Statistik

Sunil Chhetri schießt Indien zu historischem Erfolg 

© AFP
  • Indien erreicht höchsten Sieg beim AFC Asien-Pokal und ersten seit 1964
  • Rekordtorschütze Sunil Chhetri verbucht Doppelpack und überholt Lionel Messi
  • Chhetri: "Wir werden bis zum Schluss kämpfen"

Sunil Chhetri ist schon seit langem eine Ikone des indischen Fussballs. Doch falls es vor dem gestrigen 4:1-Sieg Indiens gegen Thailand im AFC Asien-Pokal noch Zweifler gab, so ist sein Platz in der Fussballgeschichte des Landes nach zwei entscheidenden Treffern in dieser Partie endgültig in Stein gemeißelt.

Schließlich war das kein x-beliebiger Sieg. Vielmehr handelt es sich um Indiens ersten Sieg im AFC Asien-Pokal seit 1964 und um den höchsten, den das Land je in diesem Wettbewerb landen konnte. Darüber hinaus katapultierte das Ergebnis die Inder an die Spitze der Gruppe A. Kein Wunder also, dass Chhetri im Anschluss an diesen bedeutsamen und hart erkämpften Erfolg stolz und begeistert war.

"Sie sehen ja, wie groß der Jubel und die Zufriedenheit sind", so Chhetri. "Ich freue mich sehr für die Jungs. Jeder von Ihnen hat sich die Seele aus dem Leib gerannt und verteidigt. Ich wusste nicht, [dass dies unser erster Asien-Pokal-Sieg seit 15 Jahren war]. Das ist ein gutes Gefühl, denn wir sind in einer schweren Gruppe gelandet. Als wir angefangen haben darüber nachzudenken, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass alle anderen Teams erfahrener und besser sind als wir. Doch an der Art, wie die Jungs gekämpft haben, kann man unsere Charakterstärke ablesen. Wie ich bereits sagte, sind wir ein sehr kniffliger Gegner. Wir sind vielleicht nicht das technisch versierteste Team, aber wir kämpfen bis zum Ende. Das haben die Jungs gezeigt."

Chhetris Doppelpack – ein präzise ausgeführter Elfmeter gefolgt von einem Traumschuss unter die Latte – schlug auch weit über den asiatischen Kontinent hinaus Wellen. Mit diesen beiden Treffern baute der indische Rekordtorjäger nämlich seinen eigenen Torrekord auf 67 Treffer aus und schob sich im weltweiten Ranking damit zwischen zwei Titanen des modernen Fussballs.

Rekordtorschützen in Länderspielen weltweit (noch aktive Spieler)

Cristiano Ronaldo: 85
Sunil Chhetri: 67
Lionel Messi: 65

Doch der 34-Jährige ist lange genug dabei, um zu wissen, wie gefährlich es sein kann, sich in solchen Erfolgen zu sonnen. "Über meine Tore kann ich vielleicht in zehn Jahren nachdenken", erklärte er gestern. "Im Moment müssen wir uns konzentrieren. Die Tore müssen fallen, und es ist ganz egal, wer sie schießt."

Der Routinier weiß genau, dass noch größere Herausforderungen und potenziell größere Erfolge auf das Team warten, auch wenn Indien in den Vereinigten Arabischen Emiraten bereits Geschichte geschrieben hat.

Als nächstes steht ein Kräftemessen mit dem Gastgeber an, und zum Abschluss der Gruppenphase treffen die Inder dann auf Bahrain, gegen das sie beim Asien-Pokal 2011 noch mit 2:5 das Nachsehen hatten. Laut Chhetri, der bei der damaligen Niederlage auf dem Platz stand und einen Treffer erzielte, kann Indien seine Hoffnungen auf eine überraschende Qualifikation für die K.-o.-Runde nur aufrechterhalten, wenn man sich ebenso kampfstark präsentiert wie im Auftaktspiel.

"Das wird schwer werden, denn alle drei Mannschaften sind wirklich gut", meint der Stürmer. "Sie haben ja gesehen, wie die VAE und Bahrain gespielt haben [beim 1:1-Unentschieden im Eröffnungsspiel des Turniers]. Bahrain war wirklich klasse, und die VAE sind die Heimmannschaft und technisch gut. Für uns ist jedes Spiel ein Kampf."

Aus für Milovan Rajevac

Während Chhetri und Indien am nächsten Spieltag um weitere Erfolge kämpfen können, ist Milovan Rajevacs Turnierbeteiligung vorzeitig zu Ende gegangen. Thailands Nationaltrainer, der sich einen Namen gemacht hatte, als er mit Ghana ins Viertelfinale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ eingezogen war, wurde nur wenige Stunden nach der überraschenden 1:4-Niederlage entlassen.

Der 65-jährige Serbe, der eingeräumt hatte, dass sein Team "hinter den Erwartungen zurückgeblieben" war und dass die Inder "absolut verdient" gewonnen hatten, war seit April 2017 im Amt gewesen. Dennoch bedeutete die Niederlage das Ende seiner Amtszeit, wie Somyot Poompanmoung, Präsident des thailändischen Fussballverbands, bestätigte: "Das Ergebnis entspricht nicht dem, was wir von der thailändischen Nationalmannschaft erwarten und was unsere Fans verdienen."

Sirisak Yodyardthai, zuvor Rajevacs Assistent, übernimmt den Posten des Cheftrainers auf Interimsbasis bis zum Ende des Turniers. Am Donnerstag wird er beim Spiel der Gruppe A gegen Bahrain zum ersten Mal als Hauptverantwortlicher auf der Trainerbank sitzen.

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