FIFA Weltmeisterschaft™

Sieben herausragende Partien in 70 Jahren Maracanã

Germany's Mario Goetze kisses the World Cup trophy
  • Heute vor 70 Jahren fand das erste Spiel im Maracanã-Stadion statt
  • Wir erinnern an sieben herausragende Partien
  • Sternstunden für Pelé, Romario, Götze und Neymar

Brasilien – Uruguay 1:2

Entscheidendes Spiel der FIFA Fussball-WM Brasilien 1950™

Uruguay +1; Brasilien +11. So eindeutig sprach die Tordifferenz nach den ersten zwei Spielen der Finalrunde gegen Spanien und Schweden für die WM-Gastgeber. Brasilien hatte eine herausragende Mannschaft und den Heimvorteil auf seiner Seite und benötigte lediglich ein Unentschieden, um erstmals die WM-Trophäe zu erobern. 25 Minuten vor Schluss lagen die Brasilianer noch in Führung. Dann aber gelang Juan Schiaffino der Ausgleich und schließlich folgte sogar der Siegtreffer für Uruguay durch Alcides Ghiggia.

"Nur drei Menschen haben es geschafft, das Maracanã-Stadion verstummen zu lassen: der Papst, Frank Sinatra und ich."
Alcides Ghiggia

Vasco da Gama – FC Santos 1:2

Robertão-Turnier 1969

Es war schon lange nach elf Uhr an diesem Mittwochabend, doch keiner der 65.000 Fans im Stadion dachte daran, dass am nächsten Tag die Schule oder die Arbeit wartete. Der Moment, auf den sie alle warteten, würde für Vasco eine Niederlage bedeuten, doch ausnahmsweise war dies selbst den eingefleischten Fans des Klubs dieses Mal egal. Denn sie alle waren gekommen, um Zeugen eines historischen Moments zu werden. Zwölf Minuten vor Schluss war es dann soweit und Pelé wurde zum ersten Spieler der Fussballgeschichte, der die magische Marke von 1.000 Toren erreichte. Das Stadion explodierte förmlich. Unglaubliche Jubelszenen spielten sich ab und es dauerte geschlagene 25 Minuten, bis die Partie fortgesetzt werden konnte. Oh, was für ein Fussballabend!

"Jetzt wo jeder zuhört sage ich: 'Helft den Kindern, helft den Hilflosen. Das ist mein einziger Wunsch in diesem besonderen Moment.' "
Pelé

Brasilien – Argentinien 2:0

Copa América 1989

Brasilien hatte die Copa América seit 40 Jahren nicht gewonnen. Das Team von 1989 wurde kritisiert und gescholten. Die beiden Stürmer Bebeto und Romario verband eine tiefe gegenseitige Abneigung. Dass man in Gruppe A nur auf Platz zwei hinter Paraguay landete, sorgte nur für noch mehr Kritik. Argentinien hingegen hatte die Gruppe B gewonnen, war amtierender Weltmeister und hatte den unvergleichlichen Diego Maradona in seinen Reihen.

Doch vor mehr als 100.000 Zuschauern zeigten die Brasilianer eine herausragende Vorstellung. Bebeto jagte einen fantastischen Volleyschuss in die Maschen und Romario gelang ein Abstaubertor zum 2:0-Sieg, mit dem Argentinien noch gut bedient war. Eines der besten Sturmduos der Fussballgeschichte war geboren. Zwei Tage später verhalfen die beiden Angreifer Brasilien zum Sieg gegen Uruguay und beendeten damit die vier Jahrzehnte währende Wartezeit auf die kontinentale Krone.

