Das Jahr im Rückblick

Spuren in der Geschichte, Leere in unseren Herzen

Minute's silence for Diego Maradona
© Getty Images
  • 2020 sind große Namen des Fussballs von uns gegangen
  • Unter ihnen waren die Legenden Diego Maradona und Paolo Rossi und zwei weitere Weltmeister
  • Verabschieden mussten wir uns auch von einigen namhaften Trainern

Auch 2020 sind wieder ehemalige Spieler von uns gegangen, denen wir einige der größten Momente in der Geschichte der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ verdanken. Außerdem mussten wir uns von einigen Trainerlegenden und anderen großen Namen des Fussballs verabschieden. FIFA.com verneigt sich mit diesem Nachruf, der keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit hat, von Spielern und Trainern, die in ihrem Leben und ihrer Karriere unauslöschliche Spuren hinterlassen haben – und mit ihrem Tod in diesem ohnehin traurigen Jahr eine große Leere.

Er war Genie, Mythos, Legende, Monument, Idol und für manche sogar ein Gott: Diego Maradona verstarb am 25. November im Alter von 60 Jahren. Es ist unmöglich, hier alle Erfolge des Argentiniers aufzuführen. Auch die Respektbekundungen und Würdigungen sind nicht zu zählen. FIFA.com hat deshalb entschieden, ihm eine ganze Seite zu widmen, auf der Sie alles finden, was Sie über einen der größten Spieler Zeiten wissen müssen.

Tribut an Diego Maradona

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Nur wenige Tage später, am 9. Dezember, verstarb auch Paolo Rossi. Vier Jahre vor Mexiko 1986, wo Maradonas Stern endgültig erstrahlte, begeisterte der Italiener bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Spanien 1982™. Auch er wurde Weltmeister und gewann den Titel des besten Spielers des Turniers. Und auch für Pablito Rossi, eine Legende des calcio und des Weltturniers, hat FIFA.com eine Sonderseite über sein Leben, seine Karriere und seine Würdigungen eingerichtet:

Tribut an Paolo Rossi

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Geprägt war das abgelaufene Jahr auch durch den Verlust gleich zweier englischer Weltmeister. Verteidiger Jack Charlton und Mittelfeldspieler Nobby Stiles gewannen den Titel 1966 im eigenen Land. Jack Charlton war der jüngere Bruder des legendären Bobby Charlton. Er bestritt 35 Länderspiele für die Three Lions und verbrachte seine gesamte, 21 Jahre währende Vereinskarriere von 1952 bis 1973 bei Leeds United. Auch als Trainer war er später erfolgreich und führte die Republik Irland 1988 zu ihrer ersten UEFA EURO und zu ihren ersten beiden WM-Teilnahmen 1990 und 1994.

Nobby Stiles wiederum verbrachte den Großteil seiner Karriere bei Manchester United. Zur englischen Nationalmannschaft stieß er erst ein Jahr vor der WM im eigenen Land. Dort bestritt er dann jedoch alle Spiele über die volle Länge. Seine Sternstunde war das Halbfinale, als er einen gewissen Eusébio kaltstellte, den besten Torschützen des Turniers.

Apropos Sternstunde: Was den Three Lions im positiven Sinne unvergessen bleibt, ist für Finalgegner Deutschland eine der bittersten Niederlagen. Der damalige deutsche Nationaltorhüter Hans Tilkowski war einer der Ersten, die das berühmte und wohl kontroverseste Tor der WM-Geschichte von Geoff Hurst sehen konnten. Der Torhüter der Mannschaft verstarb am 5. Januar, wahrscheinlich bis zuletzt überzeugt, dass der Ball die Linie nicht vollständig überschritten hatte. Gegenspieler Hurst würdigte Tilkowski mit folgenden Worten:

Mit Rob Rensenbrink verstarb in diesem Jahr ein weiterer WM-Finalist. Rensenbrink, einer der besten niederländischen Spieler aller Zeiten, verpasste den Titel dabei auf schon historisch knappe Weise: Im Endspiel von Argentinien 1978 – vier Jahre nach dem verlorenen Finale gegen Deutschland – schoss er den Ball kurz vor Schluss beim Stand von 1:1 gegen den Pfosten des von Ubaldo Filliol gehüteten Tors. In der Verlängerung setzte sich die Albiceleste mit 3:1 durch. "Daran werde ich bis zu meinem Tod denken", sagte er einst. Rob Rensenbrink starb am 24. Januar.

