FIFA Congress

Spektakel in Nassau

Kids at the opening ceremony of the 59th FIFA Congress
© Foto-net

In der Karibik läuft nichts ohne Musik. Deshalb begann auch der 59. FIFA-Kongress, der am 2. Juni 2009 in Nassau eröffnet wurde, mit tänzerischen Darbietungen und einem Song mit dem Titel "Kooza". Moderiert wurde der musikalische Kongressauftakt von der bekannten U.S.-amerikanischen Journalistin Jennifer Santiago.

Nachdem die "Royal Bahamas Police Force Marching Band" die Hymne der FIFA gespielt hatte, begrüßte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter die anwesenden Delegierten der Mitgliedsverbände und erklärte den Kongress offiziell für eröffnet: "In der weltweiten Krisensituation, wie wir sie derzeit erleben, sind vor allem Solidarität und gegenseitiger Respekt gefragt. Gerade der Fussball kann hierbei eine aktive Rolle spielen, denn er führt die Menschen zusammen und verschafft ihnen neue Hoffnung. Eben aus diesem Grund werden wir im Kongressverlauf auch über den Schutz des Spiels und der Akteure, insbesondere der minderjährigen Spieler, sprechen." Danach betrat der Präsident des gastgebenden Fussballverbandes der Bahamas, Anton Sealey, die Bühne.

Ihm folgten der Premierminister der Bahamas, Mr. Hubert A. Ingraham, der neben dem großen Interesse, das dieser Kongress im ganzen Land ausgelöst hat, auch die Bedeutung eines solchen Ereignisses für die Bahamas hervorhob: "Die Bahamas sind traditionell ein Land des Sports und des Tourismus, also eine perfekte Kombination, um diesem Kongress einen würdigen Rahmen zu bieten. Viele fleißige Helfer haben ihren konkreten Beitrag dazu geleistet, dass dieses Großereignis ein voller Erfolg wird. Auf den Bahamas sagt man: 'Ein Mal ist nicht genug', also hoffe ich, dass Sie wiederkommen!"

Nach einem erneuten musikalischen Intermezzo - dieses Mal durch die Trommler der "Royal Bahamas Police Force Marching Band", war der Zeitpunkt gekommen, zu den ernsteren Themen des Kongresses überzugehen. So wie die Mission der FIFA auf drei Themenkreise verteilt ist - den Fussball fördern, die Welt bewegen und eine bessere Zukunft gestalten - verlief auch der weitere Abend.

Drei Themenkreise, drei RedebeiträgeUm die Kongressteilnehmer mit dem Konzept der Förderung des Fussballs vertraut zu machen, ergriff zunächst David Sabir, Generalsekretär des Fussballverbandes der Bahamas, das Wort. In seinem Beitrag ging er ausführlich auf die Entwicklungsprogramme der FIFA ein, die dem Fussball in seinem Land entscheidende Fortschritte bescherten. "Indem uns die FIFA wie allen Mitgliedsverbänden auch den Bau einen Verbandssitzes ermöglichte, konnten wir einen wichtigen Schritt zur weiteren Entwicklung unseres Fussballs vollziehen. Davon profitierten die Mitarbeiter unserer Verwaltung ebenso wie unsere Schiedsrichter, Trainer und Spieler. Und dank der neu gebauten Kunstrasenplätze können inzwischen auch unsere Jüngsten unter ausgezeichneten Bedingungen trainieren - und einen neuen Traum leben, denn mit Hilfe der FIFA können unsere Kinder von einer späteren Karriere träumen."

Zum zweiten Themenkreis, der unter dem Motto "Die Welt bewegen" steht, stellte Jennifer Santiago mit Julie Foudy eine der erfolgreichsten U.S.-amerikanischen Fussballerinnen vor. Foudy ist zweifache Weltmeisterin (1991 und 1999) und gewann 1996 sowie 2004 jeweils Gold beim Olympischen Fussballturnier der Frauen. Die U.S.-Amerikanerin äußerte sich zur aktuellen Entwicklung des Frauenfussballs und unterstrich die Bedeutung von Wettbewerben wie der FIFA U-17- und der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft für die jungen Mädchen in der ganzen Welt, die sich alle sagen können: "Eines Tages bin ich dabei." Foudy betonte, das Niveau im Frauenfussball werde von Jahr zu Jahr besser, vor allem dank der Entwicklungsprogramme der FIFA. Dennoch bleibe noch eine ganze Menge zu tun.

Was den dritten und letzten Themenkreis "Gestaltung einer besseren Zukunft" anbelangt, so sprach dazu Stay-C, Generaldirektorin des künftigen Zentrums 'Football For Hope' in Namibia, das im Rahmen der Initiative "20 Zentren für 2010" seiner Bestimmung übergeben werden wird. "Ziel dieser Initiative ist es, auch den sozial Schwächsten der Gesellschaft Zugang zu einer gesunden Lebensweise und Bildung zu verschaffen. Wir wollen die immense Ausstrahlung nutzen, die von einem FIFA WM-Turnier ausgeht, um dieses Programm unserer Bevölkerung nahe zu bringen", so die Rednerin.

Anschließend begann die Diskussion zum Entwurf der Offiziellen Plakate für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™, für die eine limitierte Auflage geplant ist. Insgesamt 17 zeitgenössische Künstler haben Motive gemalt, die unmittelbar mit dem weltweit bedeutendsten Fussballturnier in Verbindung stehen. Ein Teil des Erlöses aus dem Verkauf dieser Plakate wird der Initiative "20 Zentren für 2010" zufließen.

Romero Britto und die 20 ZentrenEiner der 17 beteiligten Künstler ist der weltweit bekannte Maler Romero Britto aus Brasilien. Er war mit zwei seiner Kunstwerke im Gepäck aus Miami angereist, um sein Engagement für diese Kampagne persönlich zu untermauern: "Für mich ist es eine Ehre, auf diese Weise meinen Beitrag zu einer Fussball-Weltmeisterschaft zu leisten. Der Sport ist Teil meines Lebens, und was mir daran besonders gefällt, ist das, was durch den Sport gefördert wird, nämlich Freundschaft und Menschlichkeit. Deshalb bin ich sehr stolz, heute hier sein zu können." Daraufhin verkündete FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke noch auf der Bühne den spontanen Beschluss, dass die FIFA auch sein zweites Bild erwerben werde und so der Initiative "20 Zentren für 2010" weitere USD 100.000 zufließen würden. "Als wir diese Initiative im November 2008 starteten, haben wir beschlossen, für jeden in der WM-Qualifikation für Südafrika 2010 erzielten Treffer USD 500 bereitzustellen. Allerdings bin ich der Meinung, dass man dafür einfach noch mehr tun muss. Deshalb wird die FIFA in diesem Fall USD 100.000 zur Verfügung stellen", erklärte Valcke dazu.

Dann ging der Abend langsam dem Ende entgegen, bevor morgen die eigentlichen Beratungen der Delegierten aus den Mitgliedsverbänden der FIFA beginnen. Doch weil auf den Bahamas nahezu alles mit Musik und Tanz beginnt und endet, sorgten die "Valley Boys", die frisch gebackenen Preisträger des alle zwei Jahre ausgetragenen Junkanoo-Musikwettbewerbs, mit ihren rhythmischen Trommelklängen für einen schwungvollen Ausklang der Eröffnungszeremonie.

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