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Türkische Trainerin begeistert Mädchen für Fussball

Kubra Keskindokur, a member of the FIFA Fan Movement from Turkey
© Others
  • Von der Spielerin zur Trainerin im Netz: Kubra Keskindokur ist Teil der FIFA-Fan-Bewegung
  • Sie schuf mit *Kubra ile Futbol die erste Online-Fussballschule in der Türkei*
  • "Fussball ist eine wunderbare universelle Sprache"

Als sich Kubra Keskindokurs aktive Karriere dem Ende zuneigte, war klar: Sie würde dem Fussball irgendwie erhalten bleiben.

"Es war gar keine Frage, dass ich weiter im Fussball arbeiten würde", sagt das in Istanbul lebende Mitglied der FIFA-Fan-Bewegung bei **FIFA.com**. "Ohne Fussball kann ich nicht sein."

Um die Jahrtausendwende herum feierte Keskindokur Erfolge in den Trikots von Dinarsuspor, Zeytinburnuspor, Dostluk und Marshall, dem informellen Frauen-Fussballklub von Galatasaray. Sie gewann Meisterschaften und absolvierte sogar ein Probetraining für das Nationalteam.

Was sie heute macht, hat zwar immer noch mit Fussball zu tun, bringt aber wesentlich mehr Arbeit mit, als ihre aktive Karriere. Alles begann mit [*Kubra ile Futbol*](https://www.youtube.com/channel/UC9V55OmdgpeGPjRFit25D7A) ("Fussball mit Kubra"), ihrem YouTube-Kanal mit Trainingsinhalten, der inzwischen über 50.000 Abonnenten hat.

"Ich wollte mit diesem Projekt online gehen, weil es Mädchen gibt, die in ihrer Stadt keinen Fussballklub haben", erklärt sie. "Ich will sie damit inspirieren. Man kann sich nämlich selbst das Fussballspielen beibringen. Ich veröffentliche pro Woche ein Video. Meistens geht es darin um Technik – wie man Pässe schlägt, wie man schießt, bis hin zu lustigen Kabinettstückchen wie Fallrückziehern."

Ursprünglich richtete sich Keskindokurs Projekt zwar an an Mädchen, aber die Inhalte sind für alle da.

"Ich möchte auch Jungen inspirieren", sagt sie. "An den Jungs, die meine Videos ansehen, schätze ich, dass sie nicht diskriminieren. Sie lernen etwas und bedanken sich bei mir dafür."

2016 wurde Keskindokur die erste Trainerin an Barcelonas Fussballschule in Istanbul. Dort trainiert sie Jungen und Mädchen im Alter von acht bis 14 Jahren. Im vergangenen Sommer hatte sie die Ehre, an der ersten [FIFA-Frauenfussballtagung](https://www.fifa.com/womens-football/news/final-conclusions-reached-at-fifawfc2019) teilzunehmen, die im Vorfeld der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™ in Paris stattfand.

Für Keskindokur wurde dort "Geschichte geschrieben". Wir hatten wichtige Gespräche darüber, wie wir im Frauenfussball Fortschritte erzielen können. Ich war stolz, dabei zu sein, und meinem Land Hoffnung zu bringen."

Stolz macht sie auch nach wie vor ihre Rolle in der Fan-Bewegung.

"Die erste Botschafterin aus der Türkei zu sein, hat mein Leben positiv verändert", sagt sie. "Das zeigt, dass sich die FIFA und die Weltgemeinschaft des Fussballs um uns kümmern. Ich erlebe das. Meine Fans erleben das. Ich lebe und erlebe Fussball heute ganz anders denn als Spielerin. Es ist fantastisch, neue Leute kennen lernen zu können. Die Fan-Bewegung ist eine Fussballfamilie."

Und wie geht es weiter? Keskindokur wird weiter ihren YouTube-Kanal betreiben, weiter als Trainerin arbeiten, weiter Artikel über Psychologie im Fussball verfassen und weiter in der Fan-Bewegung aktiv sein. Obendrein hat sie im September ihren eigenen Fussballverein eröffnet. [*Sihirli Kramponlar*](https://www.instagram.com/sihirlikramponlar.fa/) ist ein Klub für Mädchen zwischen acht und zwölf. Dort entwickeln sie mit Keskindokurs Lernmethoden ihre fussballerischen Fertigkeiten. Das Training hat im November begonnen.

"Das Tolle am Fussball ist, dass er eine wunderbare universelle Sprache ist", sagt Keskindokur. "Man kann mit verschiedenen Altersgruppen kommunizieren, mit verschiedenen Geschlechtern, mit Leuten unterschiedlichster Herkunft. Fussball fördert das Teamwork. Man braucht lediglich einen Ball."

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