährige Flügelspieler hinzu, der in den Reihen der Albiceleste das Trikot mit der Rückennummer zehn trägt.

"Der Futsal hat seitdem in Argentinien große Fortschritte gemacht. Das fällt vor allem auf Ligaebene auf: die Spiele sind hochklassiger, die Intensität ist höher und die Teams spielen in internationalen Wettbewerben auf Augenhöhe", so der Spieler der Boca Juniors, Vizemeister beim letzten Interkontinental-Pokal.

Vaporaki weiß, wovon er spricht. Schließlich ist er schon seit zwölf Jahren im Futsal aktiv. Er war 16 Jahre alt, als er seine Heimatstadt Ushuaia im Süden Argentiniens (auch El Fin del Mundo – Das Ende der Welt – genannt), in Richtung Buenos Aires verließ, um seinen Traum zu verwirklichen. Vor einiger Zeit hatte er noch Amateurstatus, heute ist er Profi.

"Auffällig ist auch die Professionalisierung, die wir erleben", erklärt er. "Den Klubs stehen mehr Instrumente und Strukturen zur Verfügung, die sie für ihre Spieler bereitstellen können. Viele entscheiden sich dann dafür, von diesem Sport zu leben. Heute gibt es 17- oder 18-Jährige, die bereits Situationen meistern, mit denen wir erst mit 24 oder 25 konfrontiert waren. Und das alles, weil wir die WM gewonnen haben."

Constantino Vaporaki of Argentina is seen in the dressing room
© Getty Images

Vaporaki, seit 2012 Nationalspieler, ist sich bewusst, dass der Titel auch Verpflichtungen mit sich bringt. Vor allem geht es zunächst einmal darum, sich für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren, die dieses Jahr in Litauen stattfindet, um dort die Mission Titelverteidigung in Angriff zu nehmen. Dazu muss Argentinien in der Südamerika-Qualifikation, die am 1. Februar in Carlos Barbosa (Brasilien) beginnt, einen der ersten vier Plätze belegen.

"Das Abzeichen auf unserem Trikot bringt viel Verantwortung mit sich – durch das Prestige, das wir gewonnen haben, und die Position, die wir jetzt bekleiden. Das sollte uns als Motivation dienen, denn wenn wir den Erfolgshunger verlieren, werden wir wieder abrutschen."

Die Albiceleste zählt zu den Favoriten auf einen Startplatz bei der WM, vor allem, nachdem das Team mit Venezuela, Chile, Bolivien und Uruguay in eine Gruppe gelost wurde und somit ein Zusammentreffen mit den beiden kontinentalen Großmächten Brasilien und Paraguay vermeidet.

Vaporaki bestätigt die Favoritenstellung, allerdings mit Einschränkungen. "Wir waren bei der Auslosung als Gruppenkopf gesetzt und haben auf dem Papier die leichtere Gruppe erwischt. Aber trotzdem ist dies immer noch eine Sportart, bei der du 40 Minuten spielen musst und verlieren kannst, wenn du nicht deinen besten Tag hast."

In spielerischer Hinsicht ist die Mannschaft laut Kiki in sehr guter Verfassung. Und das, obwohl es nach der WM einen Wechsel auf der Trainerbank gab und Matías Lucuix das Amt von Diego Giustozzi übernahm. Lucuix hatte an der WM 2012 in Thailand noch als Spieler teilgenommen, sich schwer verletzt und musste seine aktive Laufbahn vorzeitig beenden.

"Bei der letzten WM konnten wir vor allem mit unserer Abwehr überzeugen, jetzt bauen wir unser System aus und fügen auch im Angriff weitere Optionen hinzu. Gegen den amtierenden Weltmeister werden einige Teams tief stehen, andere sich ganz aufs Verteidigen beschränken. Daher müssen wir ständig angreifen und uns in diesem Bereich verbessern."

Angesichts dieser Tatsache wollen Vaporaki und seine Teamkameraden, von denen viele bereits zu dem Team gehörten, das in Kolumbien Weltmeister wurde, sich in Brasilien keineswegs mit dem Minimum zufrieden geben.

"Unser vorrangiges Ziel ist die Qualifikation für die Weltmeisterschaft, aber außerdem wollen wir die Vorrunde gewinnen. Schließlich müssen wir den hohen Erwartungen an uns selbst gerecht werden."

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