FIFA Congress

Nsekera: "Ich habe mich sehr gefreut"

 Lydia Nsekera, FIFA Executive Committee co-opted Member
© Getty Images

Da der Weltfrauentag am 8. März international anerkannt ist, veröffentlicht FIFA.com exklusive Interviews mit den vier Kandidatinnen für das Amt einer Frau im FIFA-Exekutivkomitee. Die Wahl des ersten weiblichen Mitglieds soll beim FIFA-Kongress auf Mauritius im kommenden Mai stattfinden.

Hier unser Gespräch mit Lydia Nsekera aus Burundi. Sie ist seit ihrer Hinzuwahl in das Exekutivkomitee 2012 als Interimsmitglied tätig.

Können Sie sich bitte kurz vorstellen?

Geboren bin ich am 20. April 1967 in Burundi. Ich bin Witwe und Mutter von zwei Söhnen im Alter von 15 und 13 Jahren. Seit 2004 bin ich die Präsidentin des burundischen Fussballverbandes und 2012 wurde ich in das FIFA-Exekutivkomitee hinzugewählt. Darüber hinaus gehöre ich der Kommission für Frauenfussball und der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™  sowie der Organisationskommission für die Olympischen Fussballturniere an. Außerdem bin ich Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees.

Welche Bedeutung hat die Nominierung durch Ihre Konföderation für Sie?

Die Nominierung durch meine Konföderation zeigt mir, dass der CAF-Präsident und FIFA-Vizepräsident, der dem FIFA-Exekutivkomitee angehört, das mich 2012 hinzugewählt hat, mit der Konföderation solidarisch ist. Wer für mich gestimmt hat, unterstützte die Entscheidung des Präsidenten.

Wie haben Sie auf den Vorschlag des FIFA-Präsidenten 2011 reagiert, eine Frau in das Exekutivkomitee zu berufen?

Ich habe mich sehr gefreut. Ich habe mir gesagt, dass diese Entscheidung gut für die Entwicklung des Frauenfussballs ist und die Frauen anspornen wird, sich mehr zu engagieren und Führungspositionen in den Mitgliedsverbänden zu besetzen.

Wie sehen Sie Ihre Aufgabe für den Fall, dass Sie gewählt werden?

Auf der Ebene des Exekutivkomitees, als Frau und Mutter, die ihre Kinder erzieht, würde ich einige Ideen für die Entwicklung des Frauenfussballs einbringen, und zwar insbesondere an der Basis. Außerhalb des Exekutivkomitees würde ich versuchen, die Präsidenten der Mitgliedsverbände zu überzeugen, den Frauenfussball zu fördern und Frauen Entscheidungsbefugnisse zu übertragen und sie dabei zu unterstützen.

Welche Visionen haben Sie für den Frauenfussball?

Der Fussball muss sich bei den Frauen genauso entwickeln wie bei den Männern. Dies gilt für alle Bereiche wie Schiedsrichterwesen, Training, Verwaltung, Führung, Spielerstatus und Vermarktung. Gleichzeitig müssen Schwächen wie Betrug im Frauenfussball vermieden werden.

Wie war dieses Jahr als Mitglied des Exekutivkomitees? Gab es etwas Herausragendes?

Ich nahm problemlos an allen Sitzungen teil und habe die Fragen und Probleme gut verstanden, da ich seit Langem in der Fussballverwaltung tätig bin. Herausragend war für mich meine erste Sitzung, als der FIFA-Präsident die Mitglieder des Exekutivkomitees mit den Worten "Meine Damen und Herren" begrüßte. Es war das erste Mal in der 108-jährigen Geschichte der FIFA.

Wir möchten Ihnen auf der Grundlage des "Proust-Fragebogens" einige persönliche Fragen stellen, um Sie besser kennenzulernen.

Wie lautet Ihr Motto?

Etwas gut machen.

Wer ist Ihr weibliches Idol aller Zeiten?

Margaret Thatcher.

Und im Fussball?

Pia Sundhage.

Welches Spiel werden Sie nie vergessen?

Das CECAFA-U-17-Finale zwischen Burundi und Uganda am 26. August 2007 in Burundi. Burundi gewann die regionale Meisterschaft, und die burundische Bevölkerung war überglücklich. An diesem Tag vergaßen die Menschen im Land die zehn Jahre des Bürgerkriegs, der im Oktober 1993 begonnen hatte. CECAFA: Council for East and Central Africa Football Associations, ein regionaler Verband, der der afrikanischen Fussballkonföderation angeschlossen ist.

Was ist Ihr Lieblingswort?

Familie.

Und das Wort, das Sie am meisten hassen?

Diskriminierung.

* Dieses Interview wird am 8. März, dem Weltfrauentag, veröffentlicht. Ist dieser Tag für Sie wichtig?*

Ja, er bedeutet mir sehr viel. Jedes Jahr am 8. März sollten sich die Männer und Frauen daran erinnern, dass die Frauen in unseren Gemeinschaften auf gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Ebene Rechte und Pflichten haben.

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