Startschuss zur WM-Qualifikation in der CONCACAF

The national football teams of Bermuda (R) and Trinidad and Tobago, pose before their 2014 Brazil Wo
© AFP

Die am niedrigsten platzierten Teams der CONCACAF-Zone unternehmen in der kommenden Woche ihre ersten Schritte auf dem Weg zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™. In sieben Duellen mit Hin- und Rückspiel ermitteln die 14 in der Weltrangliste am schlechtesten notierten Länder die Mannschaften, die in die nächste Runde einziehen. Auch wenn die Namen der meisten Akteure relativ unbekannt sein dürften, sind in dieser ersten Ausscheidungsrunde intensive Partien zu erwarten. Denn für sieben Teams wird dieser erste Schritt nach Russland zugleich der letzte sein.

Das Topspiel
Bahamas - Bermuda, Thomas A. Robinson Stadium, Nassau, 25. März

Andrew Bascome, der Trainer Bermudas, will auf die Jugend setzen, um mit seinen Gombey Warriors den Sieg davonzutragen. Da sich Akteure wie Khano Smith oder Shaun Goater längst in den Ruhestand verabschiedet haben, sind in der Mannschaft keine bekannten Namen zu finden. Stattdessen hat Bermuda ein Team zusammengestellt, das eine Mischung aus so genannten "Young Boys" aus den einheimischen Ligen, einigen in England aktiven Profis sowie Universitätsstudenten aus den USA ist. Bascome ist bestrebt, das alte System, das auf schnellen Flügelspielern und kräftigen Mittelstürmern basierte, hinter sich zu lassen und einen moderneren und variableren Fussball zu spielen.

"Wir wollen hoch stehen und Druck ausüben", sagt er im Gespräch mit FIFA.com. "Wir haben junge Spieler mit frischen Beinen und wollen etwas aufbauen." Diese Worte könnten sein Gegenüber auf der Trainerbank der Bahamas, Dion Godet, durchaus etwas beunruhigen. Denn sein Team ist in der Rangliste 25 Plätze niedriger eingestuft, außerdem findet das Hinspiel in Nassau statt. So wird der Druck, einen guten Start hinzulegen, schwer auf den Schultern seiner Schützlinge lasten. Die Auswahl von Bahamas besteht ausschließlich aus Amateurspielern und könnte ohne einen Kern von Profis, die die erforderliche Ruhe für ein solches Großereignis mitbringen, in große Bedrängnis geraten.

Die anderen Spiele
Barbados startet vor heimischem Publikum in Bridgetown gegen das Team der Amerikanischen Jungferninseln in die WM-Qualifikation. Die Gastgeber sind für ihr körperbetontes, temporeiches Spiel bekannt. Die zuversichtlich in das Duell gehenden Gäste wiederum haben mit einem neuen, technisch anspruchsvolleren Ansatz experimentiert. Sie haben zudem eine Reihe junger Universitätsspieler in ihren Reihen, die die Gelegenheit nutzen wollen, um sich einen Namen zu machen.

Nicaragua ist eines von nur zwei mittelamerikanischen Vertretern in der ersten Runde. Das Land ist zwar eher für seine Begeisterung für Baseball bekannt, doch die Fussballer wollen auf dem Weg nach Russland 2018 aus dem Schatten des nationalen Lieblingssports heraustreten. Nicaragua schickt eine größtenteils unbekannte Auswahl ins Rennen, da der Fussball noch unter den Folgen eines Manipulationsskandals leidet, der zur Suspendierung zahlreicher etablierter Spieler führte. Nicaraguas Gegner Anguilla startet hoffnungsfroh in die erste Runde, obwohl es das am schlechtesten platzierte Team der Region ist und auch weltweit auf dem vorletzten Rang liegt.

