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Uwe Seeler: Klub-Ikone mit Legendenstatus

West German captain Uwe Seeler is chaired by teammates
© Getty Images

Denkt man beispielsweise an Franz Beckenbauer, Alfredo di Stefano, Diego Maradona oder Pelé, so assoziiert man gleichzeitig auch einen bestimmten Verein: Bayern München, Real Madrid, SSC Neapel oder eben den FC Santos.

Nichts anderes passiert, wenn man sich dem Namen Uwe Seeler annimmt. Hamburger SV schießt dem geneigten Fussball-Fan direkt ins Gedächtnis, denn der ehemalige Weltklassestürmer und DFB-Ehrenspielführer ist untrennbar mit dem Gründungsmitglied der deutschen Bundesliga verbunden. Am 5. November 2016 feiert Uns Uwe seinen 80. Geburtstag.

Eine unvergessliche Karriere
Geboren in Hamburg als Sohn einer Sportlerfamilie* [Anm.d. Red.: Vater Erwin gehörte in dieser Zeit zu den populärsten Fussballern Hamburgs] trat Uwe Seeler bereits mit zehn Jahren dem Klub mit der Raute bei, um nur 1953 mit gerade einmal 16 Jahren sein Debüt für die *Rothosen zu geben. 

"Das war total überraschend. Wir haben am Rothenbaum gegen Göttingen 05 gespielt, und mein Gegenspieler war doppelt so groß und schwer wie ich. Trotzdem habe ich gut gespielt und einige Kopfball-Duelle gewonnen", erinnert sich Seeler einst im Gespräch mit FIFA.com lachend. 

Mit der Zeit stieg Uns Uwe, wie er wegen seiner Beliebtheit genannt wird, nicht nur zu einer wahren Klubikone auf, sondern machte auch über die Stadtgrenzen hinaus auf sich aufmerksam.

Ohne Titel zum Ehrenspielführer
1954  debütierte Uwe Seeler in der deutschen Nationalmannschaft unter Trainerlegende Sepp Herberger - nur wenige Monate nach dem "Wunder von Bern", als die DFB-Auswahl bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ in der Schweiz den bis dahin größten Triumph in ihrer Geschichte feierte. Was folgte, war eine unvergessliche Karriere. 

72 Mal (43 Tore) streifte sich der lediglich 1,68 Meter große Torjäger das Trikot mit dem Bundesadler über und galt zu dieser Zeit als einer der besten Mittelstürmer aller Zeiten. Obwohl er in dieser Zeit ohne Titel mit der Nationalmannschaft blieb, können sich seine Erfolge im Auswahltrikot durchaus sehen lassen, schließlich wurde er Vize-Weltmeister, WM-Dritter und -Vierter.

Nur zwei Jahre nach seinem Abschied holte das DFB-Team den Europameistertitel, um sich 1974 im eigenen Land zum Weltmeister zu krönen. Nichtsdestotrotz wurde Seeler zum Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft ernannt.
* "Ich habe viele schöne Tore gemacht"*
Seine Vereinskarriere stand, wie bereits erwähnt, ganz im Zeichen des Hamburger SV. Stolze neun Mal in Folge konnte er die norddeutsche Meisterschaft gewinnen und wurde 1960 auch deutscher Meister.

In der Meistersaison wurde der kampfstarke Angreifer außerdem zu Deutschlands Fussballer des Jahres gewählt. 1963 gewann Seeler, der an insgesamt vier Weltmeisterschaften teilnahm, was neben ihm unter anderem auch Pelé, Diego Maradona, Ronaldo oder Oliver Kahn schafften, den DFB-Pokal und in der darauffolgenden Saison wurde Seeler der erste Torschützenkönig, der im selben Jahr eingeführten deutschen Bundesliga.

"Ich habe in meiner Karriere viele schöne und auch wichtige Tore gemacht. Es waren Fallrückzieher-, Flugkopfball- oder auch Hinterkopftore dabei. Aber ich war immer einer, der nie in Schönheit gestorben ist. Für mich war es das Schönste, wenn der Ball gerade so eben hinter der Linie lag. Ein sehr wichtiges Tor, für mich persönlich, war das Tor 1965 in Schweden. Wir mussten damals unbedingt gewinnen, um uns für die WM in England zu qualifizieren. Und ich hatte gerade eine schwere Achillessehnen-Operation hinter mir und wusste noch nicht so richtig, ob alles hält. Dass ich in diesem Spiel gleich ein Tor erzielt habe, war sehr wichtig für mein Selbstvertrauen und ich wusste, dass es auch auf dem internationalen Level für mich weitergehen konnte", erinnerte sich Seeler höchstselbst gegenüber* FIFA.com* an seine Torgefährlichkeit. 
* Mehr als nur ein Fussballer*
Tatsächlich galt *Uns Uwe *weniger als Filigrantechniker, sondern eher als Kämpfer und Arbeiter. Unvergessen ist dabei das legendäre Hinterkopf-Tor von Ihnen gegen England im Viertelfinale der FIFA WM 1970. "Tja, dieses Hinterkopftor", erklärt Seeler. "Trainieren kann man das, denke ich, nicht. Es war ein Tor, das mehr aus der Not heraus entstand. Der Ball flog über mich herüber und ich musste Rückwärtslaufen. Rückwärtslaufen ist schon mal für sich nicht so einfach. Dass der Ball mir dann auf den Hinterkopf fällt und auch noch ins Tor fliegt, dazu gehört auch immer das Quäntchen Glück."

Auf und neben dem Platz war der Jubilar stets als Vorbild unterwegs und wurde neben Fussball-Auszeichnungen mit zahlreichen Ehrungen überhäuft. Er erhielt unter anderem das Silberne Lorbeerblatt, den Bambi und wurde als erster Sportler überhaupt mit dem Bundesverdienstkreuz sowie mit der Hamburger Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet.

Der dreifache Vater und siebenfache Großvater lebt inzwischen zurückgezogen, wie könnte es anders sein, in der Hansestadt und ist auch Jahrzehnte nach seiner aktiven Karriere beliebt wie eh und je. Und so wie die Menschen ihren *Uns Uwe *nie vergessen werden, so wird auch er seine große Fussballliebe nie vergessen:  "Ich bin Ur-Hamburger und trage die Raute des HSV im Herzen. Ich bin begeisterter Fan. Der HSV ist mein Verein."

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