Traoré hält die Zügel fest in der Hand

Equatorial Guinea's midfielder Randy challenges Burkina Faso's midfielder Bertrand Traore
© AFP

Burkina Faso hätte sich um ein Haar für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ qualifiziert und scheiterte am Ende nur aufgrund eines einzigen Tores im letzten Qualifikationsspiel gegen Algerien. Nachdem das Team in der zweiten Qualifikationsrunde Gabun, Kongo und Niger hinter sich gelassen hatte, war der Zehntplatzierte der afrikanischen Rangliste in Ouagadougou mit Zuversicht in die Partie gegen die drittplatzierten Nordafrikaner gegangen. Schließlich war die erste WM-Teilnahme in greifbare Nähe gerückt.

Angesichts dieser historischen Chance setzte Burkina Fasos Trainer Paul Put in einem Schlüsselmoment der Begegnung auf den 18-jährigen Bertrand Traoré. Letztendlich langte es zwar nicht für die Westafrikaner, doch die junge Mannschaft nahm die Erfahrung mit und will auf dem Weg nach Russland darauf aufbauen. "Diese Niederlage war eine Riesenenttäuschung. Wir hätten es fast geschafft, aber es sollte nicht sein. Wir glauben an unsere Fähigkeiten und werden gegen Benin in ein neues Abenteuer starten. Ich hoffe, dass wir uns dieses Mal für die WM qualifizieren können. Wir müssen konzentriert bleiben und nur noch einige Feinabstimmungen im Team vornehmen", so Traoré.

Burkina Faso startet am 12. November in Cotonou gegen den afrikanischen Außenseiter Benin in die Qualifikation für das nächste Weltturnier. Das Team, das von Gernot Rohr trainiert wird, der zuvor bereits für die Nationalteams von Gabun und Niger verantwortlich gewesen war, geht als Favorit in die Partie der zweiten Runde. Gemeinhin wird erwartet, dass Burkina Faso den Sprung in die nächste Runde schaffen wird, wo dann in einer Gruppe von vier Teams jeder gegen jeden antreten muss. Die fünf Gruppensieger sind bei der WM-Endrunde in Russland dabei.

Traoré, der bei der letzten WM-Qualifikation noch eine Außenseiterrolle hatte, gilt jetzt als einer der wichtigsten Akteure im Team. Dabei ist er gerade einmal 20 Jahre alt. "Bertrand Traoré ist unser talentiertester Spieler", so Rohr im Gespräch mit FIFA.com. "Ich glaube sein Klub, Chelsea, hat noch einige Pläne mit ihm. Ich weiß, dass [José] Mourinho sehr an seiner Entwicklung interessiert ist."

Traorés Karriere in der A-Nationalmannschaft begann bereits wenige Tage vor seinem 16. Geburtstag im September 2011. Damals kam er in einem Freundschaftsspiel gegen Äquatorial-Guinea zum Einsatz. Zuvor hatte er bereits bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2009 Erfahrung auf dem internationalen Parkett gesammelt. Obwohl er der jüngste Spieler des Turniers war, stand er in allen vier Spielen seines Teams auf dem Platz. Ein Jahr später nahm er als einer der jüngsten Spieler an der Endrunde des CAF Afrikanischen Nationen-Pokals teil. "Ich spiele wirklich gern für meine Nationalmannschaft. Ich stehe noch ganz am Anfang meiner Karriere und der bedeutendste Augenblick war bisher mein erstes Spiel für das Nationalteam in meiner Heimatstadt gegen Äquatorial-Guinea."

Traorés Bruder Alain, der in der französischen Ligue 1 für den FC Lorient spielt, gehört ebenfalls der Nationalmannschaft Burkina Fasos an. "Es war eine große Hilfe für mich, dass mein älterer Bruder bereits im Nationalteam war. So habe ich viel weniger Zeit gebraucht, um mich einzugewöhnen und zu Hause zu fühlen."

Im Vorfeld des WM-Qualifikationsspiels hat Burkina Faso nicht gerade optimale Ergebnisse für sich verbuchen können. In einem Qualifikationsspiel für den Afrikanischen Nationen-Pokal unterlag man Botswana auswärts mit 0:1, konnte im Anschluss jedoch einen 2:0-Sieg gegen die Komoren verbuchen. "Diese Niederlage war eine Enttäuschung, aber ich glaube, wir haben gut gespielt. Wir haben einfach nur zu viele Chancen vergeben. Allerdings sollten wir nicht in der Vergangenheit graben, sondern stattdessen an die Zukunft denken und mit unseren sehr guten Spielern einen neuen Zyklus starten."

"Wir konzentrieren uns weiterhin darauf, uns in der Gruppe den ersten Platz zu sichern und uns für den Afrikanischen Nationen-Pokal 2017 zu qualifizieren. Jetzt müssen wir eben die vier noch verbleibenden Spiele gewinnen. Das muss unser einziges Ziel sein." Traoré stieß bereits als Jugendlicher zum FC Chelsea. Er kam damals aus der Nachwuchsabteilung von AJ Auxerre. Allerdings wurde er zunächst an Vitesse Arnheim verliehen, um Spielpraxis zu sammeln. "Während der Leihe lief es für mich wirklich gut, und ich war am Ende bester Torschütze des Teams. Mourinho wollte, dass ich nach Chelsea zurückkomme. Ich sah das als Belohnung für die Arbeit, die ich geleistet hatte."

"Ich freue mich wirklich sehr darüber, wieder für Chelsea spielen zu können. Jetzt ist es mein Ehrgeiz, so viele Spiele wie möglich zu bestreiten und mein Bestes für das Team zu geben." Traoré gab sein offizielles Debüt für Chelsea bei einem 4:0-Sieg gegen Maccabi Tel-Aviv in der Champions League, als er in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde. Dann erhielt er im Carling-Cup-Spiel der Blues gegen Stoke City eine weitere Chance.

Obwohl er derzeit noch immer den Großteil seiner Zeit auf der Ersatzbank verbringt, ist er zufrieden. "Wenn du so jung bist wie ich, bist du eben noch kein reifer Spieler. Du musst dich noch verbessern. Du lernst im Zusammenspiel mit so hervorragenden Spielern. Schon jetzt kann ich meine Risikobereitschaft und meine Fähigkeit, auf dem Spielfeld Entscheidungen herbeizuführen, in die Mannschaft einbringen. Allerdings mangelt es mir noch etwas an Disziplin", meint er mit der erfrischenden Ehrlichkeit, die junge Leute oft auszeichnet.

Empfohlene Artikel