Spannung vor den Rückspielen

Bhutanese football player Man Gurung (C-R) vies for the ball
© AFP

Am Dienstag stehen in der ersten Runde der Asien-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ die entscheidenden Rückspiele auf dem Programm. Nach klaren Hinspielsiegen vor eigenem Publikum wollen Indien, Kambodscha und Osttimor den Sprung in die zweite Runde perfekt machen, wo sie auf die restlichen 34 besser platzierten Teams treffen werden. Sri Lanka und Chinese Taipei müssen nach überraschenden Hinspielniederlagen nach Bhutan beziehungsweise Brunei Darussalam reisen, und versuchen, das Blatt dort noch zu wenden. FIFA.com präsentiert die Vorschau auf das Geschehen in Asien.

Das Spiel des TagesBrunei Darussalam – Chinese Taipei, Sultan Hassanal Bolkiah Stadium, Bandar Seri Begawan

Brunei erwischte den hohen Favoriten Chinese Taipei im Hinspiel kalt: Adi Said erzielte per Kopf den einzigen Treffer der Partie, der Brunei einen Überraschungssieg bescherte. Trotz dieses moralisch wichtigen Sieges weiß Bruneis Trainer Mike Wong Mun Heng nur allzu gut um die Entschlossenheit und Offensivstärke der Gäste. Schließlich hatte der Gegner das Hinspiel vor eigenem Publikum fast vollständig dominiert und kam zu insgesamt 17 Torschüssen, von denen allerdings keiner den Weg ins Netz fand. Trotz der überraschenden Pleite ist Trainer Chen Kuei-Jen fest davon überzeugt, dass sein Team den Sprung in die nächste Runde schaffen kann, sofern sich seine Spieler vor dem gegnerischen Tor auf ihre Stärken besinnen.

Chinese Taipei kann sich auf den Erfolg auf dem Weg zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ besinnen, als man einen klaren 6:1-Gesamtsieg gegen Macau einfuhr. Im Vorfeld der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ schied das Team hingegen nach einem 4:4 im Gesamtergebnis gegen Malaysia aufgrund der Auswärtstorregel aus. Kürzlich konnte Chinese Taipei seine Fortschritte mit einem torlosen Unentschieden in einem Freundschaftsspiel gegen die DVR Korea unter Beweis stellen. Das aktuelle Team wird in den lokalen Medien als das stärkste aller Zeiten bejubelt. Besonders große Hoffnungen ruhen auf Kapitän Chen Po-Liang und Stürmer Ko Yu-Ting, die beide in der chinesischen Super League aktiv sind. Brunei dürfte sich erneut auf die im Hinspiel so erfolgreiche Konterstrategie verlegen.

Die anderen SpieleSri Lanka will im Rückspiel Revanche an Bhutan üben, nachdem das Team das Hinspiel vor eigenem Publikum völlig überraschend verlor. Die Schützlinge von Trainer Nikola Kavazovic können trotz der Hinspielniederlage durch das Tor von Tshering Dorji recht optimistisch in das Königreich im Himalaya reisen, hatten sie doch die vorherigen fünf Partien allesamt gewonnen und beispielsweise bei der SAFF-Meisterschaft 2013 einen klaren 5:2-Sieg gegen das Schlusslicht der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste eingefahren.

Für die Mongolei dürfte es allerdings nach der klaren Hinspielniederlage schwer werden, das Blatt noch zu wenden. Die Mongolen können sich mit der Erinnerung an den 1:0-Heimsieg gegen Myanmar motivieren, der ihnen in der gleichen Runde der Qualifikation für Brasilien 2014 gelang, auch wenn sie am Ende mit einem Gesamtresultat von 1:2 ausschieden. 

Die Begegnung zwischen Pakistan und Jemen, die in Lahore ausgetragen werden sollte, wurde aufgrund der aktuellen Sicherheitslage verschoben. Sobald das neue Datum und der neue Austragungsort feststehen, werden diese sofort bekanntgeben. 

Trotz des 3:0-Heimsiegs gegen Macau im Hinspiel muss Kambodscha noch zittern. Denn das Team gilt als notorisch auswärtsschwach und muss voll konzentriert zur Sache gehen, um die Führung sicher ins Ziel zu bringen. In der Qualifikation für Brasilien 2014 hatten die Kambodschaner zunächst einen 4:2-Heimsieg gegen Laos gefeiert, dann aber das Rückspiel mit 2:6 verloren, so dass sie sich mit fliegenden Fahnen aus dem Wettbewerb verabschiedeten.

Nepal zählt auf seine Heimstärke, um die 0:2-Niederlage aus dem Hinspiel in Indien noch wettmachen zu können. Bei der SAFF-Meisterschaft 2013 im eigenen Land gelang dem Team bereits einmal ein 2:1-Sieg gegen den südlichen Nachbarn. Geht man allerdings nach den Leistungen im Hinspiel, stehen die Zeichen dieses Mal gut für die Inder, die die Partie nach Belieben dominierten, obgleich nicht weniger als vier Neulinge im Team standen. Das Toreschießen wird erneut die Aufgabe von Sunil Chhetri sein, Indiens bestem Torjäger aller Zeiten, der mit seinen zwei Treffern zum 2:0-Sieg im Hinspiel sein Konto auf bereits 45 Länderspieltreffer erhöhte.

Der Spieler im FokusChan Vathanaka war im Hinspiel der Held auf Seiten Kambodschas. Der 21-Jährige wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt und erzielte zwei der drei Treffer auf dem Weg zum 3:0-Sieg. Vathanaka gilt in seinem Heimatland als aufstrebender Star und wurde zum wertvollsten Spieler der vergangenen Saison gewählt, in der er mit seinem Team Boeung Ket Angkor Vizemeister der Liga mit zwölf Teams wurde.

Hätten Sie's gewusst?Bhutan ist zum ersten Mal überhaupt dabei, während mit der Mongolei, Macau, Brunei Darussalam, Osttimor, Kambodscha und Pakistan sechs Teams versuchen, erstmals den Sprung aus der ersten Runde zu schaffen.

Zitat"Wir haben im ersten Spiel unser Bestes gegeben, doch nun kommt es darauf an, was wir im zweiten Spiel zeigen können. Wir müssen uns auf unser Spiel konzentrieren und mit der gleichen Einstellung in die Partie gehen wie bei dem Auswärtssieg."
Shahrazen Said (Stürmer, Brunei Darussalam)

Erste Runde der AFC-Qualifikation für die FIFA Fussball-WM 2018™
17. März (Rückspiele):

Nepal - Indien
Mongolei - Osttimor 
Macau - Kambodscha
Brunei Darussalam - Chinese Taipei
Bhutan -Sri Lanka

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