England

Psychische Gesundheit im Mittelpunkt

The big screen inside the stadium displays a short film in support of the Heads Up Campaign
© Getty Images
  • "Heads Up"-Wochenende soll Fans in England zu Gesprächen über psychische Gesundheit anregen
  • Eine Kampagne des FA in Partnerschaft mit der Organisation "Heads Together"
  • Teams des Männer- und Frauenfussballs nehmen teil

Eine der wichtigsten Stärken des Fussballs ist sein einendes Potenzial. Er berührt Menschen aus allen Gesellschaftsschichten und allen Ecken und Enden der Welt, und die Begeisterung für eine gemeinsame Sache kann Menschen motivieren, miteinander zu reden.

Im Februar hoffen der englische Fussballverband FA und die Organisation *Heads Together* nun darauf, mit ihrer Kampagne "Heads Up" die Menschen in zahlreichen englischen Stadien zu einem offenen Austausch zum Thema "psychische Gesundheit" zu bewegen.

Viele Menschen nehmen psychische Probleme noch immer als etwas wahr, das nur in Extremfällen auftritt. Mit der Kampagne hofft man nun, Vorurteile abzubauen und zu zeigen, dass die psychische Gesundheit ebenso viel Aufmerksamkeit und Beachtung erfordert wie die physische Gesundheit. Darüber hinaus soll bei den Fans Aufklärungsarbeit geleistet werden, damit diese die Menschen in ihrem Umfeld unterstützen und beginnen, über das Thema zu reden.

"Wir wollen landesweit die größte Diskussion aller Zeiten über die psychische Gesundheit anregen", so Godric Smith, Vorsitzender von "Heads Up" und Director von Cambridge United, im Gespräch mit FIFA.com.

"Damit bringen wir deutlich zum Ausdruck, dass dem Thema psychische Gesundheit im Fussball große Bedeutung beigemessen wird. Darüber hinaus wird durch die Kampagne die Botschaft vermittelt, dass der Fussball die Menschen zu einem offenen Austausch über ein Thema anregen kann, das in der Vergangenheit häufig stigmatisiert und mit vielen Tabus belegt war."

Alle an einem Strang

Männer und Frauenteams aller Stufen werden vom 8. bis 9. und vom 14. bis 17. Februar an der Initiative beteiligt sein – von der Premier League und Women's Super League bis hin zu den halbprofessionellen Teams der National League.

Unter der Schirmherrschaft des Herzogs von Cambridge, FA-Präsident, beteiligen sich einige der wichtigsten Akteure der Fussballszene an der Initiative, um die Diskussion über das Thema psychische Gesundheit anzuregen. Nach der aufsehenerregenden Kampagne "Take a Minute" im Januar, bei der jedes Drittrundenspiel des FA Cup eine Minute später angepfiffen wurde, um die Menschen anzuregen, in der verbleibenden Minute über ihre psychische Gesundheit nachzudenken, sollen nun Gespräche angeregt werden.

"Wenn Spieler ohne Scheu ganz normal über diese Dinge reden, kann das nur gut sein und Fans und Menschen aller Gesellschaftsschichten das Gefühl geben, dass sie dasselbe tun können", erklärt Smith.

"Es ist ungemein wichtig, über ein Thema zu sprechen, das traditionell sehr negativ behaftet war und als große Herausforderung galt. Verwundbarkeit war eine Schwäche, und dies ins Gegenteil zu verkehren und zu zeigen, dass Verwundbarkeit auch eine Stärke sein kann, ist ein wichtiger Aspekt."

"Wir alle haben nicht nur einen physischen, sondern auch einen psychischen Gesundheitszustand. Und wir alle werden im Leben mit Höhen und Tiefen konfrontiert, die sich darauf auswirken. Es ist an der Zeit, unsere psychische Fitness ebenso ernst zu nehmen wie unsere physische Fitness. Der erste Schritt ist, darüber zu reden."

Botschaft des Herzogs von Cambridge, die bei jedem Spieltagsprogramm der Heads Up-Wochenenden präsentiert wird.

Die Spieler sind sowohl auf dem Spielfeld Drucksituationen ausgesetzt als auch abseits davon, zum Beispiel bei Trauerfällen oder Beziehungsproblemen. All dies kann sich negativ auf ihre psychische Gesundheit auswirken, und die Klubs tun immer mehr, um ihre Spieler und Fans in diesem Bereich zu unterstützen.

"Die Klubs im gesamten Land leisten hervorragende Arbeit, und dieses Wochenende haben sie nun die Möglichkeit, eingehender darüber zu informieren. Den Spielern bietet sich hier Gelegenheit, auf beispiellose Art über das Thema zu sprechen."

Smiths Klub Cambridge United hat eine Reihe von Programmen aufgelegt, in der Absicht, ein "psychisch gesunder Klub" zu sein. Die Bandbreite ist groß. So bildet der Klub zum Beispiel Trainer aus, damit diese ihre Spieler unterstützen können, geht an Schulen, um jungen Menschen Instrumente zur Problembewältigung an die Hand zu geben, und bietet außerdem Anlaufstellen für Fans sowie ein Netzwerk von Einzelpersonen im Umfeld des Klubs, die immer für Gespräche bereitstehen.

Smith war bereits vor 30 Jahren zum ersten Mal in Kampagnen für die psychische Gesundheit involviert und hofft nun, dass die seither erreichten Fortschritte die Basis für eine weitere Positiventwicklung sein werden. "Es macht Mut zu sehen, wie die Einstellung sich seit damals geändert hat. Ich glaube, es gibt immer noch einiges zu tun, aber als Gesellschaft haben wir schon große Fortschritte gemacht. Jetzt bietet sich eine fantastische Gelegenheit, noch einen Schritt weiter zu gehen."

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