Pressemitteilung

Fédération Internationale de Football Association

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FIFA Congress

Sitzung des Exekutivkomitees vor dem Kongress in München vom 7/.8. Juni 2006

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Die Ethikkommission der FIFA soll als drittes Rechtsorgan in den FIFA-Statuten verankert werden. Dieser Antrag zu Händen des 56. FIFA-Kongresses vom 7./.8. Juni in München wurde vom Exekutivkomitee anlässlich seiner Sitzung vom 4. Juni in München unter dem Vorsitz von Joseph S. Blatter einstimmig beschlossen. Ein gleich lautender Antrag des Schweizerischen Fussballverbandes wird somit vom Exekutivkomitee unterstützt.

Die Schaffung einer Ethikkommission als Rechtsorgan gehört zu einer Reihe von aktuellen Herausforderungen im Fussball, deren Bearbeitung anlässlich des letzten FIFA-Kongresses im September 2005 in Marrakesch (Marokko) beschlossen wurde. Die damals auf Initiative von Präsident Blatter geschaffene Taskforce "For the Good of the Game" erarbeitete in der Zwischenzeit in drei Arbeitsgruppen konkrete Vorschläge zur besseren Führung und Transparenz im Fussball, die dem Kongress von München in 13 Anträgen unterbreitet werden. Diese sind:

Arbeitsgruppe "Politik"

Erstellen und Genehmigung einer Modellvereinbarung für die Zusammenarbeit zwischen Fussballverbänden und Behörden bis Ende 2006,
Erstellen und Genehmigung eines Standardwahlkodex für Mitgliedsverbände bis Ende 2006,
Schaffung eines nationalen Schiedswesens innerhalb der Mitgliedsverbände (Genehmigung eines entsprechenden Zirkularschreibens bis Ende 2006),
Einsetzen von nationalen Kammern zur Beilegung von Streitigkeiten innerhalb der Mitgliedsverbände, die paritätisch aus Arbeitnehmern und Arbeitgebern zusammengesetzt sind (Genehmigung eines entsprechenden Zirkularschreibens bis Ende 2006).
Arbeitsgruppe "Finanzen"

Einführung eines weltweiten Melde- und Informationssystems betreffend Besitz, Kontrolle und Einfluss von Klubs,
Einführung eines computergestützten "Transfervergleichssystems" spätestens auf die Saison 2008/2009 hin,
Verbesserung der Kontrollbestimmungen bezüglich der Tätigkeit von Spielervermittlern zur Steigerung der Transparenz (Umsetzung ab der Saison 2007/2008),
Schaffung eines weltweiten Informationsnetzes (Frühwarnsystem) mit den Konföderationen, Mitgliedsverbänden und Wettorganisationen sowie Änderung der Disziplinarbestimmungen in Bezug auf Wetten,
Einführung eines weltweiten Klublizenzierungssystems mit den Konföderationen und Mitgliedsverbänden innerhalb der nächsten fünf Jahre.
Arbeitsgruppe "Wettbewerbe"

Beschränkung nationaler Profifussballligen auf 18 Teams,
Koordinierung der Wettbewerbe der Konföderationen,
Analyse eines Versicherungsmechanismus für Spieler, die an internationalen Wettbewerben teilnehmen, unter Beteiligung der Klubs, Verbände, Konföderationen und der FIFA,
Prüfung eines Wahlrechts bei den Wochentagen bei zwei aufeinander folgenden Länderspielen (bis jetzt Samstag/Mittwoch, neu auch Samstag/Dienstag).

Zudem verabschiedete die Exekutive zu Händen des Kongresses auch die durch die Vereinbarung mit der WADA aufgrund des juristischen Gutachtens des CAS notwendig gewordenen Anpassungen in den Statuten sowie im Disziplinar- und Dopingreglement.

In Ergänzung zur bereits verabschiedeten Verschärfung von Art. 55 des FIFA-Disziplinarreglements betreffend Rassismus und gestützt auf das Verschuldensprinzip verabschiedete das Komitee einen zusätzlichen Absatz 5, der im Falle von Nichtverschulden oder bewusst provozierten Vorkommnissen zum Schaden einer Person, eines Klubs oder Verbandes eine Strafminderung vorsieht. Im März dieses Jahres war entschieden worden, Art. 55 dahingehend zu verschärfen, dass rassistische Vorkommnisse zu Punkteabzug und gar Ausschluss aus dem Wettbewerb führen können.

Im Zusammenhang mit der FIFA WM 2010 in Südafrika beschloss die Exekutive das Projekt "In Afrika mit Afrika gewinnen", das zwei Hauptachsen vorsieht: zum einen ein Programm, das ein nachhaltiges Erbe für den afrikanischen Fussball hinterlassen soll, und zum anderen ein Programm zur allgemeinen Entwicklungshilfe auf dem Kontinent mit Hilfe des Fussballs. Dieses Projekt wird beim Kongress in München vorgestellt und bei einer Medienveranstaltung am 7. Juli 2006 in Berlin präsentiert.

Weiter entschied die Exekutive:

Die Untersuchungen in Italien werden weiter aufmerksam verfolgt.
Der Verband von Kambodscha erhält 90 Tage Zeit, die Statuten FIFA-konform zu revidieren und anschliessend eine konstituierende Generalversammlung abzuhalten, andernfalls der Verband suspendiert wird.
Das am 24. Mai 2006 zwischen der FIFA, der nigerianischen Regierung und dem Verband von Nigeria getroffene Abkommen, das die Autonomie des Verbandes garantiert, muss eingehalten und umgesetzt werden.
Dem Verband von Indonesien wird eine Frist von zwei Monaten eingeräumt, die Statuten zu revidieren und Neuwahlen abzuhalten.
Das Format der FIFA Klub-Weltmeisterschaft für 2006 in Japan bleibt gleich wie 2005, d. h., die sechs teilnehmenden Klubs repräsentieren je den Meister des jeweiligen Kontinents.
Die Daten der Kontinentalmeisterschaften für 2007 und 2008 wurden verabschiedet.
Die FIFA U-17- und U-20-Weltmeisterschaft sollen im Jahre 2009 grundsätzlich in Afrika ausgerichtet werden, allerdings werden das Bewerbungsverfahren sowie die Bedingungen für einen Ausrichterverband unverändert angewendet.

Schliesslich hat die Exekutive mit Genugtuung zur Kenntnis genommen, dass sich die Regierungen von Griechenland, Polen und Portugal bereit erklärt haben, ihre Sportgesetze dahingehend zu ändern, dass die Unabhängigkeit und die Einhaltung der FIFA-Statuten und Reglemente des jeweiligen Verbandes wieder hergestellt werden. Die FIFA-Exekutive hatte für eine entsprechende Korrektur eine Frist bis 15. Juli 2006 eingeräumt.