#WeLiveFootball

Ein Volunteer und ihr unerwarteter Trip zur FIFA Frauen-WM

FIFA Fan Movement member Ketsia Nkumbu poses with the Spain national team at the FIFA Women's World Cup 2015™ in Canada
© Getty Images

Als sie 17 Jahre alt war, bekam Ketsia Nkumbu einen Anruf, der die Rolle des Fussballs in ihrem Leben völlig verändern sollte. Dabei war ihr zunächst nicht einmal klar, dass der Anruf überhaupt für sie war.

"Der kanadische Fussballverband rief bei uns zu Hause an", so die in Montreal geborene Ketsia gegenüber FIFA.com. "Ich dachte zuerst, sie wollten mit meiner jüngeren Schwester sprechen, aber der Anruf war für mich."

Nissi, die jüngere Schwester, war eine talentierte Fussballerin, die sich gerade im Nachwuchsbereich ihrer Heimatprovinz Quebec ihren Weg bahnte. Ketsia selbst war eine schnelle und dynamische Stürmerin, doch als sie ihre College-Bewerbungen schrieb, hatte sie sich eigentlich schon damit abgefunden, dass ihre Chance bereits vorbei wäre, den Fussball zu einem aktiven Teil ihres Lebens zu machen.

Doch dann entdeckte Ketsias Mutter Itifo ein Angebot und erkannte sofort die Chance, dass ihre mittlere Tochter ihren Lebenslauf vielleicht mit der Arbeit als Volunteer bei der FIFA U-20-Frauen-WM und der FIFA Frauen-WM aufwerten könnte, die mit einem Jahr Abstand in Kanada stattfinden sollten. Ohne dass Ketsia davon wusste, meldete Itifo ihre Tochter als potenziellen Volunteer an – eine Aktion, so, Ketsia, die "einfach typisch für meine Mutter" ist.

Nun also war Canada Soccer am Telefon und teilte Ketsia mit, dass ihre Bewerbung als Volunteer erfolgreich war.

"Ich hatte keinerlei Ahnung, wovon die Rede war, aber ich musste so tun, als wüsste ich Bescheid", so Ketsia. "Also sagte ich schnell, dass ich auf jeden Fall dabei sein wollte. Dabei wusste ich noch nicht einmal, dass es so was überhaupt gab! Ich rief meine Mutter an, um ihr von dem Anruf zu berichten – und dann gestand sie mir, dass sie mich angemeldet hatte."

Das Telefongespräch war der Beginn eines Weges, der Ketsia nicht nur als Volunteer zu den beiden Turnieren in Kanada, sondern auch zur UEFA EURO 2016 der Frauen in Frankreich führte. Heute ist Ketsia Mitglied der [FIFA Fan-Bewegung](https://www.fanmovement.com/ "undefined"). Sie ist mit einigen Topstars aus der Welt des Fussballs zusammengetroffen und hat hautnah miterlebt, wie globale Fussballturniere vorbereitet werden. Diese Erfahrung ist für sie "die beste ihres Lebens".

"Ich habe damals im Bereich Akkreditierung gearbeitet, aber ich bin auch mit vielen anderen Bereichen in Berührung gekommen", sagt sie über ihre Einsätze als Volunteer. "2015 konnten die Teams nicht alle ins Akkreditierungszentrum kommen. Daher sind wir zu einigen von ihnen in die Hotels gefahren. Man konnte dort miterleben, wie viel Spaß sie hatten. Sie waren ganz entspannt und genossen die gemeinsame Zeit.

Wir haben beispielsweise das brasilianische Team besucht und dabei auch ein bisschen mit Marta gesprochen. Ich habe gezittert, so aufgeregt war ich! Ich wusste überhaupt nicht, was ich machen sollte. Aber sie war sehr lustig und angenehm. Das ganze Team war völlig cool."

Ketsia Nkumbu, a member of the FIFA Fan Movement, volunteering at the FIFA Women's World Cup 2015™
© Others

Ketsia und ihr Volunteer-Team verbrachten kurz vor der WM 2015 auch viel Zeit mit dem spanischen Team. Das Eröffnungsspiel des Turniers sahen sie im Hotel an der Seite von FIFA-Legende Veronica Boquete und Co.

Gegen Ende ihrer Collegezeit hatte Ketsia gemischte Gefühle in Bezug auf ihre Zukunft. Der Fussball allerdings war für sie auch weiterhin eine Quelle des Optimismus.

"Ich sah zu, wie meine Freundinnen ihren Abschluss machten und viele von ihnen dann zur Universität gingen. Und ich fragte mich, wie es für mich wohl weitergehen würde", so Ketsia. "Oft war ich ziemlich traurig, aber der Fussball hat mich jedes Mal wieder aufgebaut.

Einmal bin ich am Sonntagfrüh um sechs Uhr aufgestanden, um AC Mailand gegen Sassuolo zu sehen. Ein anders Mal habe ich drei EM-Qualifikationsspiele in Folge geschaut, ohne müde zu werden. Fussball wurde für mich zu einem sicheren Rückzugsort."

Nach ihrem eigenen College-Abschluss schrieb sich Ketsia an einer Journalistenschule ein. Heute arbeitet sie für ein kanadisches Fussballmagazin und schreibt über die aufblühende Fussballkultur in ihrem Heimatland.

"Kanada ist ein sehr multikulturell geprägtes Land, und Montreal ganz besonders. Hier sprechen wir Französisch und Englisch gleichermaßen", so Ketsia, deren Eltern in den 1980er Jahren aus Kongo einwanderten. "Viele Menschen kommen hierher, aus Europa, Afrika und Südamerika. Sie alle bringen ihre eigene Kultur mit. Ich finde das ziemlich toll."

Der Fussball spielt also auch weiterhin eine wichtige Rolle in Ketsias Leben, die auch für andere ermutigende Worte findet.

"Dies ist die beste Zeit, als Frau im Fussball engagiert zu sein", so ihre Überzeugung. "Ich liebe den Slogan der diesjährigen WM, "Dare to shine", denn wir müssen tatsächlich vor der ganzen Welt glänzen.

Wir können Dinge in Angriff nehmen, die es nie zuvor gab, und ein tolles Netzwerk aus talentierten, selbstbewussten und leidenschaftlichen Frauen aufbauen, die tatsächlich etwas bewegen wollen."

Mehr zu diesem Thema erfahren

Empfohlene Artikel