Während Oranje bei den Weltmeisterschaften 1974 und 1978 begeisterte, saßen die Engländer daheim vor den Fernsehern. Sie hatten sich nicht qualifiziert, obwohl sie den Schlussmann des FC Liverpool zwischen den Pfosten hatten, der seinerzeit in Europa das Maß aller Dinge war. Ray Clemence, Europapokalsieger 1973 und 1976 und Sieger des Pokals der Landesmeister 1977, 1978 und 1981, spielte erst 1982 die WM. 1996 wurde die ehemalige Nummer 1 der Reds und von Tottenham Hotspur dann Torwarttrainer der englischen Nationalmannschaft. Diese Funktion hatte Clemence bis 2012 inne, ehe bei ihm Prostatakrebs festgestellt wurde. Nach 15 Jahren Kampf erlagt er der Krankheit schließlich im November 2020.

Football, 1978 World Cup Final, 25th June 1978, Buenos Aires, Argentina, Argentina 3 v Holland 1, (aet), Holland's Rob Rensenbrink takes on the Argentina defence
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Irak kommt auf genau eine WM-Teilnahme. 1986 in Mexiko verlor die Mannschaft seinerzeit zwar alle drei Vorrundenbegegnungen gegen Belgien, Mexiko und Paraguay, hatte gegen die Diables Rouges aber dennoch ihren Augenblick für die Geschichtsbücher, als Ahmed Radhi ins Tor traf. Er ist bis heute der einzige WM-Torschütze Iraks. Die Nationalmannschaftslegende (62 Tore in 121 Länderspielen) verstarb im Juni an COVID-19.

Auch der Senegalese Papa Bouba Diop ist in seiner Heimat ein Nationalheld, seit er das erste WM-Tor für die Löwen von Teranga schoss. Es war das 1:0 gegen Titelverteidiger Frankreich bei der FIFA Fussball-WM Korea/Japan 2002™. Am 29. November verstarb der ehemalige Mittelfeldspieler 42-jährig an den Folgen einer amyotrophen Lateralsklerose.

Als Diop 18 Jahre zuvor sein berühmtes Tor schoss, war Bruno Martini bei Gegner Frankreich für die Torhüter verantwortlich. Der ehemalige Nationaltorhüter (31 Länderspiele) verstarb in der Nacht vom 19. auf den 20. Oktober im Alter von 58 Jahren, nachdem er einige Tage zuvor einen Herzstillstand erlitten hatte. Überhaupt war die französische Nationalmannschaft 2020 arg getroffen, denn sie musste auch zwei ihrer ehemaligen Trainer betrauern.

Michel Hidalgo verstarb am 26. März, vier Tage nach seinem 87. Geburtstag. 1976 zum Nationaltrainer avanciert, formte Hidalgo aus einem zusammengewürfelten Haufen nach und nach eine spielstarke Mannschaft, mit der er sich 1978 erstmals nach zwölf Jahren wieder für eine Weltmeisterschaft qualifizierte. Vier Jahre später führte er Frankreich in Spanien 1982 bis ins Halbfinale gegen Deutschland, das unter dramatischen Umständen verloren ging.

Auch Gérard Houllier erlebte sein Drama mit den Bleus, als er am letzten Spieltag der Qualifikation für die FIFA Fussball-WM USA 1994™ in letzter Minute gegen Bulgarien ausschied. Aber als er Mitte Dezember herzkrank verstarb, überwogen die guten Erinnerungen vor allem bei den Anhängern von Paris Saint-Germain, Liverpool und Olympique Lyon, denen er zahlreiche Titel beschert hatte.

Auch Alejandro Sabella erlag am 8. Dezember einem Herzleiden. Der ehemalige argentinische Nationaltrainer der Jahre 2011 bis 2014 verstarb mit 66 Jahren, kaum sechs Jahre, nachdem er die Albiceleste ins Endspiel von Brasilien 2014 geführt hatte, das sein Team in der Verlängerung mit 0:1 gegen Deutschland verlor. Mit Estudiantes de La Plata erreichte Sabella zudem 2009 als Sieger der Copa Libertadores das Finale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft, in dem seine Mannschaft jedoch ebenfalls unterlag.

Der Serbe Ilija Petkovic schließlich war jugoslawischer Nationalspieler während der Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland. Als er Serbien und Montenegro als Trainer zur FIFA Fussball-WM 2006™ nach Deutschland führte, schloss sich für ihn ein Kreis. Petkovic zählt zu den (zu) vielen Opfern der COVID-19-Pandemie 2020.

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