FIFA Congress

Sandor Csanyi: "Eine gewaltige Organisationsarbeit"

Sandor Csanyi, Hungary FA President
© Others

Die Organisation des FIFA-Kongresses erfordert gewaltige logistische Anstrengungen. Dieses Jahr steht der ungarische Fussballverband (HFF) vor dieser großen Herausforderung, da der Kongress am 24. und 25. Mai in Budapest stattfindet. Verbandspräsident Sandor Csanyi begegnet dieser Aufgabe mit großem Stolz und sieht darin auch eine Gelegenheit, den Delegierten der 208 FIFA-Nationen zu zeigen, wie schön die Hauptstadt seines Heimatlandes ist.

Wenige Stunden vor der Eröffnungszeremonie hat Csanyi zwischen zwei Vorbereitungstreffen und dem UEFA-Kongress, an dem er ebenfalls teilnahm, einige Zeit gefunden, um FIFA.com Rede und Antwort zu stehen.

Herr Csanyi, was bedeutet die Organisation des FIFA-Kongresses für den ungarischen Verband?Das ist ein gigantisches Ereignis. Den letzten FIFA-Kongress haben wir 1930 organisiert. Damals hatte die FIFA gerade einmal 27 Mitglieder! Inzwischen sind es 208 Mitgliedsverbände. Sie können sich also vorstellen, dass das ein vollkommen anderer Rahmen sein wird. Sogar die Vereinten Nationen haben weniger Mitglieder. Wir sind folglich sehr erfreut, die Funktionäre des Weltfussballs hier in Budapest begrüßen zu dürfen. Wir wollen auch die Gelegenheit nutzen, um ihnen unsere Stadt zu zeigen, auf die wir sehr stolz sind. Wir hoffen, dass sie noch oft wiederkommen werden!

Sind Sie für den Kongressbeginn gerüstet?Ich denke schon. Das ist eine gewaltige Organisationsarbeit, die FIFA hat uns aber in den vergangenen Monaten tatkräftig unterstützt und war uns eine wertvolle Orientierungshilfe. Ich bin davon überzeugt, dass wir die richtigen Entscheidungen getroffen haben, und hoffe, dass die Delegierten ihren Aufenthalt genießen werden. Wir haben im Verband eine Task-Force ins Leben gerufen. Jeder zeichnet für einen bestimmten Bereich verantwortlich und bislang läuft alles nach Plan. Da aber zahlreiche andere Veranstaltungen in Ungarn stattfinden, verfügen wir bereits über eine gute Organisationsstruktur und hervorragende Experten.

Was waren Ihre größten Herausforderungen?Die größte Herausforderung stellten die Flüge dar. Und das aus einem ganz einfachen Grund: Die ungarische Fluggesellschaft hat vor drei Monaten Konkurs angemeldet! Von einem Tag auf den anderen gab es kaum noch Flüge nach Budapest. Wir haben das Problem aber in den Griff bekommen, sodass alle sicher ankommen dürften. Die andere Herausforderung hatte damit zu tun, dass wir den Delegierten Budapest von seiner schönsten Seite zeigen wollten. Folglich haben wir uns bemüht, sie so unterzubringen, dass sie einen authentischen Blick genießen und förmlich in unsere Stadt eintauchen können.

Was sind über den Kongress hinaus die Ziele des ungarischen Fussballs?Noch vor zwei Jahren belegten wir Platz 62 in der FIFA-Weltrangliste. Jetzt sind wir schon auf Rang 35, was ein riesiger Erfolg ist. Besonders stolz bin ich aber auf unsere Nachwuchsprogramme. Die Anzahl der Teilnehmer ist von 67.000 auf 100.000 gestiegen. Gleichzeitig ist die Anzahl der Nachwuchsbereiche auf Vereinsebene von 2.900 auf 3.500 gestiegen. Zudem haben wir ein Programm zur Rettung der Fussballplätze ins Leben gerufen, da in den vergangenen Jahrzehnten ungefähr 1.000 Plätze verschwunden und durch Einkaufszentren oder andere Gebäude verdrängt worden sind. Im Rahmen unseres von den Schulen und Regierungsbehörden getragenen Programms wurden jährlich 200 Kunstrasenplätze geschaffen und 150 Naturrasenplätze gerettet. All diese Programme tragen mit Sicherheit dazu bei, den ungarischen Fussball wieder konkurrenzfähig zu machen.

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