"Während der Copa América kam Romario zu mir, umarmte mich, machte Witze und sagte: 'Wir müssen diese Sache zu Ende bringen'. Und das taten wir. Ich glaube, dieses Volleytor war das schönste meiner ganzen Karriere. Nach dem Spiel kam sogar Maradona zu mir und sagte, er habe noch nie ein so schönes Tor gesehen."
Bebeto

Brasilien – Uruguay 2:0

Qualifikation für die FIFA Fussball-WM USA 1994™

Brasilien lief Gefahr, erstmals in der Geschichte die Teilnahme an einer WM-Endrunde zu verpassen. Dennoch hörte Trainer Carlos Alberto Parreira zunächst nicht auf die vehementen Forderungen nach einer Rückkehr Romarios, der aus disziplinarischen Gründen bereits seit mehr als einem Jahr nicht mehr für die_Seleção_ gespielt hatte. Dann jedoch zogen sich mehrere Spieler Verletzungen zu, so dass der Coach letztlich doch noch 'Shortie' für die Partie gegen den Rivalen Uruguay nominierte und ihn sogar in die Startformation holte. Weniger als 20 Minuten vor Schluss stand es immer noch 0:0. Dann entschied kein anderer als Romario die Partie mit zwei späten Toren zu Gunsten der Brasilianer. Brasilien und Romario waren für die WM USA 1994 qualifiziert. Der Rest ist WM-Geschichte.

"Gott selbst hat Romario ins Maracanã geschickt."
Carlos Alberto Parreira

Brasilien – USA 5:0

Finale, Panamerikanische Spiele 2007

Brasilien hatte sich im Halbfinale der FIFA Frauen-WM China 2007™ mit 4:0 gegen die USA durchgesetzt, doch im Finale hatten die Brasilianerinnen den Titelgewinn verpasst. Auch in Endspielen gegen die Stars and Stripeshatte die Seleção nicht selten den Kürzeren gezogen. Dieses Mal jedoch war alles anders: Cristiane und Marta schnürten beide einen Doppelpack beim packenden 5:0-Sieg gegen die USA mit Stars wie Alyssa Naeher, Tobin Heath, Kelley O'Hara und Lauren Cheney (heute Holiday).

"Die Tragweite wurde uns erst wirklich klar, als wir die Umkleide verließen. 70.000 Fans waren gekommen, um uns zu sehen. Das war einfach unbeschreiblich. Es war fantastisch für den Frauenfussball und unser Sieg war fantastisch für den Frauenfussball in Brasilien."
Marta

Brazil celebrate winning women's football gold at the Pan American Games 2007
© Getty Images

Deutschland – Argentinien 1:0 (n.V.)

Finale, FIFA Fussball-WM Brasilien 2014™

Die Atmosphäre war an Spannung kaum zu überbieten. Im Maracanã waren unzählige Argentinier, doch alle Brasilianer waren gegen den Erzrivalen und für Deutschland, das wenige Tage zuvor das Halbfinale gegen die Gastgeber gewonnen hatte. Die Endspiele von Mexiko 1986 und Italien 1990 waren jeweils denkbar knapp ausgegangen und auch dieses Mal war es so. Mario Götzes fantastischer Volleyschuss machte ihn zum ersten Einwechselspieler in einem WM-Finale, der das Siegtor erzielte.

"Er sagte: 'Zeig' der Welt, dass du besser als Messi bist.' "
Mario Götze verriet, was Bundestrainer Joachim Löw bei der Einwechslung zu ihm sagte

Brasilien – Deutschland 1:1 (5:4 i. E.)

Finale, Olympisches Fussballturnier der Männer Rio 2016

Brasilien hatte noch nie olympisches Fussballgold gewonnen, obgleich das Land stets mit Stars gespickte Teams zum Turnier schickte. Neymar war bei der 1:7-Niederlage gegen Deutschland bei der FIFA Fussball-WM Brasilien 2014™ zwei Jahre zuvor wegen einer Verletzung nicht dabei gewesen. Nun erzielte er das schnellste Tor der Turniergeschichte und verwandelte zudem den entscheidenden Elfmeter – ein perfekter Tag für den brasilianischen Fussball.

"Das ist einer der glücklichsten Momente meines Lebens. Ich kann nicht in Worte fassen, wie glücklich ich bin. Ich bin unendlich emotional."
Neymar

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