FIFA Weltmeisterschaft™

Shafi bereit für Duell gegen Australien

Jordan national team Goalkeeper Amer Shafi during the 2018 World Cup qualifier
© Others

"Ein guter Torwart ist die halbe Miete. Manchmal steht er aber auch für die ganze Mannschaft." Diese Aussage passt perfekt auf die momentane Situation von Jordaniens Nationaltorwart und Kapitän Amer Shafi. Für die jordanischen Fussballfans ist der Schlussmann ein Quell der Zuversicht, bereitet sich ihre Nationalmannschaft doch gerade auf das wichtige Duell gegen Australien am 8. Oktober vor. Es ist der vierte Spieltag der Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ in der Asien-Zone und für Shafi persönlich seine insgesamt vierte WM-Qualifikation.

Schon vor vier Jahren war er maßgeblich am ausgezeichneten Abschneiden Jordaniens beteiligt, als der Weg bis in die Playoffs gegen Uruguay führte. Mit ihm im Tor gewann Jordanien an den ersten drei Spieltagen der laufenden Qualifikation in Tadschikistan und in Bangladesch und hielt gegen Kirgisien ein 0:0. Angesichts der Stärke des kommenden Gegners interessierte die Fans in den vergangenen Tagen vor allem der Gesundheitszustand ihres Schlussmanns. Inzwischen ist der Stammtorhüter jedoch wieder ins Training zurückgekehrt. Seinem Einsatz steht nichts im Wege.

"Wir haben sie schon einmal geschlagen und es mangelt uns nicht an Motivation, es noch einmal zu tun", stellt Shafi gleich zu Beginn seines Interviews bei FIFA.com klar, dass wir im Anschluss an die erste Trainingseinheit zur Vorbereitung auf das Spiel geführt haben. Der Mannschaftskapitän blieb dabei gewohnt ruhig und wenn es nach ihm geht, sollen sich seine Mitspieler ein Beispiel an ihm nehmen, denn: "In einer Qualifikation zur Weltmeisterschaft gibt es keine einfachen Partien. Es gilt, alle Mannschaften zu respektieren und so wenige Fehler wie möglich zu machen. Australien ist eine starke Mannschaft mit starken Einzelspielern, aber das sollte uns nur umso mehr motivieren, über uns hinaus zu wachsen und unser Wunschergebnis zu erzielen."

*Zwei Fliegen mit einer Klappe
*
Mit sieben Punkten belegt Jordanien momentan Platz zwei in der Gruppe. Ein Sieg gegen Australien wäre nicht nur ein Erfolg gegen den frisch gebackenen Asienmeister von 2015, sondern auch einer gegen den Tabellenführer (9 Punkte). Bei einem Sieg winkt also Platz eins und damit wie schon in der Qualifikation für Brasilien 2014 das direkte Weiterkommen in die letzte Runde. Außerdem bietet sich Shafi und Co. die Chance, die herbe 0:4-Niederlage aus dem letzten Rückspiel vergessen zu machen, durch die Australien zur WM fuhr, während Jordanien erst die Playoffs in Asien und dann die gegen den Vertreter aus Südamerika bestreiten musste.

Shafi dazu: "Jeder weiß um die Bedeutung dieses Spiels. Australien und Jordanien sind die beiden Favoriten auf die Qualifikation. Wir haben zwei Punkte Rückstand auf Australien. Ein Sieg würde viel für uns bedeuten. Es wäre ein Wendepunkt."

"Unser größter Vorteil ist der Sieg im Hinspiel der letzten Qualifikation", so Shafi weiter. "Damals haben wir eine taktisch außergewöhnliche Leistung erbracht und jeden Fehler in der gegnerischen Hintermannschaft eiskalt ausgenutzt. Es war ein toller Sieg, der mir noch lebhaft in Erinnerung ist. Darauf müssen wir aufbauen, denn dieses Spiel hat es uns ermöglicht, unsere Angst zu überwinden und an uns selbst zu glauben."

*Eine besondere Begegnung
*
In der Qualifikation für Brasilien 2014 war Jordanien vor der ersten Begegnung gegen Australien am 11. September 2012 in der Tat noch gehemmt angesichts des gegnerischen Niveaus. Die Spieler beschäftige vor allem die Frage, wie sie die vielen Europa-Legionäre an Toren hindern könnten. Also machte Jordanien besonders in der Defensive die Räume eng –  und weil zugleich Torhüter Shafi zur Höchstform auflief, wurde es ein historisches Spiel. Shafi erinnert sich an das entscheidende Duell: "Und ob das ein historisches Spiel war! Wir sind ja das erste Mal überhaupt auf Australien getroffen. Wir wussten um die individuelle Klasse der gegnerischen Spieler. Und wir hatten das vorangegangene Spiel gegen Japan verloren. Wir brauchten also ein gutes Ergebnis. Wir haben dann ein taktisch sehr gutes Spiel abgeliefert und sind zu Beginn der zweiten Hälfte auch in Führung gegangen. Danach haben sich für uns Räume ergeben, die wir genutzt haben, um ein zweites Tor zu schießen. So konnten wir unseren ersten Qualifikationssieg landen. Es war rückblickend ein ganz wichtiger Sieg auf dem Weg in die Playoffs."

Wir haben Shafi auch gefragt, ob er sich über ein Wiedersehen mit Tim Cahill freuen würde. "Ein außergewöhnlicher Spieler mit einer tollen Karriere", schwärmt der Torhüter daraufhin. "Er ist weltbekannt und hat in den ganz großen Ligen gespielt. Ich wäre froh, noch einmal auf ihn zu treffen. Das wäre ein zusätzlicher Motivationsschub für mich."

"Vor unserem ersten Duell haben wir sein Stellungsspiel im Strafraum studiert und ich habe versucht, ihn am Toreschießen zu hindern", berichtet Shafi. "Im Hinspiel in Melbourne hat er zwar trotzdem getroffen, aber ich denke, wir haben in diesem Spiel insgesamt diverse Abwehrfehler gemacht. Er hat nach einer Hereingabe getroffen, die ich nicht festhalten konnte. Wir müssen konzentriert und ruhig verhindern, dass er überhaupt zu Chancen kommt, so wie wir das in der Vergangenheit schon geschafft haben."

Sollte es Shafi gelingen, Cahill erneut zu stoppen, wäre er für die jordanischen Fans erst recht der Held – und seine Mannschaft ihrem Traum ein Stück näher: der Teilnahme an der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™.

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