St. Kitts und Nevis geht als Favorit in die Heimbegegnung in Basseterre gegen die Turks- und Caicos-Inseln. Angeführt von ihrem Kapitän und Major-League-Soccer-Spieler Atiba Harris werden die Gastgeber dennoch alle Hände voll zu tun haben. Denn ihre Gegner reisen mit dem in der NASL bei den San Antonio Scorpions spielenden Duo Billy Forbes und Marc Fenelus an.

Auch auf Belize wird in den ersten Runden der CONCACAF-Zone zu achten sein. Die Mittelamerikaner befinden sich seit einiger Zeit im Aufwind und qualifizierten sich 2013 für den CONCACAF Gold Cup. Sie werden im Hinspiel gegen die Gäste aus den Cayman-Inseln der haushohe Favorit sein.

Komplettiert wird das Geschehen durch die Duelle zwischen den Britischen Jungferninseln und Dominica sowie zwischen Montserrat, das seit den Vulkanausbrüchen von 1995 mit starkem Bevölkerungsrückgang kämpft, und Curacao. Letzteres Team wird allein schon durch die Anwesenheit von Nationalcoach Patrick Kluivert besonders motiviert sein.   

Der Spieler im Fokus
Der Kapitän von St. Kitts und Nevis, Atiba Harris, ist in der ersten Runde der Spieler mit der wohl größten Profi-Erfahrung. Der 30-jährige Stürmer begann seine Karriere in den unteren Klassen Spaniens, bevor er in die USA ging, wo er für mehrere Teams aktiv war. So stand er für insgesamt sechs Klubs der U.S.-Profiliga auf dem Platz und kehrte kürzlich zum FC Dallas zurück, für den er früher bereits gespielt hatte. Harris vereint Schnelligkeit und Kraft, ist allerdings auch dafür bekannt, gelegentlich seine Beherrschung zu verlieren. Von seinem Trainer wird er als "das Gesicht des Profifussballs in St. Kitts und Nevis" bezeichnet.

Hätten Sie‘s gewusst?
Curacao ist das einzige niederländischsprachige Land des Wettbewerbs und das einzige Team, das von einem ehemaligen UEFA Champions-League-Sieger trainiert wird. Oranje-Legende Patrick Kluivert, dessen Mutter auf Curacao geboren wurde, unterschrieb einen Sechs-Monats-Vertrag und will dazu beitragen, das Team zu professionalisieren. Mehr als die Hälfte der Nationalauswahl soll aus dem niederländischen Profibetrieb stammen.

Die Statistik
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Anguilla, eine Insel mit weniger als 14.000 Einwohnern, hat seit der ersten Teilnahme im Jahr 2002 noch nie eine WM-Qualifikationspartie gewinnen können. Insgesamt bestritt das Team aber erst acht Spiele, so dass diese Statistik nicht ganz so schlecht ist, wie sie aussieht. Das Land liegt in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste auf dem vorletzten Platz, so dass es für Anguilla nur aufwärts gehen kann. 

Das Zitat
"Vielleicht kennen die Menschen viele unserer Namen nicht, doch wir verfügen über einige Jungs mit sehr guten technischen Fähigkeiten. Ich denke, wir werden in dieser Hinrunde für eine Überraschung sorgen, und dann werden einige unserer Namen bekannt sein." Dusty Good, Kapitän der Amerikanischen Jungferninseln, kündigt im Vorfeld des Duells gegen Barbados gegenüber FIFA.com eine große Überraschung an.

Erste Runde der CONCACAF (Hinspiele) für Russland 2018
22. März

Barbados - Amerikanische Jungferninseln*
23. März *
Nicaragua - Anguilla
St. Kitts und Nevis - Turks- und Caicos-Inseln
25. März
Bahamas - Bermuda
Belize - Cayman-Inseln
26. März
Britische Jungferninseln - Dominica
27. März
Curacao - Montserrat
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Unter "Dokumente" finden Sie 18 häufig gestellten Fragen zur Vorausscheidung für Russland 2018.*

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