Spannende Duelle in Afrika ausgelost

Egypt’s player Ahmad Shedid Qinawi (R) vies with Ghana's Andre Ayew
© AFP

Bei den letzten beiden FIFA Fussball-Weltmeisterschaften™ waren es jeweils dieselben fünf afrikanischen Mannschaften, die sich für die Endrunde qualifizierten. Das Teilnehmerfeld für Russland 2018 wird sich jedoch definitiv ändern. Grund: Allein drei der fünf afrikanischen WM-Teilnehmer in Südafrika 2010 und Brasilien 2014 wurden derselben Gruppe zugelost. Die Mannschaften in den fünf Vierergruppen treten in Hin- und Rückspiel gegeneinander an und nur dem jeweiligen Tabellenersten winkt am Ende ein Ticket nach Russland.

Die Auslosung am Sitz der afrikanischen Fussball-Konföderation in Kairo begann zunächst mit einer bewegenden Schweigeminute für den vor gut zwei Wochen verstorbenen Nigerianer Stephen Keshi, der als Spieler und als Trainer an der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft teilgenommen hatte. Keshi wurde nur 54 Jahre alt.

Gruppe A: Leoparden peilen zweite Endrunde an
Trainerroutinier Claude Le Roy, der bereits acht Mannschaften beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal betreute und aktuell Togo trainiert, ist nur einer von gleich mehreren Experten, die die DR Kongo für eine der aktuell stärksten Mannschaften des Kontinents halten. Die Leoparden, 1974 die erste Mannschaft aus einem Land südlich der Sahara, die sich für eine WM-Endrunde qualifizieren konnte, treffen in ihrer Gruppe auf Guinea, Libyen und Tunesien. Guinea bestreitet die Gruppenphase mit einem neuen Trainer. Der Franzose Luis Fernandez hatte aufgegeben, nachdem die *Syli Nationale *die Qualifikation für den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2017 verpasst hatte. Im Gegensatz zur DR Kongo, die sich nach 1974 nie wieder für eine Endrunde qualifizieren konnte, war Tunesien ab 1998 in Frankreich drei Mal in Folge bei der WM-Endrunde vertreten. Auch wenn dieser Sprung nach 2006 nicht mehr gelang, wird Tunesien zumindest die Rolle des Mitfavoriten nicht abstreiten können. Allerdings will sich auch der nordafrikanische Rivale Libyen nach einer enttäuschenden Qualifikation für den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal sicher beweisen.

Gruppe B: Löwen, Adler und Wüstenfüchse wollen Beute machen
Keine Auslosung ohne "Todesgruppe". Dieses Mal ist es die Gruppe B, in der mit Kamerun, Nigeria und Algerien drei Endrundenteilnehmer von 2010 und 2014 aufeinandertreffen. Zusammen bringen es diese Mannschaften auf 16 WM-Partien. Für Nigerias Super Eagles dürfte diese Auslosung besonders bitter sein, denn nach dem Scheitern in der Qualifikation für den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal sollte die Weltmeisterschaft eigentlich die Scharte wieder auswetzen. Aber Nigeria ist bekannt für seine dramatischen Qualifikationen und rechnet sich entsprechend auch gegen die starken Wüstenfüchse aus Algerien, die Techniker aus Kamerun und Sambia, den Afrikameister von 2012, Chancen aus. Übrigens ist auch der frühere Titelverteidiger schon aus dem Rennen, was den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal nächstes Jahr in Gabun betrifft.

Gruppe C: Ivorische Elefanten als Schwergewicht
Die Elfenbeinküste wird froh sein, dass sie mit Gabun, Marokko und Mali in Gruppe C gelandet ist. Dabei wurde der Wunsch ihres Trainers Michel Dussuyer jedoch nicht erfüllt. Der nämlich hatte den viermaligen Endrundenteilnehmer Marokko mit Trainer Hervé Renard vermeiden wollen. Unter Renard hatten die Ivorer 2015 den lang ersehnten Titel in Afrika gewonnen. Gabun konnte sich in der vorigen Runde der Qualifikation für Russland nur mit Mühe gegen Mosambik durchsetzen und auch Mali musste im Rückspiel gegen Botswana erst einen Rückstand aufholen, um die Gruppenphase zu erreichen.

Gruppe D: Wer hält Senegal auf?
Wie die DR Kongo ist auch Senegal für viele Fachleute ein heißer Anwärter auf einen Platz in Russland. Das von ihrem ehemaligen Nationalmannschaftskapitän Aliou Cissé trainierte Team kam 2002 sensationell bis ins Viertelfinale, nachdem man unter anderem Titelverteidiger Frankreich besiegt hatte. Cissé war einer der prominenten Assistenten bei der Auslosung. Seine Nationalmannschaft bei der WM-Endrunde als Kapitän aufs Feld geführt zu haben, bezeichnete er als Höhepunkt seiner Karriere. "Damals mussten wir uns in der Qualifikation gegen Algerien, Marokko und Ägypten durchsetzen. Das war eine schwierige Gruppe", so Cissé. Mit Burkina Faso, Südafrika und Kap Verde ist den Westafrikanern die gefürchtete Konkurrenz aus dem Norden des Kontinents erspart geblieben – die Favoritenrolle auf eine zweite Teilnahme an der WM-Endrunde indes lässt sich damit nicht mehr abstreiten.

Gruppe E: Gelingt Ägypten die Revanche?
Als die letzte Kugel gezogen wurde, wird jedem ägyptischen Fan durch den Kopf geschossen sein: "6:1!" In der letzten Qualifikationsrunde für die Endrunde 2014 ging es für die Nordafrikaner gegen die Black Stars aus Ghana im direkten Duell um einen Startplatz in Brasilien. Für die Ägypter wäre es die erste WM-Teilnahme seit 1990 gewesen, doch nach der 1:6-Pleite in Kumasi war dieser Traum ausgeträumt. Nun treffen beide Mannschaften in Gruppe E erneut aufeinander. Komplettiert wird das Feld durch Uganda und Kongo, dessen Nationaltrainer Pierre Lechantre sich der Schwere der Aufgabe für seine Roten Teufel bewusst ist. "Es kann sein, dass wir auf sehr starke Teams treffen. Aber trotzdem glaube ich natürlich an die Chance meiner Mannschaft", so der ehemalige Afrikameister mit Kamerun.

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