Deutsche und Schweizerinnen dabei

Nun sind alle Augen auf Englands FAWSL

Manchester City's Demi Stokes and Chelsea's Fran Kirby battle for possession
© imago images
  • Noch nie hat die englische FAWSL so viel Aufmerksamkeit erregt
  • Daly, Harder, Lavelle und Mewis sind die profiliertesten Neuzugänge
  • Die Spiele werden erstmals auch in den USA gezeigt

Was Malibu in der Welt der Superstars ist, wird die englische FAWSL offenbar für immer mehr Topstars im Frauenfussball, nämlich das beliebteste aller Ziele.

Bereits im vergangenen November kam Sam Kerr, die 2019 in der Liste der 100 besten Fussballerinnen der Welt ganz oben stand. Pernille Harder, die seinerzeit von der Spitze verdrängt worden war, kam gerade für eine Rekordsumme ebenfalls zu Chelsea.

"Ich bin schon seit einigen Jahren großer Fan von Chelsea und jetzt gehöre ich selbst dazu. Ich bin super-aufgeregt und total begeistert", so die Dänin, die nach ihrem Wechsel nun auch an der Seite ihrer schwedischen Partnerin Magdalena Eriksson spielen kann. "Die FAWSL ist eine überaus spannende Liga. Die Spiele sind hochklassig und in dieser Saison gibt es eine ganze Menge herausragender Neuzugänge. Ich bin sicher, es wird eine sehr interessante Saison."

Harder & Eriksson: Pride and power

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Rose Lavelle und Sam Mewis, zwei Schlüsselspielerinnen im U.S.-Team, das bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™ den Titel holte, haben sich Manchester City angeschlossen, während Rachel Daly, die wertvollste Spielerin des letzten NWSL Challenge Cup, zu West Ham United wechselte. Zu den weiteren Neuzugängen in der WSL gehören Steph Catley, Rachel Corsie, Claire Emslie, Jess Fishlock, Alanna Kennedy, Emily van Egmond und Shelina Zadorsky. Auch Damaris Egurrola, Jessie Fleming, Valerie Gauvin, Malin Gut, Melanie Leupolz, Noelle Maritz, Erin Nayler, Rebekah Stott und Lydia Williams schnüren künftig für englische Klubs die Stiefel.

Schon zuvor war die englische Liga bestens besetzt, unter anderem mit zahlreichen Vizeweltmeisterinnen von 2019 wie Jackie Groenen, Vivianne Miedema, Jill Roord und Danielle van de Donk, einem Großteil des englischen Nationalteams und weiteren Topstars wie Erin Cuthbert, Magdalena Eriksson, Kim Little, Maren Mjelde und Guro Reiten.

"Die Topspielerinnen strömen nach England, und das überrascht mich nicht", schrieb Reiten in der englischen Tageszeitung The Guardian. "Die Liga hier hat sich zur besten der Welt gemausert."

Diese Flut an Stars sorgt auch für ein Novum bei der Übertragung: NBC Sports wird 50 Spiele live in den USA zeigen. Der englische Fussballverband FA hat unterdessen den FA Player gestartet, der ausschließliche Frauenfussball zeigt und Fans in vielen Teilen der Welt teilhaben lässt.

Das Titelrennen

Den Buchmachern zufolge werden drei Teams die besten Chancen im Titelrennen eingeräumt, die so eng beieinander liegen, wie es dies schon lange nicht gab, weder im Frauen- noch im Männerfussball, weder in Europa noch anderswo.

Ganz knapp favorisiert ist demzufolge der amtierende Meister Chelsea, der gerade im FA Community Shield einen 2:0-Sieg gegen Manchester City feierte. Das Team von Emma Hayes ist auf allen Positionen überaus stark besetzt und das Sturmduo mit Harder und Kerr lässt viele spektakuläre Tore erwarten.

Bei Manchester City ist insbesondere das Mittelfeld das Aushängeschild. "Dieses Mittelfeld begeistert mich ganz besonders", sagte Lavelle der Frauenfussball-Website The Offside Rule. "Mit Jill Scott, Keira Walsh und Caroline Weir ist es unglaublich stark besetzt, mit sehr erfahrenen Spielerinnen."

Und natürlich muss man auch Arsenal auf dem Zettel haben. Miedema gehört zu den besten Torjägerinnen der Welt, Van de Donk ist eine hervorragende Flankengeberin und nun hat sich das Team mit Catley, Gut, Maritz und Williams noch weiter verstärkt.

Der Rest

Manchester United hat eine großartige erste Saison hingelegt und wird versuchen, zu den drei ganz großen Teams aufzuschließen. Reading hat mit der Verpflichtung von Torhüterin Nayler, Mittelfeldspielerin Fishlock und Angreiferin Danielle Carter (sechs Tore in vier Länderspielen für England) gleich mehrere Coups gelandet.

West Ham hat sich mit acht Spielerinnen verstärkt, allen voran Daly und Van Egmond. Die Fans von Everton wiederum freuen sich auf möglichst viele Tore der schottischen Angreiferin Emslie und ihrer französischen Sturmpartnerin Gauvin.

Kennedy und Zadorsky sollen bei Tottenham für mehr Stabilität in der Hintermannschaft sorgen. Und man darf gespannt sein, wie sich Aufsteiger Aston Villa unter der erst 28-jährigen Trainerin Gemma Davies behaupten kann.

Am meisten beschäftigen die Fans jedoch die Fragen, welche der herausragenden Neuverpflichtungen sich am besten bewährt, und ob am Ende Arsenal, Chelsea oder Manchester City ganz oben steht.

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