"Kleine Löwen" krönen sich zu Afrikas Königen

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  • Zweiter kontinentaler Titel für Kamerun in der Altersklasse U-17
  • Guinea verpasst die historische Titelchance, ist aber in Brasilien mit dabei
  • Angola schreibt Geschichte, für Nigeria wiederholt sie sich

16 Jahre nach dem letzten Titel beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal der Altersklasse U-17 ist Kamerun auf dem Thron zurück. Der Nachwuchs der unzähmbaren Löwen gewann das Endspiel am 28. April Daressalam (Tansania) mit 5:3 (0:0) im Elfmeterschießen gegen Guinea. Am Vorabend hatte Angola das Spiel um den dritten Platz gegen Nigeria mit 2:1 gewonnen.

Damit stehen zugleich die vier Vertreter Afrikas bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Brasilien 2019 fest. FIFA.com blickt zurück auf Qualifikation und Stärken der Mannschaften.

Der Sieger: Kleine Löwen Könige von Afrika

Begeisternden Fussball bot Kamerun bei dieser Afrikameisterschaft der U-17 nicht unbedingt. So gewann die Mannschaft zum Beispiel keine ihrer letzten drei Partien im Turnier in der regulären Spielzeit. In allen dreien stand es nach 90 Minuten 0:0. Andererseits musste Kamerun im gesamten Wettbewerb aber auch nur ein Gegentor hinnehmen und bewies in den Elfmeterschießen jeweils Nerven aus Stahl. Unverdient ist der Titel für die Spieler von Thomas Libiih also nicht.

Ein besonders großes Lob gebührt dabei freilich Torhüter Manfred Ekoi, der ins besondere in den beiden Elfmeterschießen im Halbfinale und im Finale überragend parierte. Wenn es jedoch einen Spieler gab, der sich so richtig in den Vordergrund spielte, dann war es Steve Mvoué. Der Sohn der ehemaligen kamerunischen Nationalspielerin Régine Mvoué zeigte als Spielmacher über das gesamte Turnier hinweg seine Klasse und wurde folgerichtig zum besten Spieler des Turniers gewählt.

Wenn nicht noch irgend etwas Überraschendes passiert oder eine Verletzung dazwischenkommt, sieht man dieses Talent in einigen Monaten in Brasilien bei der U-17-Weltmeisterschaft wieder. Für Kamerun ist es die erste Teilnahme an diesem Wettbewerb nach 16 Jahren. 2003 in Finnland hießen die Stars der damaligen Auswahl noch Alexandre Song oder Stéphane Mbia, aber die kleinen Löwen kamen dennoch nicht über die Vorrunde hinaus. Insofern kann es die kamerunische U-17 des Jahres 2019 nur besser machen.

Der unterlegene Finalist: Wieder kein Titel für Guinea

Guinea ist die einzige afrikanische Mannschaft, die sich zwei Mal in Folge für die FIFA U-17-Weltmeisterschaft qualifizieren konnte. Diesen Erfolg hat die Mannschaft nicht zuletzt Torhüter Sékou Camara zu verdanken, der in den letzten beiden Runden gegen Nigeria (0:0, 10:9 n. E.) und gegen Kamerun (0:0, 3:5 n.E.) überragend hielt. Aber die Qualifikation hat auch einen etwas faden Beigeschmack, denn die Sily Cadet wartet noch immer auf ihren ersten Titel in dieser Altersklasse.

Bei den letzten beiden Turnieren 2015 und 2017 scheiterte Guinea jeweils in der Vorschlussrunde. Insofern war das Erreichen des Endspiels eine Steigerung. Hinzu kommt, dass Guinea eine sehr schwierige Vorrundengruppe mit Senegal, Marokko und dem späteren Turniersieger Kamerun erwischt hatte. Im weiteren Turnierverlauf wartete dann auch noch der fünfmalige Weltmeister Nigeria. An der letzten Hürde schließlich scheiterte Guinea dann.

Anlässlich ihrer fünften Teilnahme an der FIFA U-17-Weltmeisterschaft kann sich die Mannschaft in Brasilien allerdings rehabilitieren. Allerdings weiß Guinea auch wie niemand sonst, wie schwierig es ist, einen Platz auf dem Treppchen zu erobern: Ein Mal landete die Mannschaft auf dem undankbaren vierten Platz. Danach kam sie nie wieder über die Vorrunde hinaus.

Der Dritte: Angola sorgt für die Überraschung

Mit Angola gibt es in Brasilien 2019 einen afrikanischen Neuling. Mit dem 2:1 gegen Nigeria im Spiel um Platz drei bei der CAF U-17-Afrikameisterschaft übertraf das Land sämtliche Erwartungen.

Vor allem Pedro Capemba, mit vier Toren bester Stürmer des Turniers, und sein kongenialer Partner Zito sorgten für Spektakel in Tansania. Für Angola war es das bisher beste Abschneiden in diesem Wettbewerb. Auch das Halbfinale gegen Kamerun ging erst im Elfmeterschießen verloren (0:0, 3:4 n.E.)

"Ich bin besonders stolz, weil wir dieses Resultat in einem sehr ausgeglichenen Turnier erzielt haben", lobte Angolas portugiesischer Trainer Pedro Soares Conçalves. "Ich habe in meiner Heimat einige Jugendturniere verfolgt, aber dieser CAF U-17-Afrikanische Nationen-Pokal war das ausgeglichenste, an dem ich je teilnehmen durfte. Ich kann die Leistung junger Afrikaner bei WM-Turnieren jetzt besser einordnen."

Der Vierte: Ein (zu) langsames Nigeria

U-17-Rekordweltmeister Nigeria wollte sich nach dem verpassten Turnier 2017 rehabilitieren. Mit der Qualifikation für Brasilien 2019 erreichte der Nachwuchs der Super Eagles zumindest das Minimalziel. Das Podium verpassten die Nigerianer allerdings zum vierten Mal in Folge. Aber auch beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2015 wurde Nigeria ja "nur" Vierter – und gewann einige Monate später in Chile den WM-Titel ...

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