Fussball aus aller Welt

Südamerikas Hochkaräter hinterlassen Eindruck

Angel di Maria of Argentina celebrates with teammate Lionel Messi
© Getty Images

Am ersten Länderspieltag nach der UEFA EURO 2012 gab es in 30 hochkarätigen Partien einen wahren Torreigen. Dabei beeindruckten vor allem die südamerikanischen Teams. FIFA.com fasst zusammen.

Brasilien gewann souverän gegen Schweden (3:0) und Argentinien mit seiner spielfreudigen Truppe um Lionel Messi mit 3:1 gegen Deutschland. Uruguay zeigte sich gewohnt defensivstark, wurde beim 0:0 gegen Frankreich aber auch nicht sonderlich gefordert.

Aber der Spieltag hat auch gezeigt, dass England solide spielt, dass Deutschland Abwehrprobleme hat und dass die Schweiz und Belgien abgebrüht sind - wichtige Erkenntnisse vor dem Start in die Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ im September.

Das Spiel des Tages*Schweden - Brasilien 0:3
*Tore: Leandro Damiao (32.), Alexandre Pato (84., 86. Elfm.)

Wenige Tage nach der Enttäuschung im Spiel um die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen von London 2012 zeigte sich Brasilien gut erholt und gewann gegen Schweden (ohne Zlatan Ibrahimovic) souverän mit 3:0. Durch die Mitte kommend und mit Leandro Damiao an seiner Seite, war Neymar viel besser aufgelegt. Bester Beleg war seine mustergültige Hereingabe auf den Sturmpartner, die dieser per Kopf verwertete. Beide erarbeiteten sich auch nach der Führung noch weitere Chancen, doch Alexandre Pato übertraf sie mit seinem Doppelpack binnen drei Minuten noch. Die Seleçao bestätigte damit ihr enormes Offensivpotenzial - und Trainer Mano Menezes hat noch knapp zwei Jahre Zeit, die Abstimmung in seinem Kader weiter zu optimieren.

Die weiteren SpieleGegen eine stark verjüngte italienische Mannschaft, die ihr Heil vom Anpfiff an in der Offensive suchte, spielte England zunächst abwartend und dann eiskalt. Zwar brachte Daniele de Rossi die Gäste zunächst früh mit einem wuchtigen Kopfball in Führung, aber Phil Jagielka besorgte mit einem sehenswerten Flugkopfball den Ausgleich, ehe sich Jermaine Defoe durch die italienische Abwehr dribbelte und zehn Minuten vor Schluss das Spiel drehte. Es war ein gutes Vorbereitungsspiel mit einem gerechten Ergebnis.

Ohne diverse Stammspieler hatte Deutschland gegen die spielfreudigen Argentinier um Lionel Messi große Probleme. In der ersten Hälfte konnte die Mannschaft von Joachim Löw dennoch mithalten. Einzig das Eigentor von Sami Khedira trübte das Gesamtbild. Zudem wurde der deutsche Torhüter Ron-Robert Zieler wegen einer Notbremse vom Platz gestellt. Für ihn kam Marc-André ter Stegen - und hielt einen Elfmeter von Messi. Doch der Fussballer des Jahres ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen, sondern erhöhte in der Folge seine Schlagzahl. Mit Erfolg: Nachdem er sich gegen vier Deutsche durchgesetzt hatte, schoss er doch noch sein Tor. Angel di Maria legte später noch mit einem trockenen Schuss aus 35 Metern nach. Messi zeigte sich treffsicher und scheint mit Sergio Agüero und Gonzalo Higuain bestens zu harmonieren. Deutschland gelang durch einen Kopfball von Benedikt Höwedes noch der Ehrentreffer zum 1:3.

Sechs Tore von sechs verschiedenen Torschützen gab es im Nachbarschaftsduell zwischen den Niederlanden und Belgien zu bestaunen. Das lag vor allem an den Belgiern, die das Spiel zwischen der 75. und der 80. Minute zu einem 4:2 drehten. Allerdings dürften es sowohl Louis Van Gaal als auch Marc Wilmots schwer haben, aus diesem Offensivspektakel Erkenntnisse zu ziehen.

Gegen eine schon traditionell gut organisierte und defensivstarke Mannschaft aus Uruguay fehlten Frankreich trotz insgesamt guter zweiter Hälfte erneut die Mittel, um über ein 0:0 hinaus zu kommen.

Dank eines überragenden Xherdan Shaqiri im Mittelfeld setzte sich die Schweiz in Split mit 4:2 gegen Kroatien durch. Es war die vielleicht beste Leistung der Eidgenossen unter Ottmar Hitzfeld. Zwar konnten die Kroaten durch Eduardo zwei Mal einen Rückstand ausgleichen, doch Mario Gavranović stellte mit zwei Treffern eiskalt den Endstand von 4:2 her.

Portugal wurde gegen Panama (2:0) nicht sonderlich gefordert. Ein Tor schoss Cristiano Ronaldo, das zweite von Nelson Oliveira legte er auf, ehe er nach einer Stunde vom Platz ging.

Ein ähnliches Bild bot sich bei der Partie Puerto Rico gegen Spanien (1:2). Bereits Ende des ersten Durchgangs erzielten Santi Cazorla und Cesc Fabregas die beiden entscheidenden Tore. Puerto Rico jedoch machte es noch einmal spannend, als Marc Cintron einen langen Abschlag seines Torhüters perfekt ausnutzte.

Aufmerken ließ auch Griechenland beim 3:2-Auswärtserfolg in Oslo.

Angeführt von einem brillanten Didier Drogba holte die Elfenbeinküste in Moskau ein 1:1 gegen Russland. Das Tor für die Hausherren schoss erneut Alan Dzagoev, Russlands bester Torjäger der UEFA EURO 2012. Aber die Ivorer von Neutrainer Sabri Lamouchi schlugen durch Max-Alain Gradel zurück und sind jetzt seit drei Partien ungeschlagen.

Afrika-Meister Sambia unterlag derweil der Republik Korea durch einen Doppelpack von Lee Keunho (Ulsan) und Ghana musste in der Begegnung gegen die VR China bis zur 80. Minute warten, bis Verteidiger John Boye (Rennes) das 1:1 erzielte.

Der Spieler des Tages Pelé - 54 Jahre nach seinem großen Durchbruch bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Schweden 1958™ mit zwei Toren kehrte Pelé am Dienstag ins Rasunda-Stadion von Solna zurück, um bei der Neuauflage des Endspiels den Anstoß auszuführen. Es war wohl kein Zufall, dass er den Ball dabei ausgerechnet auf Neymar spielte - den bislang letzten in einer langen Reihe designierter Erben.

Das Tor des Tages*Kroatien - Schweiz 2:4 (Eduardo, 20.)
*Kroatiens eingebürgerter Brasilianer Eduardo Alves da Silva brachte den Ball nach einer Hereingabe von rechts wunderbar volley unter Kontrolle und vollendete dann mit links trocken unter die Latte des von Diego Benaglio gehüteten Tores.

Die Zahl des Tages4 - So viele neue Trainer gaben am Dienstag mit Blick auf die anstehende Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ ihr Debüt. Fabio Capello saß erstmals bei Russland auf der Bank, Didier Deschamps gab seinen Einstand bei Frankreich, Louis van Gaal bei den Niederlanden und Marc Wilmots bei Belgien. Wilmots war der einzige, der zuvor schon Interimstrainer gewesen war - und der einzige, der einen Sieg einfuhr.

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